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Release: 25.08.2024
Genre: Depressive Black Metal
Spieldauer: 38:59
Label: Independent
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Tracklist:
- Melancholia Urgewalt
- Apotropaion
- Resilienz
- Ornament
- Prana
- Verhängnisdenkmal
- Serenade
- Broken Cross
- Tiefste Rast
Dieses Jahr auf dem Wolfszeit Open Air entdeckte ich die österreichische Band Weltenbrandt, die mich vom ersten Moment an in ihren Bann zog. Nur einen Tag nach dem Festival veröffentlichten die Musiker ihr zweites Album Transzendenz Schatten Romantik, und der Name weckte sofort meine Neugier. Romantik und Black Metal sind eine seltene Kombination, und ich war gespannt, ob diese romantischen Elemente auch in der Musik zu finden sein würden. Nun, nach dem Hören, möchte ich meine Eindrücke mit euch teilen.
Bereits der erste Track Melancholia Urgewalt zeigt, wie geschickt Weltenbrandt Black Metal mit romantischen und atmosphärischen Elementen verknüpfen kann. Kratzige Screams treffen auf Keyboard und Geige, was einen spannenden Kontrast erzeugt und die Struktur des Songs lebendig hält. Die eingängige Melodie, die sich durch das Stück zieht, blieb mir noch lange im Gedächtnis. Ein gelungener Einstieg und ein erstes Highlight. Zu diesem Song gibt es auch ein Musikvideo, das wir am Ende dieser Kritik verlinkt haben.
Der zweite Track, Apotropaion, der bereits 2022 als Single veröffentlicht wurde, verdeutlicht exemplarisch den Aufbau vieler Songs auf diesem Album: Aggressiv und druckvoll zu Beginn, wird die Stimmung plötzlich durch einen atmosphärischen, ruhigen Break unterbrochen. Die zweite Hälfte des Stücks besticht durch minimalistische Melodien, die eine melancholische Tiefe erzeugen. Ein meisterhaft gelungener Wechsel der Dynamik.
Das Album wird durch zwei kurze instrumentale Stücke in drei Teile gegliedert. Ornament und Serenade sind zarte Momente, die eine willkommene Pause bieten und den mittleren Teil des Sets wie zwei weiße Flügel einrahmen. In vielen Alben wirken solche Unterbrechungen störend, doch bei Transzendenz Schatten Romantik fügen sich die Instrumentalstücke nahtlos in das Gesamtwerk ein.
Der zentrale Abschnitt des Albums besteht aus Prana und Verhängnisdenkmal. Hier nehmen sich die Songs mehr Zeit, um komplexe Klanglandschaften aufzubauen, und die sanften Passagen wirken fließender und weniger abrupt als in den vorangegangenen Stücken. Dieser stilistische Wechsel ist äußerst gelungen. Während Verhängnisdenkmal sich intensiver und etwas unruhiger anfühlt, strahlt Prana eine harmonischere Ruhe aus.
Broken Cross markiert den harten und dichten Einstieg ins Finale des Albums. Es bietet einen weiteren dichten Black Metal Track, der erneut mit einem überraschenden Break aufwartet. Allerdings gehört dieser Song für mich zu den schwächeren auf einem ansonsten sehr starken Album. Der abschließende Track Tiefste Rast bringt das Album zu einem kühlen, aber kraftvollen Ende. Dichtes, kaltes Gitarrenspiel und eine bedrückende Atmosphäre hinterlassen einen bleibenden Eindruck.
Fazit:
Transzendenz Schatten Romantik überrascht mit einer intensiven Mischung aus Black Metal und romantisch-atmosphärischen Elementen. Die packenden Melodien, das virtuose Keyboardspiel und der Wechsel zwischen aggressiven und zarten Passagen machen dieses Album zu einem abwechslungsreichen und tiefgründigen Werk.
Das Keyboard spielt auf diesem Album eine zentrale Rolle und erinnert an die magischen Momente, die Dimmu Borgir in den 90ern mit diesem Instrument schufen. Doch im Gegensatz zu ihren norwegischen Kollegen verzichtet Weltenbrandt auf eine brutale, drückende Atmosphäre. Stattdessen setzt die Band auf eingängige, wiederkehrende Melodien und unerwartete Breaks, die eine dichte, fast hypnotische Atmosphäre schaffen.
Zusammengefasst: Weltenbrandt hat mich bereits live überzeugt, und dieses Album bestätigt, dass die Band einen spannenden und kreativen Weg eingeschlagen hat. Ich empfehle es allen, die dichte, atmosphärische Musik mit verspielten Details schätzen.
Mehr über Weltenbrandt bei Dark-Art findet ihr hier:
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