Wo beginnt das Rockkonzert und ab wann wird es eine Oper? Wie lange wahrt das hochgeschätzte Auditorium die Contenance und wann bricht der Moshpit los?
Bei Coppelius trägt das Publikum Frack und Gehstock, Spitzenkleid und Fächer, und wird so Teil der Darbietung.
Die Herren Coppelius selbst spielen in Gehrock und Zylinder auf klassischen Instrumenten – doch Cello, Klarinetten und Kontrabass klingen nicht wie im Orchester.
Stattdessen fliegt der geneigten Hörerschaft hier ein knallhartes Rock-Brett um die Ohren.
Da sich gerade ein neues Album von Coppelius ankündigt, wird es auch neue Stücke zu hören geben. Neben coppelianischen Lieblingsliedern und lang nicht gehörten Überraschungen.
Coppelius sind die einzige Band, die sich im 21. Jahrhundert noch einen Butler leistet. Dieser leitet durch den Abend, singt, bedient die Herrschaften auf und vor der Bühne und verliert manchmal dabei auch selbst die Contenance.
Wenn dann nach dem Konzert alles in Fetzen und Trümmern liegt, strömen Musiker und Publikum gleichermaßen beglückt in die Nacht hinaus.
Heilsam.
Coppelius
Seit 229 Jahren ist Coppelius auf den Bühnen unterwegs. Oder so ähnlich, behauptet jedenfalls die Band selbst. Und genau so treten sie auch auf. Coppelius verbindet kammermusikalische Instrumente wie Cello, Kontrabass und Klarinetten mit der Energie von Rock und Metal und erschafft damit einen eigenwilligen Stil, der weder nostalgisch noch rein experimentell wirkt. Die Band tritt in viktorianisch anmutender Kleidung auf und pflegt ein bewusst überzeichnetes Steampunk-Image, das ihre Musik in ein eigenes kleines Universum einbettet. Ihre Mitglieder schlüpfen in fiktive Rollenfiguren, die angeblich seit Jahrhunderten existieren, was den Konzerten eine theatralische Note verleiht. Trotz dieser verspielten Inszenierung bleibt die musikalische Umsetzung handwerklich solide und oft überraschend kraftvoll. Live wirken Coppelius wie eine Mischung aus Rockband, Theatertruppe und kurioser Zeitreisegesellschaft, unterstützt von einem Butler, der Teil des Bühnengeschehens ist. Die Band nutzt pseudowissenschaftliche Begriffe wie „galvanische Amplifikation“, um ihren lauten, gitarrenlosen Sound humorvoll zu erklären. Insgesamt entsteht ein Konzept, das sich selbst nicht zu ernst nimmt, aber ernst genug ist, um künstlerisch zu funktionieren. Coppelius bewegt sich damit in einem Zwischenraum aus Ironie, Tradition und moderner Wucht.
Und hier spielen die Herren von Coppelius:
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26.02.2026 Berlin, Frannz-Club
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27.02.2026 Frankfurt am Main, Das Bett
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28.02.2026 Osnabrück, Lagerhalle
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16.04.2026 München, Backstage
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17.04.2026 Nürnberg, Hirsch
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18.04.2026 Kaiserslautern, Kammgarn
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28.12.2026 Annaberg Buchholz – Alte Brauerei

Mehr von Coppelius bei Dark-Art findet ihr hier:
- Wacken Open Air 2025 – der Bericht zum Donnerstag
- Ankündigung: Wacken Open Air 2025
- Festivalbericht Rockharz Open Air 2024, Samstag den 06.07.2024
- Amphi Festival Tag 2: Der Sonntag
- Coppelius Jubiläumskonzertreise 1803-2023 – Das Bett Frankfurt – 02.03.2023
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- Wacken Open Air 2019 – Die Bilder vom Donnerstag
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