Kupfergold im Nachtleben. Manch einer hat hier vermutlich ein Déjà-vu. Mancher sogar ein doppeltes. War da nicht erst vor kurzem ein Kupfergold-Bericht hier auf der Seite von mir zu finden? Ja klar, das Konzert in Weinheim am 14.11. Nein, das ist nicht gemeint? Ach, dann wird es wohl das Konzert im April 2024 an selbem Ort und Stelle gewesen sein im Zuge der Lichtermeer Tour. An dem Ort, wo meine persönliche Liebe für diese Band begann. Also ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, noch mal dort aufzutauchen. Allerdings wurde mir in meinem Bericht von Weinheim an gewisser gurgelnder Stelle etwas Nüchternheit vorgeworfen. Das kann ich ja nicht auf mir sitzen lassen. Aber first things first, es gab ja auch noch eine Vorband. Die Punch Drunk Poets.
Punch Drunk Poets
Weder waren sie betrunken noch haben sie um sich geschlagen, aber Poeten sind sie. Nachdem, wie auch in Weinheim, Tortuga von Mr. Hurley & die Pulveraffen gespielt und mit gegrölt wurde, kamen sie auf die Bühne. Und auch wenn man beim ersten Lied denken konnte, dass sie doch irgendwie gepuncht haben, denn als während des Lied hohes Quietschen und plötzlich kein Ton mehr, außer dem Schlagzeug… doch dank In Ears, hat die Band nichts von mitbekommen, bis kurz vor dem Ende. Was sie nicht dran gehindert hat das Lied fertig zu spielen. Nachdem der Tontechniker vom Nachtleben etwas gearbeitet hat, ging es auch wieder. Dominik, der Bassist, fragte dann kurz „Sind wir jetzt drauf?“ was bejaht wurde und ihm dann dazu veranlasste zu sagen „Schön, den spielen wir nicht noch mal, den müsst ihr euch vorstellen“, was die Stimmung gleich auflockerte. Ging dann gleich mit Nachts im Micra weiter. Wie Paddy meinte, sind sie eigentlich eine Band, welche mit ihrer Musik in Kneipen auftreten, auch wenn sie schon seit 2011 Musik machen, und entsprechend seien sie übermäßig dankbar, dass schon so viele Menschen für die Vorband anwesend waren. Und ja, das Nachtleben war schon ziemlich voll. Für ein paar Lieder kam dann auch Svea, die Schwester von Dominik, auf die Bühne. Auf der einen Seite um die Band mit ihrem Akkordeon zu begleiten, aber auch mit ihrer wundervollen Stimme, wo sie der ganzen rauchigen Kneipe Gefühl noch mal eine sanfte Note gab. Was einfach eine sehr coole Kombination war und jeden begeisterte. Aber auch das Akkordeon beherrschte sie wunderbar, gab damit auch dem ganzen wiederum erst recht das Kneipen-Feeling. Das ganze Paket gab dem ganzen Abend ein perfektes Setting und man hatte das Gefühl schon im Goldenen Rammler zu sein. Was dadurch verstärkt wurde, dass PDP einfach eine Strophe vom selbigen Lied spielte.
Setlist Punch Drunk Poets: Junge Männer // Nachts im Micra // Großstadtvagabunden // Münster im Schnee // Sam // Planetarium // Dächer der Stadt // Klar Wie Glas // Bareknuckle // Luisenring
Kupfergold
Ok, es hieß, dass ich nüchtern von Bonnies Gurgeln erzählte. Man mag also was weniger nüchternes lesen, sondern mehr mitnehmend? Challenge Accepted!
