Konzertbericht: Feuerschwanz – Knightclub, Music Hall Geiselwind, 15.03.2026

Am Sonntagabend, dem 15. März, versammelte sich eine erhebliche Menge an Besuchern auf dem Gelände vom Strohhofer in Geiselwind. Der Grund: Feuerschwanz machten Halt in Franken auf ihrer Knightclub Tour 2026! Doch nachdem sich die Ticketverkäufe für die Eventhall nicht ausgezahlt hatten und die Music Hall nebenan verfügbar war, wurde das Konzert am Tag vor dem Konzert in die andere Venue verschoben. Dafür strömten die Besuchermassen in die Music Hall ein und machten die Sache zu einer kuscheligen Angelegenheit. 

Miracle of Sound

Bevor es jedoch mit Feuerschwanz losgehen sollte, eröffneten Miracle of Sound den Abend. Und da diese Band noch einigen nicht geläufig ist, möchte ich sie in wenigen Worten vorstellen. Miracle of Sound entstand 2011 als Studioprojekt des irischen Musikers Gavin Dunne, der für sich eine besondere Sparte gefunden hatte: Songs über Videospiele zu schreiben und online zu veröffentlichen. Das brachte ihm über die letzten Jahre Millionen Aufrufe auf diversen Plattformen ein, doch der Schritt zum Live-Auftreten erfolgte erst 2025 mit einer eigenen Europa-Tour. Die Verbindung zu Feuerschwanz ist jedoch schon etwas älter, denn die Band lud Gavin 2024 zu ihrem Jubiläumskonzert ein, um gemeinsam Valhalla Calling zu performen. Gleichbedeutend war die Einladung auf die Tour keine große Überraschung. 
Mit seiner Liveband zusammen ging es auf Tour mit einem Set, das im wesentlichen einen kleinen Auszug aus ihrem Live-Programm des vergangenen Jahres darstellte, welches sich auf Fan- und Bandfavoriten konzentrierte. Den Anfang machten sie jedoch mit Deceiver, einem Stück, das erst im Sommer 2025 seine Prämiere feierte und mit einer dichten Atmosphäre und Härte den Abend eröffnete. Gráinne Mhaol, Queen of Pirates als erstes Stück basierend auf irischen Sagen und Geschichten, dagegen bot musikalischen Kontrast: Als eher flottes und tanzbares Stück kam es auch bei der Crowd direkt gut an. Insgesamt bot die Songauswahl keinen Querschnitt durch das Schaffen des Künstlers, sondern eine überlegt ausgewählte Liste an Songs, die beim Publikum ankommen würden, und ich würde behaupten, das haben sie auch damit erreicht. Sirona, ein weiteres Lied, welches auf der keltischen Göttin basiert, bot mit seinem Tempo und Sprachwechseln dem Publikum zum Stillwerden ein. All as One hingegen ist ein eingängiges Lied, welches dem Publikum auch ohne weitere Hintergründe zu kennen oder zu verstehen gefallen konnte. Bei einem Lied überließ Gavin seiner Live-Band die Bühne, genauer gesagt für die Power-Ballade Whatever Comes Our Way, bei der Keyboarderin Pepa vor allem mit ihrer grandiosen Stimme glänzen konnte. Aber was wäre ein Konzert ohne Mitsingmomente? Der Chorus von Skål bot sich dafür an, denn dieser ist so einfach wie auch effektiv – eben nur dieses eine Wort, das das Publikum auf Kommando ausrufen sollte, und dies klappte auch super. Weiter mit dem Lied Beneath the Black Flag durfte sich das Publikum weiterhin am Gesang beteiligen, und auch dabei war das mit dem Jo-Ho, Jo-Ho recht einfach und für jeden machbar, was auch super klappte, bevor es zum Finale des Auftritts zum Song übergehen sollte, den eigentlich jeder im Publikum schon kannte. Perfekt eingesungen, musste man dem Publikum auch nicht mehr erklären, dass sie bei Valhalla Calling mitsingen sollten, das taten sie schon automatisch und halfen dabei, einen grandiosen Abschluss des Sets einzuleiten. 

Setlist – Miracle of Sound: Deceiver // Gráinne Mhaol, Queen of Pirates // Ode to Fury // Sirona // All as One // Whatever Comes Our Way // Skål // Beneath the Black Flag // Valhalla Calling

Feuerschwanz

Nach einer halben Stunde Umbau ging es dann auch mit Feuerschwanz weiter. Als Feuerschwanz die Bühne betraten, verwandelte sich die ohnehin schon warme Music Hall endgültig in einen kleinen Heizofen. Die ersten beiden Songs Drunken Dragon und SGFRD Dragonslayer wurden von so viel Pyro begleitet, dass die Hitze spürbar durch die Reihen, bis ganz nach hinten drückte. Das Publikum war jedoch sofort drin und die Band hatte keine Mühe, die Stimmung weiter hochzuziehen.

