Release: 31.10.2025
Genre: Heavy Metal
Spieldauer: 50:14 Minuten
Label: Doc Gator Records
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Tracklist:
- Watch The World Go By
- Double Down
- Blood Will Have Blood
- Take It Slow
- Disconnected
- Thistleblower
- The Errorist
- Dead Sun Rising
- The Disease
- Round and Round
- One In Vermillion

Bereits am 31.10.2025 haben Harkon aus Nordrhein-Westfalen ihr Debütalbum Love and Vore in Zusammenarbeit mit Doc Gator Records veröffentlicht. Nach ihrer Debüt-EP Ruins of Gold im Jahr 2019 ist dies nun ihr erstes Studioalbum, Grund genug, sich das Ganze etwas genauer anzuhören. Hinter dem Namen Harkon verbergen sich vier erfahrene Musiker, die man u.a. von The Very End oder Night in Gales kennen könnte. Klappt man die CD auf trifft man zunächst einmal auf ein Zitat von Charles Bukowski und eine Erläuterung des Begriffs „Vore“: Dieser leitet sich vom lateinischen „vorare“ ab, das im Englischen mit „swallow“ oder „devour“ übersetzt werden kann. Bei einem genaueren Blick ins Booklet fällt sofort die hochwertige Gestaltung auf. Die Lyrics sind gut lesbar abgedruckt und stellenweise sind neben den Texten die Musiker abgebildet. Das Ganze macht also schon im Vorfeld neugierig auf die musikalische Vertonung dieser CD, also hinein ins Album:
Watch The World Go By
Der Opener beginnt ohne großes Intro und wir sind rasant drin im Song. Mit einem soliden Tempo und einer gewissen Schwere entsteht sofort ein professioneller Eindruck, die Stimme von Björn Gooßes ist markant und trotzdem melodisch, im Gesamtbild sehr gut zu hören. Schon hier fällt auch direkt das Gitarrenspiel von Volker Rummel auf, der ein souveränes Solo auf Lager hat. Gut abgestimmte Tempowechsel sowie ein eingängiger Refrain sorgen dafür, dass sich der erste Track schon beim ersten Hören einprägt und den Hörer auf die nachfolgenden Songs einstimmt. Zu diesem Song wurde außerdem ein Musikvideo auf Youtube veröffentlicht, das ich euch hier natürlich nicht vorenthalten möchte.
Double Down
Der zweite Song beginnt etwas schwungvoller, entwickelt sich dann aber zu einer weiteren soliden Mid-Tempo-Nummer. Lars Zehner an den Drums steigert den Song gekonnt in der Bridge und nach und nach lädt Double Down zum Headbangen ein. Im direkten Vergleich zum Vorgänger fehlt hier vielleicht etwas der Ohrwurmcharakter, was diesen Track aber keinesfalls schwächer macht. Hier haben wir ein gutes Beispiel für ein Lied, das mit weiterem Verlauf wächst und zum Ende hin immer mehr Spaß macht. Je länger man zuhört, desto mehr bleibt dann auch im Ohr hängen, so darf es gerne weitergehen.
Blood Will Have Blood
Mit einem technisch coolen Gitarrenspiel beginnt der nächste Track, der vom Schlagzeug untermalt wird. Björn setzt nun erst einmal deutlich melodischer ein und sorgt so für eine packende Atmosphäre. Allgemein setzen Harkon hier verstärkt auf eine spielerische Raffinesse, die Strophen sind deutlich „verspielter“ als bisher. Aber auch das steht dem Klangbild hervorragend und so kommt eine gewisse Abwechslung auf. Der Gesang besticht hier durch eine ordentliche Bandbreite, die Stimme von Björn kommt viel klarer und weniger rau durch die Kopfhörer, was für ein größeres Spektrum spricht. Insgesamt gibt es auch hier nichts zu meckern, Harkon bleiben ihrem Faden treu.
Take It Slow
Take It Slow macht zu Beginn genau das nicht, was draufsteht. Im Intro geht es schneller zur Sache, gerade Volker an der Gitarre liefert ordentlich ab. Doch dann hält der vierte Song doch, was der Titel verspricht, und wir haben hier eine schwere Walze. Die Strophen sind nun getragener, doch der Refrain bietet schon fast Hymnencharakter. Es entsteht eine drückende, düstere Atmosphäre, die allerdings super zur Geltung kommt und diesen Song zu meinem persönlichen Favoriten der ersten Vier werden lässt. Abwechslungsreich, mit den Übergängen an den richtigen Stellen. Man kann beim Hören etwas herunterfahren, ohne jedoch den Fokus zu verlieren.
Disconnected
Mit dem fünften Song wird das Tempo nun wieder angezogen und auch hier zieht sich der Faden des Albums weiter durch. Im Refrain bietet dieser Track erheblich mehr Mitmachpotenzial, eine Nummer, die sich auf jeden Fall einprägt und an manchen Stellen sogar etwas an HammerFall denken lässt. Im positiven Sinne natürlich. Ein weiteres Mal merkt man, was Harkon technisch zu bieten hat. Allgemein dringt der Sound sehr sauber in die Gehörgänge ein, ohne dass etwas überflüssig oder zu viel wirkt. Super abgemischt, das muss an dieser Stelle einfach mal erwähnt sein.
