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Release: 24.01.2025
Genre: Stoner Goth
Spieldauer: 91 Minuten, 31 Sekunden
Label: Reaper Entertainment
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Tracklist:
Disc 1 – Twinfinity
1. Left My Way
2. Away
3. Seasons Of Black
4. Infinity
5. Tomorrow Not Today
6. Sleep
7. You
8. Nice Day to Die
9. No More Pleasure
Disc 2 – Infinity
1. Left My Way
2. Away
3. Seasons Of Black
4. Infinity
5. Tomorrow Not Today
6. Sleep
7. You
8. Nice Day to Die
9. No More Pleasure
End of Green starteten 1996 mit ihrem Stoner Goth in einer eigenen Nische. Ihr Debüt Infinity wurde von Nuclear Blast veröffentlicht. Die Band nannte ihren Stil „Depressed Subcore“. Metal, Rock, Goth und Alternative sind dabei.
30 Jahre später nahmen Michelle Darkness, Kerker, Hundi, Lusiffer und Sad Sir das Album neu auf. Sänger und Gitarrist Michelle Darkness erklärte:
„Ich wollte das Originalgefühl bewahren und in die Gegenwart bringen.“
Mit besserem Sound wollten sie die alten Songs so aufnehmen, wie sie immer klingen sollten – als Würdigung ihrer Anfänge. End of Green wurden älter und haben viel erlebt. Diese Neuaufnahme spiegelt das wider. Es fühlt sich an, wie alte Schulfreunde nach Jahrzehnten wiederzusehen. Keine andere Band klingt wie sie – damals wie heute. Seit über 30 Jahren erforschen sie menschliche Abgründe mit neun Studioalben und intensiven Konzerten.
Infinity bekam einen düsteren Zwilling: Twinfinity. Das Originalalbum liegt ebenfalls bei und hat seinen eigenen Charme behalten – es rumort mit dem speziellen Sog, der die Band bekannt machte. Sänger Michelle Darkness berichtet, dass mit Infinity die Reise von End of Green begann und dieses Album sein Leben prägte. Nicht verwunderlich, dass die Neuaufnahme eine emotionale Erfahrung für die Band ist und wahrscheinlich sein wichtigstes Album.
Wie klingt Twinfinity?
Die beiden Alben dauern zusammen 90:31 Minuten. Ich lernte End of Green als Vorband im Colos-Saal Anfang der 2000er kennen und verlor sie dann aus den Augen – zu schnelllebig die Zeiten, zu viele Veränderungen im Musikgeschmack. Umso gespannter bin ich auf mein heutiges Empfinden der Musik von Ende der 90er/Anfang der 00er Jahre. Ist es einfach nur die gute alte Zeit?
Ich finde es charmant, dass die alte Platte als zweite Disk wieder aufgelegt wurde; so kann man klarer Unterschiede hören. Sie hat etwas Ungeschliffenes an sich und wirklich ihren Reiz.
Der Einstieg ins gesampelte Album fällt schwerer; Gitarren und Gesang klingen, als wären sie in Moll gestimmt – alles wirkt düsterer, sperriger. Ich brauche einige Minuten, um mich einzuhören, doch ab dem zweiten Song Away bin ich wieder dabei, meine Melancholie wirft einen Anker aus. Das Absinken dessen dauert jedoch länger, da die See bei Seasons Black stürmisch ist – satte Gitarrenriffs, verzerrter Gesang tragen einen fort. Und dann kommt das Herzstück der Platte – Infinity.
09:17 min pure Emotionen in neuer Version! Der ursprüngliche Song dauerte nur 06:30 Minuten; jetzt spiegelt jede Sekunde dieser verlängerten Version die Weiterentwicklung wider – mein Highlight!
Infinity präsentiert ruhigere Gewänder, beginnt mit leisen Synthesizerklängen, gezupften Gitarren, und der Gesang erinnert stark an Type O Negative. Ich finde, besonders bei den ruhigen Tönen zeigt sich die Stärke und Einzigartigkeit der Band. Lieder wie diese verankern meine Melancholie. Es fühlt sich an, wie wenn man bei einem Sturm/Schneegestöber am Fenster steht und eine dampfende Tasse in der Hand hält, das Wetter beobachtend. Kennt ihr dieses heimelige Gefühl?
Dankbar für genau diese Lieder, denn genau das verbinde ich mit der Musik von End of Green: ruhig, getragen, mit tollem Text, teilweise zweistimmig gesungen und den Gitarren wie Wellen im Hintergrund.
Nice Day to Die bekommt im Sample ebenfalls mehr Zeit zur Entfaltung – nicht so intensiv wie Infinity, aber dennoch beeindruckend (ursprünglich 3:36/neu 4:25). Der Song klingt rockiger; diesmal stehen Gitarren im Vordergrund, während man auch hier Unterschiede bemerkt: In der Version von 2025 klingen sie runder, besser aufeinander abgestimmt, wobei der Sound von Gitarre, Bass, Drum, teils den Song dominieren und der Gesang nur kurzweilig übernimmt. Rockiger, düsterer und auch eine gute Abwechslung.
Fazit des Albums:
End of Green zeigen mit diesem Remake-Album, dass sie immer noch da sind und dass ihre alten Songs auch heute noch funktionieren. Mein Favorit ist und bleibt Infinity, das über neun Minuten lange Lied wird bestimmt so manches Buch als Hintergrundmusik untermalen!
Allen Fans des Goth-Rock kann ich diese CD wärmstens ans Herz legen, aber auch all jenen, die gerne entspannte Musik vor dem Kamin genießen wollen, zusammen mit einem dampfenden Getränk, guten Gesprächen und Freunden, ist diese CD genau das Richtige!
Mehr von End of Green bei Dark-Art findet ihr hier:
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