Ahoi und Ahu, besser kann man das Konzert der Pirates & Kings Tour von Visions of Atlantis und den Warkings wohl nicht zusammenfassen.
Wenn sturmerprobte Piraten auf mutige Ritter treffen und sich dabei verbünden, dann kommt ein episches Konzerterlebnis dabei heraus. Hymnen, Mythen und Legenden stehen dabei genauso auf der Agenda wie energiegeladene Gitarrenriffs und einprägsame Melodien, vollendet durch ausdrucksstarken Gesang. Am 21.02.2026 hat das Schiff der Armada am Pier der Music Hall Geiselwind festgemacht.
Pünktlich zum Einlass wurde es von zahlreichen Metalheads gestürmt, die sich schnell auf dem Unterdeck und den Oberdecks verteilten. Doch bevor die Segel gesetzt werden konnten, durften die Jungs von Induction der versammelten Meute ordentlich einheizen, damit das Schiff dann mit voller Fahrt in See stechen konnte.
Induction
Klassischer Eighties-Metal transformiert in das Jahr 2026, wäre meine persönliche Beschreibung der Performance der vier Jungs aus vier Nationen. Bei Frontmann Gabriele Gozzi musste ich unwillkürlich einen Vergleich zu Yannis Papadopoulos von Beast in Black ziehen, nicht nur optisch, sondern auch gesanglich.
Die powergeladene Musik zog nicht nur mich, sondern auch den Rest des Publikums schnell in ihren Bann. Gabriele führte souverän durch die Show und animierte das Publikum mit seinen Ansagen immer wieder zum Mitmachen.
Die Setlist enthielt viele Stücke aus dem neuen Album Love Kills!, neben dem gleichnamigen Titelsong auch Gods of Steel, das es auf keiner Streaming-Plattform zu hören gibt, nur auf dem Album selbst und live. Damit bedankte sich die Band beim Publikum für die Unterstützung auf einem Livekonzert dabei gewesen zu sein, und ermunterte gleichzeitig dazu, sich das neue Album zu kaufen, um die noch recht junge Band zu unterstützen. Diese stand am Ende des Konzerts auch für Fotos und Autogramme zur Verfügung, sodass man sich die neu erworbene Platte auch direkt signieren lassen konnte.
Auch wenn Induction noch am Anfang ihrer Laufbahn stehen, darf man sicher einiges erwarten, nicht zuletzt, weil Gitarrist Tim Hansen Sprössling von Kai Hansen seines Zeichens Gitarrist von Helloween ist. Mit so viel Know-how im Gepäck dürfen wir uns sicher auf weitere energiegeladene Abende mit Induction freuen.
Setlist Induction:
Beyond Horizons // Dark Temptation // Love Kills! // Strangers to Love // Steel and Thunder // Gods of Steel // Queen of Light
Visions of Atlantis
Als sich während der Umbaupause die Bühne nach und nach in ein Piratenschiff verwandelte, blieb der versammelten Metalschar ausreichend Zeit, um sich mit neuem Proviant einzudecken. Schließlich wurde die Pausenmusik lauter und der Song The Lonely Island von Jack Sparrow war schließlich das Signal, dass es nun gleich losgehen sollte.
Dunkelheit erfüllte zu Beginn der Show von Visions of Atlantis den Raum, bis Sängerin Clémentine Delauney die Bühne betrat, verhüllt von einem schwarzen Kapuzenmantel, nur beleuchtet von einem Lichtkegel, mit zarten Tönen das erste Lied To those who choose to fight anstimmte. Untermalt von spannungsgeladenen sphärischen Tönen betrat dann Drummer Thomas Caser gefolgt von Gitarrist und Bassist die Bühne um direkt danach das Piratenschiff fast zum Kentern zu bringen, mit ihrer unverkennbaren Mischung aus mitreißenden Gitarrenriffs und kraftvollen Drums. Gleichzeitig legte Clémentine den Kapuzenmantel ab und performte, passend zum Tourmotto, in einem ikonischen Freibeuterkleid nebst passendem Hut das zweite Stück The Land of the Free, was übergangslos zum ersten erfolgte. Dazu fand sich nun auch Sänger Michele ein und die beiden bildeten ein Gesangsduo in ihrem gewohnt harmonischen Zusammenspiel, umgeben vom typischen melodischen Klangrahmen der VOA Lieder.
