Release: 13.05.2022
Genre: Folk Metal, Epic Skaldic Metal
Spieldauer: 40:05
Label: Kalthallen Tonträger
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Tracklist:
- Beyond White Waters
- Under the Midnight Sun
- Into Eternity
- The Eternal Traveller
- Evermore
- Vem kan segla förutan vind
- A Lion Guards Our Names
- Soutbound
- To Those Long Forgotten

Nach der Ankündigung des dritten Albums von Ash of Ashes habe ich mir vorgenommen, die bisherigen Werke noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Nach Down the White Waters, diesem wogenden Epos aus Heldengesängen und hymnischer Kraft, folgt nun die Betrachtung des Nachfolgers Traces. Vier Jahre liegen zwischen den beiden Alben – vier Jahre, in denen Zeit genug war, die musikalische Richtung zu verfeinern, zu vertiefen oder vielleicht gänzlich neu zu denken. Die Frage, die sich mir stellte: Wird Traces den Pfad fortsetzen, den das Debüt einst beschritt – oder neue Wege beschreiten?
Das Intro Beyond White Waters greift nicht nur namentlich, sondern auch atmosphärisch die Fäden des Vorgängers auf. Es ist, als öffne sich noch einmal zum Vorgänger. Mit dem darauffolgenden Stück Under the Midnight Sun offenbart sich sofort ein deutlicher Wandel: Die Musik wirkt rauer, dichter, ursprünglicher. Rasante, scharfkantige Riffs durchziehen das Fundament, auf dem sich der tiefe, raue Gesang erhebt. Und immer wieder brechen kurze, klangvolle Passagen mit Klargesang hervor – wie Sonnenstrahlen, die durch das Dunkel brechen. Es ist, als hätte Ash of Ashes seinen epischen Kern bewahrt, aber mit einer neuen, urtümlichen Kraft angereichert.
Mit Into Eternity folgt ein Stück, das den neuen Kurs noch klarer umreißt. Die wuchtigen Drums, das kraftvolle Riffing und die spannungsvolle Atmosphäre verleihen dem Lied eine besondere Tiefe – vor allem im Zusammenspiel mit dem Klargesang, der durch den Kontrast erst recht erstrahlt. Es wirkt, als sei die Musik dichter geworden, kompakter und emotional aufgeladener.
The Eternal Traveler und Evermore bilden die Brücke zur ersten Hälfte des Albums. Beide Songs sind ruhiger im Aufbau, aber getragen von dieser ungebrochenen Epik, die Ash of Ashes so unverwechselbar macht. Hier erinnert das Album am stärksten an Down the White Waters – hymnisch, weit, mit majestätischem Gesang. Doch während das Debüt diese Stimmung beinahe durchgängig hielt, wechselt Traces deutlich dynamischer zwischen musikalisch hellen und dunklen Passagen.
In der Mitte des Albums steht das wunderschöne Vem kan segla förutan vind, ein ruhiger, folkig angehauchter Song, der als instrumentale Zäsur dient, ähnlich wie Springar beim Vorgänger, und ist für mich eine kleine Perle auf dem Album.
Mit A Lion Guards Our Names geht die musikalische Sagenreise in ihre kraftvollste Phase über. Rasende Riffs, druckvolle Rhythmen und ein mitreißender Wechsel zwischen Growls und melodischen Elementen machen das Lied zu einem der stärksten des Albums. Besonders der kurze ruhige Break verleiht dem Song Tiefe – wie ein Atemzug zwischen zwei Stürmen. Gemeinsam mit Southbound, meinem persönlichen Highlight des Albums, bildet es das Herzstück der zweiten Hälfte.
Den Abschluss bildet To Those Long Forgotten – ein würdiges, beinahe erhabenes Ende. Der Song knüpft in seiner Stimmung an Vem kan segla förutan vind an, ist aber durch den weiblichen Gesang und die choral getragenen Männerstimmen noch eindringlicher. Für mich ist dies einer der schönsten Albumabschlüsse, die ich in den letzten Jahren gehört habe.
Fazit
Traces trägt die Handschrift von Ash of Ashes unverkennbar weiter, aber es schlägt eine neue, kraftvollere Richtung ein. Der epische Ansatz des Vorgängers bleibt bestehen, doch er wird hier erweitert, vertieft und durch Black-Metal-Elemente ergänzt, die dem Gesamtbild mehr Schärfe, Ausdruck und Atmosphäre verleihen.
Wo Down the White Waters eine gleichmäßige, fast ununterbrochene Welle epischer Hymnen war, zeigt Traces deutlicher Kontraste. Besonders in Songs wie A Lion Guards Our Names und Southbound findet dieses neue Konzept seinen Höhepunkt.
Für Liebhaber von Atmospheric Black Metal mit folkigen und epischen Einflüssen ist Traces ein eindringliches, vielschichtiges Album, das sowohl zum Lauschen als auch zum Eintauchen einlädt. Für mich persönlich ist es der Beweis, dass Ash of Ashes längst nicht am Ende ihrer Schaffensreise angekommen sind, sondern sich erst am Anfang einer spannenden Entwicklung sind. Da bleibt nur abzuwarten, was das dritte, angekündigte Album zu bieten hat.
Mehr von Ash of Ashes bei Dark-Art findet ihr hier:
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