Am 20.12. luden Chelsea Grin zum besinnlichen Adventsmoshen im Karlsruher Substage ein. Auf dem Programm stand die finale Show ihrer Europa-Tour, zusammen mit Signs of the Swarm, Mugshot und Crown Magnetar. Schon im Vorfeld versprach dieses Package jede Menge Zuckerstangen und Kerzenschein, schließlich sind sowohl Chelsea Grin als auch Signs of the Swarm längst feste Größen in der Deathcore-Landschaft. Mit Mugshot und Crown Magnetar lagen zusätzlich zwei weitere Leckerbissen mit auf dem Weihnachtsbuffet-Tisch. Also hieß es ein weiteres Mal raus ins Karlsruher Winterwonderland, denn in der Weihnachtsbäckerei gab es diesmal Blastbeat und Breakdown.
Crown Magnetar
Eröffnet wurde das fröhliche Weihnachtssingen von Crown Magnetar aus Colorado, und der Vierer hatte direkt so richtig Bock. Schon zum zweiten Song, Full Spectrum Hatred wurden die Crowdsurfer animiert und auch der Pit kam direkt in Fahrt. Natürlich durfte auch ihre neueste Single Desecrate Infinte nicht fehlen. Musikalisch bekamen wir unglaublich fiesen Deathcore serviert, ein Downtempo-Breakdown jagte den nächsten. Frontman Dan Tucker gab bestialische Geräusche von sich und performte ein Feature mit seiner Ehefrau Yasmine, die selbst Sängerin der Band Face Yourself ist und heizte das Publikum immer weiter an. Wir sahen schon früh am Abend die erste Wall of Death und auch immer mehr Crowdsurfer fanden ihren Weg nach vorn. Zum abschließenden Black Lotus drehte auch ein ordentlicher Circle Pit seine Runden. Alles in allem machten Crown Magnetar wirklich sehr viel richtig und waren ein grandioser Opener. Dan lobte zum Schluss das Publikum als die beste Crowd der Tour.
Mugshot
From California With Love – die nun folgenden Mugshot strotzen nur so vor Energie. Nicht viele Bands Two-Steppen mitten im Set auf der Bühne. Sänger Ringo Waterman und Gitarrist Michael Demko hatten sichtlich Freude daran. Ihre wilde Mischung aus Hardcore, Beatdown und Metalcore brachte auch das Publikum erneut so richtig in Bewegung. Die Band auf der Bühne tat es ihnen gleich, und so wurde auch der zweite Auftritt zu einem Fest. Michael und Bassist Ciro Abraham unterstützen fleißig mit Backing Vocals, allgemein heizten auch Mugshot die Menge so richtig an. Drummer Connor Haines nutzte eine Pause zwischen den Songs, um sich ein Croissant auf die Bühne bringen zu lassen. Mit dabei war natürlich auch ihr neuestes Album All the Devils are Here, das es ordentlich in sich hat. Ein weiteres Mal wurde der Auftritt zum Belastungstest für die Security im Graben, Hut ab an dieser Stelle. Ja, auch die Kalifornier machten einfach alles richtig und hatten die Halle in Windeseile auf ihrer Seite. Das hat erneut eine ganze Menge Spaß gemacht, Mugshot sollte man unbedingt auf der Rechnung haben.
Signs of the Swarm
Dann ging der Co-Headliner Signs of the Swarm auf die Bühne und hatte sich eine ganze Menge vorgenommen: Sie präsentierten uns ihr neues Album To Rid Myself of Truth und eröffneten das Set direkt mit dem Titeltrack und dem anschließenden Hellmustfearme. Natürlich sollten auch ältere Songs nicht zu kurz kommen, und so servierten sie uns Tower of Torsos von ihrem vorletzten Album Amongst the Low & Empty, dessen gleichnamiger Song das Set abrundete. Davor gab es saftigen Deathcore auf die Ohren. Dave Simonich und seine Kollegen liefen zu einer beeindruckenden Form auf und hatten sichtlich Spaß auf der Bühne. Dave kündigte an, dem Publikum als größte Crowd der Tour ein besonderes Geschenk machen zu wollen, und so hatten sie eine eigene Interpretation von Rob Zombies Dragula vorbereitet. Oben auf dem Balkon wirkte der Sound etwas steril, doch unten vor der Bühne merkte man, wie viel Druck tatsächlich dahinter war. Signs of the Swarm waren der dritte Volltreffer an diesem Abend, das war ein drittes Mal großes Kino. Etwas mehr als 40 Minuten hätten es schon sein dürfen, doch diese hatten es einfach in sich.
Chelsea Grin
Diesen Abend der Besinnlichkeit krönten dann Chelsea Grin, die verstärkt auf ältere Songs setzten. Schon das einleitende Recreant war ein großartiger Start ins Set, und auch im Anschluss bestach die Band durch eine große Menge an Sympathie. Was wäre ein Tourfinale ohne eine Menge Highlights? Zu Playing With Fire bekam Tom Barber Verstärkung von Ringo, der zuvor mit Mugshot auf der Bühne stand. Crown Magnetar’s Dan Tucker durfte My Damnation featuren und nur einen Song später schnappten sie sich Bassist Kyle von Signs of the Swarm. Vor der Bühne war nochmals eine Menge geboten, Wall of Death und Crowdsurfer wechselten sich gekonnt ab, hier kam jeder erneut auf seine Kosten. Stephen Rutihauser glänzte mit einer technischen Raffinesse an der Gitarre und auch David Flinn spielte den Bass wie gewohnt ausdrucksstark. An den Drums gab auch Josh Miller ordentlich Gas, der 2024 als Letzter zur aktuellen Besetzung stieß. Doch natürlich durften auch neuere Songs wie Suffer in Hell Suffer in Heaven oder Sing to the Grave nicht fehlen. Das große Finale stieg dann mit dem Song Hostage, für den Dave von Signs of the Swarm auf die Bühne kam und gemeinsam mit Tom und Co. die Bühne abriss. Im Hintergrund kamen weitere Mitglieder der Band dazu, die kurzerhand das Schlagzeug auseinanderbauten und kräftig mittrommelten. So wurde das Ganze zu einem absolut würdigen Abschluss dieser Tour. Nach der Show warfen die Musiker den kompletten Restbestand an Drumsticks in die Menge. Im Anschluss kam Tom Barber in den Graben runter und nahm sich viel Zeit für Gespräche und Fotowünsche der Fans. Ein sehr sympathisches Ende eines gelungenen Abends.
Bericht und Bilder: Niklas
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