Von Anfang Februar bis Anfang März tourten die Power-Metal-Krieger von Warkings und die Symphonic-Metal-Pirat*innen von Visions of Atlantis durch Deutschland sowie weitere europäische Länder. Am 15.02.2026 legte die „Pirates & Kings“-Tour im Berliner Columbia Theater einen Zwischenstopp ein. Mit im Gepäck war als Vorband die Heavy-Metal-Band Induction. Wir von Dark-Art waren vor Ort, um den Abend für euch mit Stift und Kamera festzuhalten.
Induction
Schon beim ersten Blick auf die Bühne fiel die ungewöhnliche Positionierung des Schlagzeugs der Vorband auf. Statt, wie üblich, mittig im hinteren Bühnenbereich zu stehen, war das Drumset in die linke Ecke gerückt worden. Der Grund dafür wurde später deutlich, als Visions of Atlantis ihre Bühnendekoration präsentierten. Zu diesem Zeitpunkt hatte noch ein verhülltes Objekt in der Bühnenmitte gestanden, vor dem sich Induction hatte arrangieren müssen. Zwar war das für die Band sicherlich nicht ideal gewesen, doch sie lieferte dennoch eine wirklich starke Show ab.
Der Auftritt hatte mit einem vor Pathos überquellenden Intro begonnen. Der Schlagzeuger Markus Felber hatte das Publikum zunächst allein mit der Bassdrum zum Mitklatschen animiert. Und dieses Klatschen, die emporgestreckten Fäuste und die geschwungenen Arme ebbten bis zum Ende des Sets auch nicht mehr ab. Als die übrigen Musiker die Bühne betreten hatten, entwickelte sich eine mitreißende Heavy-Metal-Performance. Besonders die Musiker Justus Sahlmann, Dominik Gusch und Tim Hansen, die beiden Gitarrist und der Bassist, überzeugten mit präzise einstudierten Choreografien an ihren Instrumenten, die mich bis zum Schluss begeisterten.
Musikalisch präsentierte die Band modernen, rasanten und technisch versierten Heavy Metal mit klarem, hohem Gesang und riffstarken Passagen, die förmlich zum Headbangen einluden. Ein weiteres Highlight waren die kurzen, pointierten Gitarrensoli, welche zu einem meiner Highlights wurden.
Zwischendurch hatte es zwei kurze Werbeblöcke für das neue Album Love Kills! gegeben, das zu Beginn der Tour veröffentlicht worden war. Das Publikum erhielt bereits einige Kostproben daraus. Besonders hervorzuheben war der Song Gods of Steel, der zu diesem Zeitpunkt noch auf keiner Streaming-Plattform verfügbar gewesen war. Wer ihn hören wollte, konnte dies ausschließlich live erleben oder sich für den Kauf des Albums entscheiden.
Den Abschluss bildete Queen of Light. Für deren letzten Akkorde holten der Gitarrist und der Bassist noch einmal alles aus ihrer Rock’n’Roll-Performance heraus: Die Instrumente wurden über dem Kopf gespielt und die Saiten mit der Faust bearbeitet, was ein beeindruckender Anblick und ein gelungener Auftakt für die beiden folgenden Bands war.
Setlist: Beyond Horizons // Dark Temptation // Love Kills! // Strangers to Love // Steel and Thunder // Gods of Steel // Queen of Light
Warkings
Das Schiff wurde zurück ins Trockendock geschoben, und stattdessen entstanden auf der Bühne die Hallen alter Krieger. Römische Standarten und spartanische Schilde am Schlagzeug kündigten das bevorstehende Konzert an. Um die Stimmung weiter anzuheizen, lief Manowar aus den Lautsprechern, und die Halle sang lautstark mit. Ich war dabei nicht der Einzige, der die Arme in der bekannten Pose über den Kopf hielt.
Die erste Figur auf der Bühne war nicht einer der untoten Helden vergangener Zeiten, sondern Hephaistos. Begleitet von einem epischen Videospiel-Soundtrack und einer Off-Stimme stellte er die einzelnen Charaktere vor. Die jeweiligen Musiker betraten nach ihrer Ankündigung die Bühne und warfen sich für die Besucher*innen kurz in Pose.
Vom ersten Moment an verwandelte sich die Halle in einen tobenden Hexenkessel: Das Publikum sprang, klatschte und entfachte einen wilden, gnadenlosen Moshpit. Eine derart rohe Energie hatte zuvor keine der anderen Bands heraufbeschworen wie Warkings.