Das Publikum zeigte vom ersten Lied an gesanglich und physisch Präsenz und unterstützte die Band tatkräftig. Beim vierten Song Clocks gab es dann absolut kein Halten mehr und das Piratenschiff nahm richtig Fahrt auf. Anschließend verkündete Clémentine „Tonight we are gonna have fun“ um mit dem Piratenschiff auf Karibikkreuzfahrt zu gehen und mit karibisch unterlegten Melodien zu Tonight I’m alive die Hüften zu schwingen. Weiter ging es mit Legion of the Seas mit geschwenkter Piratenfahne und unterstützt von kräftigen Hey-Rufen aus dem Publikum. Schließlich wurde auch die Piratenkanone gezündet und mit feuriger Unterstützung ging das Metal-Schiff volle Fahrt voraus zu Hellfire.
Dann befanden wir uns in ruhigeren Gewässern. In einem blauen Tüllkleid fand Clémentine die richtigen Worte über Momente, in denen man sich einsam fühlt. Mit einem bewegenden Sologesang zu Underwater sorgte sie für Gänsehautmomente. Das wehende Tüllkleid und die blaue Bühnenbeleuchtung versetzten uns dabei auf den Meeresgrund. Natürlich, wie könnte es bei einer Piratenfahrt auch anders sein, durfte eine ordentliche Rudereinlage zum Schluss nicht fehlen und bei Pirates will return wurde kräftig im Takt gerudert. Dann setzte sich die Armada begleitet von ‚Hail Jolly Roger!‘-Rufen ein letztes Mal in Bewegung. Im Wechsel schrie mal das Oberdeck und dann das Unterdeck „Armada“, schließlich alle zusammen, und langsam aber sicher nahm die wilde Fahrt ihr Ende.
Beim letzten Lied wurden wir alle zum Springen aufgefordert und so bebte die Music Hall zu Melancholy Angel. Der Auftritt war eine gelungene Mischung von kraftvollen Headbangeinlagen zu mitreißenden Gitarrenpassagen, immer wieder untermalt von den klangvollen Singstimmen der beiden Leadvocals.
Setlist Visions of Atlantis:
To those who choose to fight // The land of the free // Mercy // Clocks // Tonight I’m alive // Legion of the seas // Heroes of the dawn // Hellfire // Underwater // Pirates will return // Armada // Master the hurricane // Melancholy Angel
Warkings
Passend unterlegt vom Intro Warriors of the World von Manowar betraten nachfolgend, angekündigt von einer Stimme aus dem Off, nacheinander Spartan, Viking, Crusader und schließlich Tribune die Bühne. Nun wurde es heiß, Flammen schossen in die Höhe und die erste Reihe glich einem Hähnchengrill. Dann wurde es laut und die Warkings fielen mit ihrer geballten Powermetal-Energie in Geiselwindus ein.
Das Publikum war von Anfang an dabei und feuerte die Band lautstark mit kämpferischen Ahu-Rufen an. Für die Hexe Morgana war es nun an der Zeit, ihre vier königlichen Krieger gesanglich auf der Bühne zu unterstützen und mit Tribune ein spannungsvolles Duett zu bilden. So hatte sie bei Odin’s Sons ihren ersten Einsatz, um danach beim kraftvollen Armageddon die Fäuste in die Luft zu recken und das Publikum weiter anzuheizen. Dabei verstand sie es, wie immer, ihre phantastische Gesangsstimme mit tiefen Growls abzuwechseln. So ist es eine logische Entwicklung, dass im Repertoire der Warkings mit Circle of Witches nun auch ein Lied als Live-Performance ihr ganz allein gewidmet ist.