Der Anfang wurde wieder mit einem großen Alarm gemacht, mit einem Fasan Alarm. Das Lied, bei dem ein jeder erst mal lernt, wie ein Fasan richtig macht. Und das Publikum spielte das Spiel wunderbar mit, der Fasanenschrei wurde der Band entgegen geschmettert und sie schmetterte zurück. Bevor es mit Grüner Drachen weiter ging, musste Eric erst mal eine Geschichte vom letzten Nachtleben Konzert erzählen. Das Nachtleben, welches ja an der Konstabler Wache in Frankfurt ist. Kaya Yanar Fans oder Frankfurt Kenner werden wissen was daran besonders ist, er redet genau davon, wenn er sein „Brauchsu“ erwähnt. Nun, also im Nachtleben, an der Konstabler Wache, ergab es sich beim letzten Konzert, dass Absolem sich einen Joint gedreht hatte, ihn auf seinem Mikro Ständer platzierte und kurze Zeit später eben genau dieser geklaut wurde. Und das, wo man nur ein paar Meter aus der Venue raus müsse, um kostengünstig an selbiges zu kommen. Einige erinnerten sich noch an die Situation und lachten herzlich darüber, aber auch die beim letzten Mal nicht anwesenden Fans musste lachen, sodass die eh schon lockere Stimmung noch lockerer wurde und es weiter gehen konnte. Aber leider mit einer schlechten Nachricht. Es gab keinen Met beim Metmeister. KEINEN MET! Eigentlich ein absolutes Unding. Aber der Metmeister hatte eine plausible Ausrede, er hatte sich den gelben Schein eingefangen. So also mussten die Fans zum ersten mal in der Geschichte des Liedes (O-Ton Eric, ob das stimmt? Wir glauben ihm mal!) auf die Metfläschchen und den Metmeister verzichten. Nun, wer wissen will, wie der Metmeister aussieht, was er macht, möge doch den Bericht aus Weinheim lesen. Auch musste diesmal auf die Murloc Impression verzichtet werden. Bonnie hatte bis dato noch keinen Äppler bekommen, mit welchem sie die Fans mit ihrem Gurgeln verzücken konnte. Der kam dann während dem Lied nach. Aber pah, langsam fing ich an der Aussage aus Weinheim zu glauben, dass die Kupfergold-Shows zwar durchgeplant seien, aber dadurch, dass sie so chaotisch sind, immer wieder anders seien. Immerhin funktionierten die Seifenblasen Anlagen mit dem Killernamen, den ich mir nicht aufschrieb und daher auch nicht merken konnte. Und natürlich erzählte Eric noch mal die Geschichte, dass sie die Fernbedienungen aus Versehen wegwarfen. Immerhin eine Konstante. Beim Goldenen Rammler schien sich Bummbummbasti dieses Mal besonders zu schämen für seinen Fehltritt, weil sein Solo besonders lange ging. Während Bonnie und Eric Quatsch machten, weil sie seine Taktik durchschauten. An einer Sache merkte man allerdings auch, dass es nicht ganz so warm war wie in Weinheim, den „Ausziehen! Ausziehen“ Rufen kam Flintstone diesmal nicht nach, auch wenn ihm „Ekelhaft“ von Bonnie entgegengeworfen wurde.