Beim Song Odin’s Sons erschien schließlich auch Sängerin Morgana le Fay auf der Bühne, gekleidet in Leder, Fell und Knochen, und sang im Duett mit dem römischen Tribune. Während dieses Duetts entstand der bereits erwähnte Moshpit, der sich im darauffolgenden Song Armageddon in einen Circle Pit mit anfänglicher Identitätskrise verwandelte. Erst zu zwei späteren Zeitpunkten entwickelten sich daraus funktionierende Circle Pits, allerdings nicht ohne externe Unterstützung.
Passend zur Tour holten die uralten Kriegerlegenden für Pirates and Kings die Seefahrer*innen von Visions of Atlantis zurück auf die Bühne. Clémentine trug zu ihrem Dreispitz ein langes rotes Kleid. Gemeinsam mit ihren Gitarristen Dushi und dem Sänger Michele Guaitoli standen nun drei weitere Personen auf der Bühne, wodurch es schlagartig hektisch und unübersichtlich wurde. Die vier Sänger*innen interagierten untereinander und mit den übrigen Musiker, und an jeder Ecke der Bühne geschah etwas, sodass ich unmöglich alles gleichzeitig erfassen konnte.
Nach diesem Spektakel durfte eine Zuschauerin beim Song Warriors eine besondere Reise antreten. Hephaistos betrat die Bühne mit einem aufgepumpten Truckerreifen samt Griffen, in den eine freiwillige Besucherin gesetzt wurde. Sie wurde bis zur Bar getragen, sollte dort ein Getränk erhalten und anschließend weiter zum Tontechniker gebracht werden. Das war eine herzerwärmende Geste gegenüber der eigenen Crew. Für diesen Song hatte Sängerin Morgana ihre Lederfetzen gegen ein schwarzes Kleid getauscht und machte damit der Frontfrau von Visions of Atlantis in Sachen Outfitwechsel beinahe Konkurrenz. Für Kings of Ragnarök erschien sie schließlich noch einmal in einem weißen Kleid.
Ein humorvoller Moment war der Auftakt zum Cover von Live Is Life. Allein die Vorstellung dieser Furcht einflößenden Gestalten aus längst vergangenen Zeiten, die einen derart bekannten Popsong interpretierten, hatte ihren Reiz. Allerdings musste die Band den Song zweimal ansetzen: Das Publikum erkannte das Lied sofort und sang bereits begeistert mit, bevor die Musiker*innen richtig bereit waren. Daher wurde das Stück nach einer kurzen Ansage erneut gestartet.
Wie bereits erwähnt, erhielt der Moshpit etwas Unterstützung, um einen ordentlichen Circle Pit in Gang zu bringen. Bei We Are The Fire half Hephaistos mit seinem mächtigen Hammer nach, den er wild durch die Luft schwang, während die Besucher*innen um ihn herum liefen. Beim letzten Song des Abends, Gladiator, übernahmen zwei Crewmitglieder mit einer großen Flagge samt Bandlogo diese Rolle. Der Tribune stand dabei mit zwei Gladii auf der Bühne, was ein starkes und eindrucksvolles Schlussbild abgab.
Setlist: Warriors of the World United (Manowar-Song) (Intro) // We Are Warkings // Genghis Khan // Maximus // Odin’s Sons // Armageddon // Hephaistos // Warriors // Pirates and Kings // Morgana’s Incantation // Circle of Witches // Hangman’s Night // Fight // Kings of Ragnarök // Live Is Life // We Are the Fire // Sparta // Gladiator
Damit endete der Abend sowie dieser Tourabschnitt für Warkings und Visions of Atlantis. Ich empfand sämtliche Auftritte als äußerst unterhaltsam und freue mich bereits auf ein Wiedersehen mit den Musiker*innen.
Bericht: Maximilian
Bilder: Andreas Sperl
Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:
- Ankündigung: Visions of Atlanits – To the Brave, ’Til the Grave Tour 2026
- Band der Woche: Induction
- Konzertbericht: Visions of Atlantis und Warkings – Pirates & Kings over Europe, Music Hall Geiselwind, 21.02.2026
- Konzertbericht: Schattenspiele 2026 – Der Hirsch, Nürnberg, 30.01.2026
- Wacken Open Air 2025 – der Bericht zum Samstag
- Festivalbericht: Rockharz, Samstag den 05.07.2025
- Festivalbericht: Rockharz, Donnerstag den 03.07.2025
- Konzertbericht: Temperance am 14.03.2025 im Colos-Saal in Aschaffenburg
- Konzertbericht: Eisheilige Nacht in Dortmund, 20.12.2024
- Konzertbericht: Eisheilige Nacht in Würzburg, 27.12.2024
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