Konzertbericht: Black Metal Bastion VIII, Cairo Würzburg, 16.01.2025

Freitag, 16 Januar 2026 im Cairo, Würzburg. Anheim luden zur 8. Ausgabe der Black Metal Bastion ein! Für den Abend hatten sie sich auch einen ziemlich dicken Fisch geangelt, denn Lucifers Child, die in diesem Zeitraum auf Europatour unterwegs waren, sollten den Abend headlinen. Vervollständigt wurde das Line-Up mit Morbus Dei. Der Großteil der Besucher fand sich auch schon zur ersten Band ein, und geschätzte 100 Besucher füllten an diesem Abend den Club. 

Morbus Dei

Aber kommen wir erst einmal zum Anfang,  den machten nämlich Morbus Dei. Die vierköpfige Band durfte die Black Metal Bastion eröffnen und das Publikum auf den weiteren Abend einstimmen. „Einstimmen“ ist dabei ein spannendes Wort, die Band trägt sich in erster Linie durch den intensiven Gesang vom Sänger Pain. Während es musikalisch mal doomiger, mal grooviger und mal einfach nach einem Paradebeispiel des rohen und gnadenlosen Black Metals klang, öffnete Pain mit jedem Ton ein neues Tor zur Hölle. Dabei hüllte eisblaues Licht durchgehend gleichbleibend die Bühne ein, was damit nicht nur ein entspannter Auftakt für den Lichttechniker war,  sondern für so manchen auch ein sehr eintöniges visuelles Erlebnis. Als die Band sich nach 20 Minuten vom Publikum abwandte,  das Licht gleich blieb und leise Musik im Hintergrund anlief, reagierte das Publikum teils verwirrt dreinblickend, teils startete man Gespräche, bis die Band dann wieder loslegte. Es stellte sich heraus: Die bis hierhin gehörten Klänge waren ein Intro gewesen. Als dann zum nachfolgenden Lied ein Scheinwerfer von Blau auf Lila wechselte und mitten im Song wieder zurück, wurde zumindest klar, dass die Lichtsituation nicht einem Defekt der Anlage zugrunde lag. Oder doch? Nach gut 35 Minuten war das Set zu Ende.

Anheim 

Nach 35 Minuten Umbau, denen zum guten Teil technische Probleme zugrunde lagen, ging es weiter mit den Gastgebern: Anheim. Die Würzburger Black Metal Band veranstaltet seit 2022 regelmäßig die Black Metal Bastion und spielte entsprechend regelmäßig in der Heimat. Entsprechend war auch der Zulauf vor dem Auftritt der Band. Während es also im Cairo allmählich kuschelig wurde, durchzog umso strenger der Weihrauch den Raum, den Sänger Andergrout auf die Bühne trug. Doch nicht nur den brachte die Band mit, sondern auch ihr aktuelles Album Die Welt die wir Begruben, welches sie in voller Länge spielen wollten. Zu fünft füllte die Band die Bühne aus, das ließ die Show jedoch nicht schrumpfen. Mit gut 50 Minuten Spielzeit hatten sie auch ausreichend Zeit, der Musik und Show Raum zu geben, soviel halt vorhanden war. Ohne große Publikums-Ansprachen spielte die Band Stück für Stück, ihr Sänger arbeitete sich mit variierender Gestik und Mimik immer weiter durch das Set, und band so immer eine neue Nuance ein. Die Saitenfraktion wechselte gelegentlich die Seiten und interagierte miteinander, was auf der recht engen Bühne manchmal viel Achtsamkeit von den Musikern verlangte. Das Licht blieb übrigens gleich, etwas weniger hell, doch unaufgeregt und stetig blau. Nach dem in der Szene ein Stück weit üblichen „Ich erdrossle mich mit dem Mikrofonkabel“-Ding und einem Publikumsbesuch des Sängers endete das Set mit einem gesprochenen Part und zahlreichen Fäusten in der Luft. 

Lucifers Child 

Nach einem weiteren längeren Umbau ging es mit Lucifers Child weiter. Die Band aus Athen hat 2025 ihr neustes Album The Illuminat veröffentlicht und ist anlässlich dessen aktuell auf ihrer Ascensions of Fire -Tour in Mitteleuropa unterwegs. Vorn dran haben sie den Gig in Würzburg angehangen. Und trotz viel mehr Dekorationselementen als bei den vorherigen Bands, wie Bannern und Lichtinstallationen, wirkte die Bühne geräumiger – die vierköpfige Band um Sänger Marios schien schon fast Raum für all die Bewegung auf der Bühne zu haben! Außerdem, siehe da, die Lichtanlage kann mehr als nur Blau! Schnelle Riffs, flackerndes Licht, Lucifers Child am Durchfeuern! Und auch, wenn das Publikum lichter wurde, hörte die Begeisterung vor und auf der Bühne nicht auf. Sänger Marios rief zum dritten Song zu einem Circle Pit auf, und auch, wenn es wohl eher Black Metal untypisch ist, bildete sich tatsächlich eine entsprechende Fläche und ein paar Besucher folgten dem Aufruf, wenn auch nur bis etwa zur Hälfte des Songs. Es folgten einige weitere Lieder und ein großes Lob an die Bands und den Veranstaltungsort, bevor das Konzert nach gut einer Stunde sein Ende fand.

Bericht: Roksana

 

Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:

Über Roksi 633 Artikel
Roksana Helscher, Fotografin und Redakteurin. Seit 2016 bei Dark-Art dabei, ein Teil der Chefredaktion und das Mädchen für alles. Seit meinen ersten Konzertfotografie-Gehversuchen in 2011 bis heute unterwegs und versuche das Geschehen auf großen und kleinen Bühnen zu dokumentieren.

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