Band der Woche: Doodswens

Band der Woche KW 13/2026

Herkunft: Eindhoven, Niederlande
Genre: Black Metal

Click here for the English version.

 

Die Band über sich:

Doodswens is a Dutch Black Metal band formed in 2017 by I. Live she performs the drums and vocals combined, supported by R. & P. on bass and guitar. Doodswens translates to Deathwish, but the meaning and heavy load to the word in Dutch translated better to: Driven by Death.

Their performances are ceremonial and ritualistic, which has been reported to be as uplifting as they are devastating, depending on the demons you bring them to offer. Whatever you carry with you will be exposed. They like to confront instead of bringing comfort.

 

Kommentar der Redaktion:

Die niederländische Kunstlandschaft ist, in ihrer historischen Entwicklung betrachtet, fleischgewordenes Kontrastprogramm bis blanker Wahnsinn in ganz wunderbarer Form. Bildende Kunst und Literatur sind dabei ebenso spannend wie in diesem Artikel deplatziert, weshalb ich mich diesbezüglich weitestgehend zurückhalte.
Aber nicht, ohne einen meiner Lieblingsniederländer zu würdigen, denn mindestens ein Bezug zu Literatur oder Malerei gehört zu meinen Band der Woche – Texten wie das Bier zu Bayern. Außerdem erscheinen diverse Gemälde Pieter Brueghel des Jüngeren, der sich den Namenszusatz helse brueghel (in der neuhochdeutschen Gegenwart: Höllen-Brueghel) durchaus verdient hat, als durchaus passendes historisch-bildliches Äquivalent zu finsterem bis groteskem Nischen-Black Metal und sollten deutlich häufiger entsprechende Plattencover zieren. Zudem ist das Gesamtwerk des Herrn Brueghel ein hervorragendes Beispiel für die kuriose Gleichzeitigkeit von Vielfältigkeit/Vielgesichtigkeit und charakteristischem Wiedererkennungswert, die sich immer wieder in niederländischer Kunst findet – unter anderem auch in der (Black)‑Metal‑Landschaft, wie Bennis kompetenter Rundumschlag hier anschaulich illustriert.
Somit kann ich direkt dazu übergehen, das ein oder andere Plädoyer für dort genannte Herzensbands zu halten.
Den Anfang machen Doodswens.

Doodswens sind auf mehreren Ebenen eine spannende Angelegenheit. Ein-Frau-Projekte hat’s im Black Metal dann doch seltener als das männliche Pendant; und dass die Schlagzeugerin gleichzeitig auch den Hauptgesang übernimmt, passiert gefühlt noch seltener. In der Vergangenheit waren u.a. (Live-)Musiker von Wesenwille, Helleruin und Goat Torment beteiligt, seit 2024 wird das Line-up um Gründerin I. durch R. (u.a. ehemaliger Livemusiker bei Nordjevel) und P.(u.a. Dödsrit) an Bass, beziehungsweise Gitarre, ergänzt.
Soweit zur technisch-musikalischen Ebene, die teilweise auch schon zeigt, in welche Richtung es musikalisch geht.

Die für mich ausschlaggebendere Ebene ist meist die emotionale, und auf dieser ist die Musik eine eindringliche Erfahrung.
Doodswens empfinde ich als sehr atmosphärisch und stimmungsstark – was zunächst Mal auf so ziemlich jede Band zutrifft, die ich gerne höre. Aber der spezifische Reiz dieses Projekts ist für mich, dass diese enorme atmosphärische Dichte und emotionale Ausdruckskraft absolut ungekünstelt, schnörkellos und authentisch rüberkommt – und das in jeder ihrer Facetten. Egal, ob klassisch finster-dämonischer Black Metal, atmosphärischer oder DSBM: Alles fließt mit ein und lässt sich irgendwo erkennen, aber nie als zu den geläufigsten Schattierungen deckungsgleicher Farbklecks, sondern mehr als Nuance, die Teil eines dezidiert eigenständigen, intensiven und gesättigten Farbtons ist.

An dieser Stelle würde ich am liebsten das komplette erste Album, Lichtvrees, als Musikvorschlag einwerfen. Zum einen, weil es das bisher Geschriebene deutlich treffender und unmittelbarer veranschaulicht, als der Versuch, derart abstrakte Erlebens-Eindrücke irgendwie in tatsächlich angemessene Worte zu kleiden. Zum anderen schlicht und ergreifend, weil es ein wirklich, wirklich gutes Album ist, das sich am schönsten entfaltet, wenn man es in einem Rutsch hört. Daher empfehle ich diese Vorgehensweise; insbesondere für Menschen, die ebenfalls ein Freund von Musikprojekten mit emotionaler bis psychischer Sogwirkung sind.
Und eigentlich auch für alle anderen. Die Scheibe ist nur knapp über 36 Minuten lang; wirkt, anscheinend je nach persönlicher Disposition, aufwühlend bis beruhigend, lässt sich optimal mit Waldspaziergängen oder Berglandschaften kombinieren und hinterlässt nicht mal endlose Sehnsucht nach mehr, weil am 17. April diesen Jahres das zweite Album erscheint.
Es gibt wirklich schlechtere Möglichkeiten, eine gute halbe Stunde zu verbringen.

 

Die Band bei Dark-Art:

Musikvorschlag:

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Band der Woche, unter diesem Titel stellen wir euch jede Woche Dienstagabend, 20 Uhr (MEZ) eine Band vor. Dies sind jeweils Bands, die von Mitgliedern unserer Redaktion empfohlen werden, vor allem junge Nachwuchsbands, die unserer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient haben.

Alle Bands, die wir dieses Jahr vorgestellt haben, findet ihr auch in unserer Playlist auf Spotify.

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