Konzertbericht: Dymytry Paradox – Born from Chaos Tour – Der Hirsch, Nürnberg, 18.01.2026

Am Sonntag, dem 18. Januar 2026, machte die Born from Chaos Tour von Dymytry Paradox in Nürnberg Halt – und zumindest für einen Abend durfte sich die Stadt tatsächlich ein wenig vom Chaos überrollen lassen. Ganz so apokalyptisch, wie es der Titel vermuten lässt, wurde es zwar nicht, doch der Hirsch füllte sich schnell mit all jenen, die genau diese energiegeladene Mischung aus Härte, Maskenästhetik und internationalem Neustart erleben wollten.

Space of Variations 

Doch ohne Support kommt eine Show nicht aus; deshalb brachte Dymytry Paradox auf dieser Tour Space of Variations mit. Die ukrainische Modern Metal Band vermischt Elemente des Metalcore, Elektro und Metal in einen experimentellen Musikbrei, garniert mit gutturalem, cleanem und Sprechgesang im Wechsel. Und dieser bunte Musikbrei kam beim Publikum recht gut an. Die erste Ansage nutzte die Band erst mal, um auf ihren Merchandise-Stand aufmerksam zu machen. Mit voller Power ging es dann von Song zu Song, welche überraschend abwechslungsreich daherkamen. In einer späteren Ansage ging Sänger Dima Kozhuhar auf die Herkunft der Band aus der Ukraine ein und erzählte von den Schrecken des Krieges, der noch immer stattfindet. Er schlug vor, dass man, wenn man Leute aus der Ukraine kennt, und auch wenn sie nicht die engsten Freunde sind, auf sie aufpassen soll, ihnen ein offenes Ohr bieten solle. Das Publikum belohnte diese Aussage mit Applaus. Zwei weitere Stücke voller Energie folgten und dann sollte es das auch wieder sein.

Dymytry Paradox 

Nach einem kurzen Umbau ging es dann auch mit dem Hauptact weiter. Dymytry Paradox dürfte für einige ein neuer Name sein, da sie die Band vielleicht in erster Linie als Dymytry kennen. Da sie jedoch versucht, sich auch auf dem internationalen Markt zu behaupten, tritt die Band außerhalb Tschechiens unter ihrem Alter Ego Dymytry Paradox auf – mit englischsprachigen Songs und einem anderen Sänger. Soweit zu den Fakten, kommen wir zum Auftritt: Die fünfköpfige Band betrat pünktlich die Bühne und das Publikum jubelte laut. Mit Empire of the Fallen zu Beginn legten sie gleich mit einem ganz neuen Stück und mit voller Kraft los. Die Crowd zeigte direkt, wofür sie da war, denn bereits die ersten Töne schlugen ein und brachten das Publikum zum Mitwippen, Mitsingen und Feiern. Und eine Sache war bei Dymytry Paradox deutlich zu beobachten: Egal ob jung oder alt, sowie generell geschlechtsunabhängig, zog sich die Begeisterung und die Textsicherheit im Publikum durch. Mit War Beneath My Skin gab es ein weiteres brandaktuelles Stück, bevor es mit Revolt eines der ersten durchgängig englischsprachigen Stücke gab. Eine weitere Überraschung für Leute, die vielleicht zum ersten Mal die tschechische Band in Deutschland gesehen haben, dürfte auch gewesen sein, dass Sänger A.L. nicht nur Deutsch spricht, sondern das ebenso fließend wie akzentfrei.

Generell zeigte sich A.L. zwischen den Stücken gesprächig. Er erzählte von vergangenen Touren ebenso wie über die Songinhalte, sowie über die gemeinsame Tour mit der Band Hämatom, mit denen sie auch den Song Behind the Mask herausgebracht haben. Dass sich hier die Fangruppen klar überschneiden, sah man mit einem Blick ins Publikum direkt. Nach einem weiteren neuen Song (Reignite Me) ging es mit einem grandiosen Bass-Solo weiter. Mit Everything Is Black ging es anschließend weiter, bevor mit Legends Never Die Zeit für einen großen Gänsehautmoment war. Diese Version von Dymytry Paradox ist auf Album ebenso wie live auf der Bühne absolut grandios und Gänsehaut verursachend. Mit Born From Chaos ging es dann zum namensgebenden Track der Tour und auch doch noch einmal mit ordentlich Tempo weiter, bevor es mit Sun of a Broken God zum letzten aktuellen Song überging und das anschließende Drum-Solo vom Schlagzeuger Miloš der das Ganze komplett abriss. Schwer zu sagen, wie lange dieses Solo dauerte, doch vor lauter Herumwirbeln, Stickwerfen und all den Tempo- und Technikwechseln fühlte es sich keineswegs zu lang an, wurde sogar von Minute zu Minute beeindruckender. Und da musste ich mich mal wieder fragen, was die Tschechen bitte ihren Drummern geben, dass die alle so geil drauf sind, bitte? 

Mi Enemy List, Hope und Touchdown steuerte man so langsam auf das Ende des Sets zu, das dann endgültig mit dem Song Chernobyl 2.0 und einer publikumsumgreifenden Gänsehaut abgeschlossen wurde. Kurz nach dem letzten Song kam die gesamte Band im Kostüm in das Foyer für Fotos und Autogramme und nahm sich einige Zeit für all die Besucher.

Setlist: Empire of the Fallen // War Beneath My Skin // Revolt // Red Sky Remains // Never Gonna Die // Behind the Mask // Reignite Me // Bass Solo // Everything Is Black // Legends Never Die // Born From Chaos // Sun of a Broken God // Drum Solo // Enemy List // Hope // Touchdown // Chernobyl 2.0

Bericht und Bilder: Roksana

 

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Über Roksi 645 Artikel
Roksana Helscher, Fotografin und Redakteurin. Seit 2016 bei Dark-Art dabei, ein Teil der Chefredaktion und das Mädchen für alles. Seit meinen ersten Konzertfotografie-Gehversuchen in 2011 bis heute unterwegs und versuche das Geschehen auf großen und kleinen Bühnen zu dokumentieren.

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