Ballade kommt von Ballern
Ja, das sagte sie zu Rammlerina. Und dass man doch seine Taschentücher aus dem Busen holen solle, weil es losgeht. Die Reaktionen waren gemischt, bzw. um es auf Hessisch zu sagen „Hä?“. Zur Erklärung, Bonnie war eigentlich noch etwas krank mit der Rüsselpest und hatte in ihrem Muschelbusen Taschentücher versteckt, um sie im Zweifel benutzen zu können. Was sie auch paar mal, freundlich weggedreht, machte. Aber zurück zum wichtigeren Geschehen, wie oft und wie Bonnie sich die Nase putzt ist ja nicht wichtig. Oder? ODER? Ich sag jetzt einfach mal ja. Wo sich Eric in Weinheim nicht sicher, wie man es nannte, wusste er es für Frankfurt wenigstens richtig, hier heißt es Fasching. Doch Kölner haben da kein Verständnis. Um Bonnie zu zitieren „Das heißt Karneval, bei meinem Arschwasser!“. Doch die Fans spielten nicht mit, ein freudiges „Karneval“ von ihr wurde lautstark mit einem „FASCHING“ gekontert. Für Flintstone war das Konzert auch ein besonderes, da er aus dem benachbarten Wiesbaden kommt. Und sein Chef war auch zu Gast. Welcher Flintstone gegenüber wohl behauptete, dass er Kupfer und Gold auswendig mitsingen könne… was Bonnie natürlich nicht auf sich sitzen lassen konnte und das Publikum befragte „Wer alles will, dass er auf die Bühne soll, um es zu beweisen, hebt die Hand“ … nun, wer hätte es anders gedacht, fast alle Hände gingen hoch. „Niklas, du hast noch so 20 Minuten“ gab Flintstone ihm als Warnung mit. Entweder war die Warnung, die Beschwörung des heiligen Cajón oder eine Unachtsamkeit bei Der Klügere kippt nach dem Effektgerät von Flintstone zu viel, denn es sorgte für ein Rauschen auf den In Ears der Musiker und dann einer Pause, damit er das Problem beheben konnte. Die Windows Masche „Einmal Neustart“ schien nicht zu helfen, also verschwand Flintstone von der Bühne, um ein Kabel zu holen. Währenddessen gab es also erst mal eine Werbepause, während Eric aus dem Publikum Bandshirts gereicht bekam, beschrieb Bonnie diese und das man sie doch oben beim Merch kaufen konnte. Also das dann fertig war, gab es noch eine Bass/Schlagzeug Impro, ein spontanes Prince Cover, mit Bonnie und dem Publikum, sowie einmal Hit me Baby one more time bei welchem Bonnie ihre eh schon als genial bekannte Stimme noch mal unter Beweis stellen konnte. Die Zeit reichte dann sogar für ein drittes Lied, I need a Hero … ach ne, I need an Äppler, welchem auch Folge geleistet wurde und ein Äppler von Theke zur Bühne durchgereicht wurde. Ericbetonte dann noch das offensichtliche „Das wird wohl das längste Konzert der Tour“, doch das schien niemanden zu stören. Als Flintstone dann endlich fertig war, gab er zur Entschädigung noch ein Solo zum Besten, bevor es dann endlich mit Zombie Malone weiter ging. Dann noch Lichtermeer, eine kurze Pause und dann die Zugabe, gestartet mit dem Lied, welches beweist, dass sie eine Metal-Band sind, weil die wertvollsten Metalle besungen werden (naja, eigentlich sind das andere, aber egal), nämlich Kupfer und Gold. Und Niklas kniff, auch wenn Flintstone von der Bühne rannte, um ihn zu holen. Und ja, eigentlich war ja der Kobold krank, doch ihr Tourmanager wurde überredet ihn zu vertreten und in die Menge zu springen. Doch nicht bevor Bonnie noch meinte „Und bevor wir ihn in eure Mitte lassen, soll ich sagen, dass er aus Offenbach kommt“, was mit einem direkten und lauten „BUUUUUUUH“ quittiert wurde. Und los ging die Jagd nach dem Kobold quer durchs Nachtleben, was dann am Ende zu einem kleinen Moshpit führte. Wie in Weinheim stürmte die Vorband, hier halt die Punch Drunk Poets die Bühne bei Es ist Obst im Haus. Zum Schluss durfte ich dann noch das Bild von Band mit Publikum machen, bevor dann nach ein dreiviertel Stunden die Show rum war. Und damit ungefähr 10 Minuten länger ging als die Show in Weinheim.
Setlist Kupfergold: Fasan Alarm // Grüner Drache // Und’n Tripper // Der Metmeister // Muschelbusen // Zum Goldenen Rammler// Rammlerina // Met Kasalla uss Valhalla // Rammlerbräu // Heiliger Bimbatz // Der Klügere kippt nach // Zombie Malone // Lichtermeer // SchwiMu // Kupfer und Gold // Koboldkeilerei // Medley // Es ist Obst im Haus
Bericht & Bilder: Thomas
Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:
- Konzertbericht: Eisheilige Nacht in Würzburg, 27.12.2025
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- Festivalbericht: Rockharz, Donnerstag den 03.07.2025
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