Festivalbericht: Skaldenfest 2025 – 20.12.2025 Posthalle Würzburg

Das Skaldenfest ist zurück! Nach einer unfreiwilligen Pause nach der letzten Open Air Ausgabe im Jahr 2022 im Kilianeum Würzburg haben sich ein paar Dinge verändert: Der ehemalige Standort ist organisatorisch entfallen. Mit den angekündigten letzten Tagen der Posthalle im Hinterkopf entschied man sich, eine weitere Ausgabe zu planen, ein wenig back to the roots, indoor. Jedoch diesmal nicht im beschaulichen b-Hof in Würzburg, sondern in der Posthalle. 

Dvalin – Ein Gruß vom Veranstalter!

Die Lokalhelden von Dvalin sind nicht nur seit jeher die Folk Metal Instanz Würzburgs (oder wie Sänger Simon scherzhaft sagte, die Boyband Würzburgs), sondern auch die helfenden Hände und organisatorische Obrigkeit vom Skaldenfest. Die Band legte voller Klangkraft los und brachte die ersten neuen Stücke auf die Bühne von ihrer aktuellen EP Ravenous Dreams. Die Posthalle hatte sich zu dem Zeitpunkt bereits gut gefüllt und die Stimmung stieg stetig. Beim letzten Stück Schöpfer des Nichts kam Max von Dagdrøm, der auch schon in der Vergangenheit als Sänger eingesprungen war, auf der Bühne als zweite Stimme hinzu, ein großartiger Auftritt. 

Setlist: Time (Intro) // Indeterminancy // Into the Wasteland // Zwergenvolk // Schrecken des Waldes // Omen II // Unter den Eichen // Schöpfer des Nichts.

Ūkanose – Folk Metal zum Feiern und Tanzen

Mit Ūkanose folgte die nächste Folk-Metal Band. Die Band aus Litauen verbindet slawische Folklore mitsamt Querflöte und Geige mit harten Klängen, und das in ihrer Muttersprache. Ohne nur ein Wort zu verstehen, ging der Geist der Musik doch auch ans Publikum über, das zur Bewegung animiert wurde. Sänger Jakübas wechselte zwischen Gesangspassagen und Parts des vollkommenen Aufgehens in der Musik, sprang und drehte sich über die Bühne. Die Folk-Fraktion, in Persona von Dominyka (Flöte) und Simona (Geige) tat dies in den fast schon sphärischen Parts. Insgesamt ergab sich ein musikalisches Geben und Nehmen, gepaart mit tanzbaren Melodien und durchdringenden Vocals. 

Setlist: Liūdna liūdna // Ten už Marių // 1236 // Saulės sodai // Apynėlis // Plėšikėliai // Gerkime // Patranka // Samagona

Countless Skies – und unzählige kleine Tempowechsel

Ein Comeback beim Skaldenfest: Countless Skies, die britische Melodic Death Metal Band beehrte das Skaldenfest bereits im Jahre 2018. Die Band zeigt in ihren Songs gerne Kontraste, raue Gitarrenriffs, und gutturaler Gesang, sowie ruhigere, fast schon getragene Parts, mit klarem Gesang. Musikalisch ein Wechsel zwischen grollender Rage und sanfter Resignation, etwas, das sich gut in der Musik wieder spiegelt. Seit dem letzten Skaldenfest brachte die Band ein neues Album heraus, genauer gesagt vor fünf Jahren… Immerhin. Das ist kein kleiner Seitenhieb unsererseits, das sagte die Band so selbst. Und mit dieser Ansage folgte das Lied, das sich den Namen mit dem Albumtitel teilt: Glow. Dieses Lied wurde in drei Parts geteilt und die Band nahm sich die Zeit, dem Publikum alle davon darzubieten. Im Anschluss folgten weitere alte und nicht ganz so alte Stücke, gespickt mit emotionaler Instrumentalisierung. Wer das nicht versteht, sollte sich diese Band mal live ansehen! 

Setlist: Daybreak // Summit // Glow – Part 1: Resolution // Glow – Part 2: Awakening // Glow – Part 3: Reflection // Pace // Tempest // Zephyr

Disillusion – Zwischen Kraft und Melancholie

Mit Disillusion ging es auch hier mit dem Progressive Melodic Death Metal weiter. Sänger Andy bedankte sich zwischen einzelner Songs für das zahlreiche Erscheinen der Besucher. Die Band hat vor drei Jahren zuletzt ihr Album Ayam veröffentlicht, von dem es auch ein paar Stücke zu hören gab. Sie begannen mit einem ordentlichen Tempo und wurde im Laufe des Sets immer wieder in Richtung einer melancholischen Ruhe gezogen, die dann doch wieder mit einem Schub grenzenloser Energie durchzog. Disillusion spielten sich dabei einmal quer durch die Alben und stellten mit der Setlist ein großes Spektrum ihrer Musik dar. 

