Release: 10.12.2025
Genre: Hardrock/Heavy Metal
Spieldauer: 42:56
Label: Independent
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Tracklist:
- Rock With Temper
- Fake My Day
- Lost Chance
- Supernova
- Dark Horizon
- Not Forsaken
- Don’t Give Up
- Die Nacht
- Schicksalsbrut
- Dark Horizon – Orchestral Version

Seit vielen Jahren sind Temper ein fester Bestandteil der Berliner Metal-Szene. Ob auf Clubshows, Szene-Events oder kleineren Festivals – der Name der Band ist in der Hauptstadt längst kein unbekannter mehr. Ende 2025 folgt nun der nächste, konsequente Schritt: Mit Echoes of Tomorrow legen Temper ihr lang erwartetes Debütalbum vor. Grund genug, genauer hinzuhören und zu prüfen, wie gut das Album ist.
Das Album
Der Opener Rock With Temper setzt zunächst auf einen unkomplizierten, rockigen Einstieg. Der Song funktioniert sofort, vor allem durch seinen eingängigen Refrain, der sich schnell festsetzt und geradezu zum Mitgrölen einlädt. Ein solider Start, der das Album schwungvoll eröffnet.
Mit Fake My Day und Lost Chance zieht die Band die Zügel deutlich an. Die Songs wirken kantiger, aggressiver und erinnern mich stellenweise entfernt an rauen Ruhrpott-Thrash Metal. Besonders die stampfenden Drums geben den Stücken ordentlich Druck, während der doppelte Gesang bei Fake My Day für zusätzliche Tiefe sorgt und dem Song spürbar mehr Bandbreite verleiht.
Mein persönliches Highlight liegt jedoch klar im Mittelteil des Albums. Supernova, Dark Horizon und Not Forsaken bringen eine spürbare Schwere mit sich und nehmen im Vergleich zu den vorherigen Tracks bewusst Tempo heraus. Diese ruhigere Gangart verleiht den Songs eine deutlich eindringlichere Atmosphäre. Vor allem Supernova sticht heraus: Der Song nimmt an den richtigen Stellen das Gas raus, lässt Raum für ruhigere Passagen und hebt sich angenehm vom bisherigen Albumverlauf ab. Der Refrain entwickelt sich spätestens beim zweiten Hören zu einer echten Hymne, die lange nachhallt.
Mit Don’t Give Up wird diese düstere Phase wieder aufgebrochen. Krachende Riffs und epische Gesangspassagen reißen einen förmlich mit und geben dem Song eine ordentliche Portion Pathos. Ein Track, bei dem man unweigerlich die Faust hebt und sich von der Energie tragen lässt.
Zum Abschluss wagen Temper mit Die Nacht den Schritt ins Deutsche. Während die instrumentale Arbeit bei Die Nacht durchaus überzeugt und der Versuch, eine Horroratmosphäre zu erschaffen, eine spannende Idee ist, wirkt der deutsche Gesang für mich stellenweise sehr holprig und reißt mich aus dem ansonsten stimmigen Albumfluss heraus.
Schicksalsbrut hingegen funktioniert deutlich besser: Epische Riffs, kraftvolle Dynamik und mehrstimmige Gesangseinlagen verleihen dem Song Größe und lassen ihn als würdigen späten Höhepunkt erscheinen.
Den endgültigen Schlusspunkt setzt die orchestrale Version von Dark Horizon. Diese Variante wirkt wie ein sanftes Ausatmen nach der vorherigen Wucht – samtig, getragen und überraschend emotional. Eine wirklich schöne und kreative Idee, die das Album rund und stimmig beendet.
Fazit
Echoes of Tomorrow ist ein solides und vielversprechendes Erstlingswerk, das mich vor allem in seinen ruhigeren, schwereren Momenten überzeugt. Immer dann, wenn Temper Aggressivität mit Melodie kombinieren und den Songs Zeit zur Entfaltung geben, entfaltet das Album seine größte Stärke. Der Einstieg wirkt für mich noch etwas unspektakulär, und erst ab dem zweiten Track packt mich die Platte wirklich. Dafür macht das starke, kreative Finale vieles wett und hinterlässt einen positiven Eindruck. Echoes of Tomorrow taugt als Debütalbum und bringt bereits einige gute Ideen mit, die in späteren Veröffentlichungen gern aufgegriffen und weiter ausgebaut werden können, um noch eine Menge packender Lieder zu erschaffen.
Mehr von Temper bei Dark-Art findet ihr hier:
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