Zwischenzeitlich schossen immer wieder die Flammen aus den Flammenwerfern in die Höhe und der Gargrad der ersten Reihe erhöhte sich konstant. Ich war daher froh, Deckung in der zweiten Reihe gefunden zu haben. So war es passend, dass Hephaistos höchstpersönlich zum gleichnamigen Lied, das Schlagzeug entzündete, bzw. die daran angebrachten Fackeln.
Schließlich wurde es Zeit, dem Tourmotto vollends gerecht zu werden, die Ahu- und Ahoi-Rufe zu vereinen und gemeinsam mit der Piratenschar auf der Bühne zu stehen. Tribune begrüßte Clémentine charmant mit „my Queen of the sea“ um anschließend auch den „King of the pirates“ auf die Bühne zu holen. Pirates and Kings, das gemeinsame Stück der beiden Co-Headliner, war ein Genuss für Auge und Ohren, denn sowohl die aufwendig gestalteten Kostüme als auch die vier Singstimmen verschmolzen zu einer fantastischen Symbiose aus Symphonic- und Power-Metal, die neben den Gitarren der Warkings zusätzlich von der E-Gitarre von Christian Douscha (VOA) unterstützt wurde.
Nun war es Zeit für eine Abkühlung, und so wurde eine tapfere Schildmaid aus dem Publikum auserkoren, die auf einem Drachenring über die Meute surfen sollte, um dem Tribun höchstpersönlich einen Drink von der Bar zu bringen. Schlagfertig frage sie ihn, welchen Drink er denn wolle und war damit die erste mit dieser Frage überhaupt. Nun ist das schöne Frankenland eine Bierregion, so war die logische Antwort: Bier. Während sie sich surfend auf den Weg zur Bar machte, erklang das Lied Warriors.
Es folgte der bereits erwähnte Soloauftritt von Morgana und anschließend ein obligatorisches Warkings-Ritual. Vor Fight durften zwei Nachwuchs-Metaller auf die Bühne, um das Publikum anzufeuern, und dann ging es wieder in die Schlacht mit Fight und dem unverzichtbaren „fight, fight, fight“ Kampfgebrüll.
Zum Ende des Sets überraschten die vier Kings und ihre Witch mit einem Live is life Cover und sorgten für ausgelassene Partystimmung im Publikum. Nach einem letzten Gladiatorenkampf im Kollosseum endete eine abwechslungsreiche Show der Warkings und hinterließ ein glückliches Publikum mit allerletzten Ahu- und Ahoi-Rufen.
Setlist Warkings:
Ghengis Khan // Maximus // Odins Sons // Armageddon // Pirates and Kings (zusammen mit VOA) // Hephaistos // Warriors // Morgana’s incantation // Circle of Witches // Hangmen’s Night // Fight // Kings of Ragnarök // Live is life // We are the fire // Sparta // Gladiator
Bericht: Anne
Bilder: Matthias
Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:
- Band der Woche: Induction
- Konzertbericht: Warkings & Visions of Atlantis – Pirates and Kings, Columbia Theater Berlin 15.02.2026
- Konzertbericht: Schattenspiele 2026 – Der Hirsch, Nürnberg, 30.01.2026
- Wacken Open Air 2025 – der Bericht zum Samstag
- Festivalbericht: Rockharz, Samstag den 05.07.2025
- Festivalbericht: Rockharz, Donnerstag den 03.07.2025
- Konzertbericht: Temperance am 14.03.2025 im Colos-Saal in Aschaffenburg
- Konzertbericht: Eisheilige Nacht in Dortmund, 20.12.2024
- Konzertbericht: Eisheilige Nacht in Würzburg, 27.12.2024
- Konzertbericht: Visions of Atlantis Armada Tour 2024
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