Setlist: Am Abgrund // The Black Sea // …And the Mirror Cracked // Fall // Alea // Time to Let Go // Alone I Stand in Fires // Driftwood // Tormento

Sylvaine – Black Metal, doch mit bittersüßem Beigeschmack

Nachdem der Festivaltag bereits die Halbzeit überschritten hatte, ging es nun mit der Headlinerriege weiter, und diese führte Sylvaine an. Das Projekt von und um Sängerin und Multiinstrumentalistin Kathrine Shepard hat in den letzten Jahren einen spannenden Aufstieg hingelegt. Wohingegen das Erstlingswerk in 2014 einen Hauch Black Metal aufwies, war es klar, in welche Richtung der Wind weht, spätestens seit dem 2022 das Album Nova erschien. Nun aber zum Auftritt. Beim Skaldenfest zögerten jedoch kleine Sound-Probleme, die sowieso schon etwas hintendranliegende Show, ein wenig weiter hinaus. Nach ein paar Minuten jedoch konnte das Set jedoch starten und die Band eröffnete mit Earthbound diese intensive Show. Im Vordergrund steht ganz klar die Stimme der Sängerin, die in Passagen mit Klargesang wie ein Lichtstrahl durch das Schwarz schneidet, in gutturalen Parts jedoch die Pforten der Hölle zu öffnen vermag. Diese Mischung zog sich durch das Set und die Stücke, und zeigte nach und nach, trotz ähnlichem Grundkonzept, die Facetten des Projekts. 

Setlist: Earthbound // Abeyance // Fortapt // I Close my eyes so I can see // Nowhere, still Somewhere // Mono no Aware // Mørklagt

Der Weg einer Freiheit 

Da wir schonmal beim Black Metal angelangt sind, konnte es gleich damit weitergehen. Es folgte die Würzburger Band, die man wohl am seltensten in Würzburg zu Gesicht bekommt: Der Weg einer Freiheit. Die Band begann das Set, mit Tempo auf Anschlag. Schnelle Drums, Riffs und ein durchdringender, tief gutturaler Gesang trug die Musik, während die Musiker auf einer vernebelten Bühne, mit starken Lichtern aus dem Hintergrund ihre Musik spielten – schnörkellos, roh. Die Show der vierköpfigen Band kam gänzlich ohne Ansagen aus, selbst das gesprochene Intro von Aufbruch wurde vom Band eingespielt. 

Setlist: Marter // Xibalba // Immortal // Monument // Aufbruch // Forlorn

Insomnium – Ein besonderes Ende!

Alle guten Dinge sind … Sieben? Mit Insomnium hat sich das Skaldenfest einen dicken Fisch gefangen, die finnische Melodic Death Metal Band hat Anfang 2023 ihr neuntes Album veröffentlicht, 2024 eine Jubiläumstour gespielt und dieses Jahr haben sie die europäischen Fans nur auf Festivals beehrt. Wie dem auch sei, auch beim Skaldenfest waren sie zu Gast und räumten vor vollem Hause komplett ab! Dem geneigten Zuschauer ist aufgefallen, dass die Band in verkleinerter Besetzung auftrat, Gitarrist Markus Vanhala konnte aufgrund einer Erkrankung nicht beim Skaldenfest auftreten, wie die Band selbst sagte, doch das hielt sie nicht auf, diesen Abend mit einer abwechslungsreichen Setlist zu füllen, auch hier die besten Grüße nach Finnland, an Markus! Das Publikum vor der Bühne nahm auch die Dreierkombination trotzdem gut auf und feierte jeden Song ins vollste. 

Setlist: 1696 // Valediction // White Christ // Ephemeral // Lilian // Lose to Night // The Killjoy // The Witch Hunter // Unsung // Mortal Share // And Bells they toll // Heart Like a Grave

Bericht: Roksana
Bilder: Roksana, Matthias

 

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Roksana Helscher, Fotografin und Redakteurin. Seit 2016 bei Dark-Art dabei, ein Teil der Chefredaktion und das Mädchen für alles. Seit meinen ersten Konzertfotografie-Gehversuchen in 2011 bis heute unterwegs und versuche das Geschehen auf großen und kleinen Bühnen zu dokumentieren.

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