Thistleblower
Im Anschluss wartet ein kurzes, akustisches Intro, das sehr schnell in die gewohnte Härte übergeht. Auch Song Nummer sechs steht seinen Vorgängern in Nichts nach und kommt genauso intensiv daher. Harkon bleiben ihrem Stil weiterhin treu und gehen keine Experimente ein. Das Tempo wird hier doch mal wieder etwas herausgenommen und wir hören die Akustikgitarre ein weiteres Mal. Wir bekommen erneut ein starkes Solo serviert, das sich nahtlos an die bisherigen Soli anschließt, und auch der Übergang ins Finale sitzt perfekt.
The Errorist
Hier wartet nun der längste Song des Albums auf uns und dieser startet erstmal wesentlich langsamer als bisher. The Errorist mutet schon fast als Ballade an, Björns gefühlvoller Gesang wird von den Instrumenten untermauert und auch dieser Track nimmt zunehmend an Fahrt auf, ohne jedoch zu schnell zu werden. Der Balladencharakter bleibt bestehen und so erzeugt die Band hier schon fast eine dramatische Atmosphäre. Anders als die bisherigen Songs wirkt dieser nun um einiges schwerer, im Gesamtbild aber nach Take it Slow auf jeden Fall am stärksten. Das ist doch eine schöne Überraschung, die die Band von einer etwas anderen Seite zeigt.
Dead Sun Rising
Wir biegen auch schon auf die Zielgerade des Albums ein und Dead Sun Rising hält einen sehr klassischen Heavy Metal Sound bereit. Hier klingt der Mix nicht ganz so sauber, wie zuvor, doch der Song geht trotzdem gut ins Ohr. Die Gitarre dominiert hier den Klang und hebt sich auch etwas über den Gesang. Trotz des leichten Wandels ist diese Nummer durch und durch Harkon, man findet viele der bekannten Stilmittel wieder. Kurz vor dem Solo kehrt die Akustikgitarre zurück und sorgt für einen kleinen Überraschungsmoment. Auch wenn Dead Sun Rising vielleicht kein Ohrwurm wird, ist es in jedem Fall mehr als nur ein Füller.
The Disease
Und auch The Disease kommt mit einem akustischen Intro um die Ecke, das Björn mit einer überraschend tiefen Stimmlage begleitet. Im Anschluss bekommen wir wieder den Harkon-typischen Sound serviert, ein weiterer Song im mittleren Tempo mit einer gewissen Eingängigkeit. Das immer wiederkehrende „Down“ im Text prägt sich schnell ein und lässt sich schon beim ersten Hören einfach mitmachen. Zum Ende hin wird der Song etwas progressiver und die Strukturen klingen um einiges komplexer. Das spricht einmal mehr für die musikalische Qualität, die sich hier verbirgt.
Round and Round
Ein vorletztes Mal geht es also rund. Hier haben wir ein weiteres Mal die gekonnten Tempowechsel zwischen Strophe, Bridge und Refrain. Auch hier lassen Harkon eine düstere Stimmung aufkommen, die in den Strophen ein wenig klarer wird. Sie bleiben ihrem Stil treu und vereinen die Grundhärte mit allerlei Atmosphäre und Melodie. Die bereits erwähnten Wechsel verpassen diesem Song Leben. Ähnlich wie zuvor bei The Disease besticht die Band mit ihrer Spielweise und den Arrangements der Instrumente.
One In Vermillion
Da sind wir auch schon am Ende des Albums angekommen. One In Vermillion könnte man als gelungenen Abschluss bezeichnen, denn dieser Song fasst nochmal alles zusammen, was wir bisher hören durften: Härte, Melodie, Atmosphäre und das Potenzial, im Gehör hängen zu bleiben. Am Ende des Albums verzichten Harkon erneut auf Experimente und bleiben auch am Schluss ihrer Linie treu. Alle vier Mitglieder rufen ihr Können voll ab und sorgen somit für einen letzten bleibenden Eindruck.
Love and Vore ist alles in allem vielleicht nicht das abwechslungsreichste Album, aber es macht Spaß, zu hören. Harkon bleiben ihrem Stil durchweg treu und liefern genau das, was man schon am Anfang bekommt. Dadurch, dass sich viele Muster wiederholen, liegen die Songs ziemlich gleichauf und es ist mir kaum möglich, einen klaren „Übersong“ zu definieren. Aber braucht es das überhaupt? Im Falle dieses Albums für mich gar nicht mal so sehr. Als Debütalbum ist das ein wirklich souveräner Auftakt, da kann man gespannt sein, was wir in Zukunft von Harkon noch hören werden.
Mehr von Harkon bei Dark-Art findet ihr hier:
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