Mit Knightclub folgte einer der Publikumsfavoriten, inklusive der ikonischen Knightclub‑Brillen, die es am Merch‑Stand zu kaufen gab. Ursprünglich mit dem Sänger von SDP entstanden, funktionierte der Song auch ohne Gast perfekt und brachte die Crowd in Bewegung. Statt dem Bastard von Asgard gab es den Bastard von Franken, was beim Publikum mit einer ordentlichen Schippe Humor aufgegriffen wurde und von den Stimmen in Geiselwind mitgesungen und zelebriert wurde. Die Stimmung blieb durchgehend hoch, auch wenn die Halle inzwischen so warm war, dass man sich stellenweise fast wie in einer Sauna mit Gitarren fühlte. Für das Stück Name der Rose verließ der Hauptmann die Bühne und übergab für dieses Stück das Mikrofon alleinig an seinen Kollegen Hodi, der dieses mit der Instrumentalfraktion alleine spielte. Zu Testament traten die Schildmaiden in Nonnenkostümen auf die Bühne, was den theatralen Charakter des Songs noch einmal unterstrich und dem Ganzen Tiefe verlieh. Nach alldem folgte ein Stück über den wohl wichtigsten Charakter aus der Herr der Ringe Welt, genauer gesagt Samweis, dem Feuerschwanz mit Sam the Brave ein eigenes Lied spendierten, das natürlich auch beim Publikum super ankam. Nach dem Lied stand die Band auf einmal nicht mehr auf der Bühne, sondern ganz woanders: am FOH. Feuerschwanz haben den Trend der B-Stage aufgegriffen und nutzten diesen auch für einen kleinen Akustikblock, den alten Zeiten auf Mittelaltermärkten zu Ehren. So folgte ein Medley oder kurzer Akustik-Block bestehend aus Metfest, Hurra Hurra die Pest ist da, Name der Rose und Das niemals endende Gelage, welches der Hauptmann, Hodi und Johanna für und mit dem Publikum zelebrierten. Und im Anschluss, nicht nur um den Dreien genug Zeit zu bieten, zur Bühne zurückzukommen, sondern auch weil es spaßig ist, spielte Rollo ein Drumsolo. Nicht nur konnte er dabei seine Drum-Skills zeigen, die in einem Bandkontext leicht untergehen können, sondern auch Taking the Hobbits to Isengard einbauen und damit unfassbaren Jubel ernten. Mit Metnotstand im Märchenland und Die Hörner Hoch ging es auch nochmal mit zwei Partyhits an den Start, bevor sich der Abend so langsam dem Ende zuneigen sollte. Zu Feier des Tages tauchte bei Dragostea Din Tei Schildmaid Yennefer im Schlauchboot auf und ließ sich über die Menge tragen, bevor dann zum Ende des Songs die Band die Bühne verließ. 

Doch nachdem Zugaben zu Konzerten dazugehören, wie der Metstand auf den Mittelaltermarkt, sollte es noch einmal für eine Handvoll Songs zurück auf die Bühne gehen. So schlossen dann Feuerschwanz den Abend nochmal mit drei weiteren Krachern: Valhalla,  Rohirrim und Das Elfte Gebot

Setlist – Feuerschwanz: Drunken Dragon // SGFRD Dragonslayer // Memento Mori // Untot im Drachenboot // Knightclub // Bastard von Asgard (Bastard vom Franken – Edition) // Name der Rose // Ultima Nocte // Kampfzwerg // Testament // Sam the Brave // Metfest (Akustik) // Hurra Hurra die Pest ist da (Akustik) // Name der Rose (Akustik) // Das niemals endende Gelage (Akustik) // Drum Solo / Taking the Hobbits to Isengard //  Metnotstand im Märchenland // Die Hörner Hoch // Dragostea Din Tei (O‑Zone Cover) // Valhalla // Rohirrim // Das Elfte Gebot

Fazit: 

Feuerschwanz sind eine Band, die in den letzten Jahren eine massive Entwicklung gemacht haben, ernster, fantastischer und teilweise härter wurden. Und so ist es auch ganz natürlich, dass diese Band vorwiegend ihr neues Material spielt. Allerdings hätte man den Akustikblock gut nutzen können für ein paar richtig alte Stücke, damit Hurra Hurra die Pest ist da, nicht so alleine dastand. Dies ist jedoch Meckern auf hohem Niveau. Ein kleines Schmankerl gaben es auch noch beim Verlassen der Halle, dort unterhielt ein Dudelsack-Spieler noch eine gute Weile lang die Besucher.

Bericht und Bilder: Roksana

 

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Roksana Helscher, Fotografin und Redakteurin. Seit 2016 bei Dark-Art dabei, ein Teil der Chefredaktion und das Mädchen für alles. Seit meinen ersten Konzertfotografie-Gehversuchen in 2011 bis heute unterwegs und versuche das Geschehen auf großen und kleinen Bühnen zu dokumentieren.

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