Band der Woche: De Som Skjelver

Band der Woche KW 03/2026

Herkunft: Nördliches Bayern, Deutschland
Genre: Black Metal

 

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Die Band über sich:

„Der Grundgedanke war von Beginn an, Musik zu schaffen, die an den Black Metal der 90er Jahre in Norwegen anknüpft: der magische Sound von Emperor, die Kälte von Darkthrone, die Verspieltheit und zugleich rohe Energie, die dieser Musik innewohnt […].“

 

Kommentar der Redaktion:

Black-Metal-Bands gibt’s wie Sand am Meer. Im Sumpf des Genres versinken die allermeisten in der Mittelmäßigkeit, nur selten schaffen es Gruppen tatsächlich mit entweder Innovation oder besonderer Hingabe zum Bekannten herauszustechen. Mit der Band, die wir euch heute vorstellen möchten, handelt es sich um eine solche, die der zweiten Kategorie angehört. De Som Skjelver existieren eigentlich schon seit 2013, Material wurde zusammengetragen, doch es sollte bis zum Ende des letzten Jahres dauern, bis dieses tatsächlich aufgenommen und veröffentlicht wurde. Mit ihrem selbstbetitelten Debüt schaffen es die Musiker ein abwechslungsreiches Album anzubieten, welches aus Songwriting-Perspektive nicht unbedingt durch Innovation oder die sprichwörtliche Neuerfindung des Rades glänzt, sondern durch die gelungene, atmosphärische Vermischung aus verschiedensten Einflüssen des Black Metal der 90er Jahre. Von daher werden sie ihren eigenen großen Worten gerecht, denn besonders Sound und Atmosphäre haben das Potenzial, einen jeden Anhänger dieser Musikrichtung zu begeistern, gleichwohl einzusaugen in eine musikalische Sphäre, die nicht besser zur aktuellen Zeit passen könnte.

Ehrlich muss der Schreiber sein, die Produktion wirkt für diesen Anspruch etwas zu glatt. Weit entfernt von einem zu „modernen“ Sound, hätte eine noch rauere, noch dreckigere Produktion dem Album sicher gutgetan. Was wie ein Kritikpunkt klingt, sollte nicht gänzlich als ein solcher wahrgenommen werden. Eine Atmosphäre, wie eben jene, die De Som Skjelver kreiert, lebt sehr von einem passenden Sound. Und so weit muss man erst mal kommen. Neben den offensichtlich starken und im Genre geübten Instrumentalisten, sind es besonders auch die Vocals, die einen großen Anteil an der Stimmung des Albums haben und damit auch ein Stück weit das vielfältige und abwechslungsreiche Release mit zusammenhalten. Freunde der lokalen Szene werden sie wiedererkennen als die der Fürther Band Cyanide, welche sich ebenso einiges an Zeit ließen, um nach einem Demo und Liveauftritten endlich die gesammelten Werke auf einem Album zu veröffentlichen. Generell sind hier doch, in manchen Parts, einige Parallelen zwischen den Bands zu erkennen. Dies ist nicht negativ, da es De Som Skjelver nicht die Eigenständigkeit nimmt, doch eher positiv, wenn die Musik von Cyanide gemocht wird (hierbei sei am Rande auf das 2018er Demo Zwillingsmord zu verweisen: nur drei Songs, trotzdem im Auto lange Zeit rauf und runter gelaufen).

Lange Rede, kurzer Sinn: wer 90er Jahre Black Metal… nein, wer eigentlich mit Black Metal generell oder auch nur entfernt was anfangen kann, der sollte hier reinhören. Das Album macht in der Tat was her und zeigt wieder einmal, dass eben jenes Rad nicht neu erfunden werden muss, um diesem Genre gute, neue Musik beizusteuern. Eine letzte Anmerkung: vielleicht gibt es irgendwann ein zweites Album, vielleicht auch nicht. „Braucht es auch nicht unbedingt immer”, um die Band selbst zu zitieren. Wären mal mehr Bands so weise (gewesen)…

 

De Som Skjelver (Full Album):

 

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Band der Woche, unter diesem Titel stellen wir euch jede Woche Dienstagabend, 20 Uhr (MEZ) eine Band vor. Dies sind jeweils Bands, die von Mitgliedern unserer Redaktion empfohlen werden, vor allem junge Nachwuchsbands, die unserer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient haben.

Alle Bands, die wir dieses Jahr vorgestellt haben, findet ihr auch in unserer Playlist auf Spotify.

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