Konzertbericht: Saltatio Mortis – Staub und Schatten Burgentour, Ehrenhof des Residenzschlosses Rastatt, 02.07.2026

Am 02. Juli 2026 machte die Staub und Schatten Burgentour von Saltatio Mortis Halt im Ehrenhof des Residenzschlosses Rastatt. Bereits ab 18:30 Uhr  strömten die Besucher in den Innenhof der beeindruckenden Barockanlage. Fans in Bandshirts, Mittelaltergewandungen und Kutten nutzen die Zeit bis Konzertbeginn, um sich mit Getränken, die in Festivalbechern mit verschiedenen Designs von Saltatio Mortis serviert wurden, zu versorgen, Merchandise zu entdecken oder sich gemütlich im Schatten aufzuhalten.

Hohe Flammen loderten im Hof des Residenzschloss Rastatt

Pünktlich um 19:30 Uhr fiel der bunte Vorhang und Frontman Jörg Roth alias Alea der Bescheidene preschte zu dem ersten Song, Ich habe keine Angst, den Laufsteg nach vorne, dem Jubel und Klatschen der Fans entgegen. Auch El Silbador, Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein, Till Promill und Bruder Frank gesellten sich, gemeinsam oder einzeln, der Reihe nach nach vorne und hießen ihre Fans strahlend willkommen. Mit Aleas typischem Charme und Humor und seiner unerschöpflichen Energie wusste er, das Publikum zu animieren. Springen, Mosh- und Circelpits gehören bei einem Konzert von Saltatio Mortis definitiv ins Programm, wie auch dieser Auftritt zeigte.

Als zweites Lied folgte ein Klassiker: Wo sind die Clowns vom Album Zirkus Zeitgeist, der auch nach über zehn Jahren immer noch gute Laune verbreitet. Die bunte Lichtershow dazu erinnerte zusätzlich an eine Manege im Zirkus. Zu Brunhild teilte sich die Bühnenbeleuchtung in blau und rot und Alea lieferte eine beeindruckende Choreografie mit einer der zwei Showgirls ab, nahm sie auf die Schultern und drehte die junge Dame, während er sang. Sie verkörperte Brunhild und deren tragische Liebesgeschichte.

In der Einleitung zu Odis Raben forderte Alea: „Nehmt mal den ganzen Mist, der diese Woche auf eurem Herzen gelegen hat, den ganzen Scheiß, der auf euren Schultern liegt, nehmt das alles zusammen und schreit es in den Himmel. 1! 2! 3!“ Laute Schreie erfüllten das Innere des Schlosshofes.

Dem Publikum akustisch ganz nah

Danach fiel plötzlich ein grauer Vorhang, auf dem dunkle Berge und Wolken zu sehen waren, während sich ein künstlicher Steinbogen mit mystischen blau leuchtenden Symbolen mit Luft füllte und sich emporhob. Alle sechs Bandmitglieder versammelten sich auf dem vorderen Teil des Laufstegs und wurden vom Publikum klatschend und dem typischen Ruf „Saltatio – Mortis!“ erneut empfangen. Auch Jean Méchant, der sonst hinter dem Schlagzeug saß, kam mit der Davul-Trommel nach vorne und Till hatte zu einer Akustikgitarre gewechselt.

Es folgte eine Anmoderation zu Der Himmel muss warten von Alea, die wohl den meisten momentan aus der Seele spricht: „So bescheuert wie die Welt gerade ist, kann man sich im Traum nicht ausmalen. Aber deshalb ist es so wichtig, dass wir solche Abende hier nutzen und einfach den ganzen Scheiß mal hinter uns lassen. Wir laden euch ein, heute Abend mit uns alles zu vergessen und zu feiern, als ob es kein Morgen mehr gäbe.“ Und genau so wurde der ganze Abend zelebriert.

Mit dem wohl bekanntesten Trinklied aus der Mittelalterszene, Was wollen wir trinken, verteilte Saltatio Mortis eine Flasche ihres selbst hergestellten Skaldenmets unter dem Publikum, und die Becher füllten sich in den vorderen Reihen.

Keltische Düsternis mit hüpfendem Drachenboot

Damit war der akustische Teil vorbei und die Stimmung wechselte zu mystischer Dunkelheit in grünem Licht mit Pray to the Hunter. Alea trug einen grauen zerschlissenen Umhang mit Kapuze, der Vorhang, der zuvor den hinteren Teil der Bühne verdeckte, fiel hinab und gab wieder die Sicht auf die ganze Bühne frei. Die Feuerschalen entzündeten sich und ein Funkenregen setzte zu Ich schrei deinen Namen in die Nacht ein. Als hätte sich Saltatio Mortis mit dem Wetter abgesprochen, zogen Wolken auf und verliehen der mystisch keltischen Stimmung auf der Bühne zusätzliche Düsternis, während Alea zu My Mother Told Me sein Drachenboot bestieg und die Fans ihn auf seiner Fahrt durchs Publikum ordentlich durchschaukelten. Zurück auf der Bühne ging es nahtlos über zu Valhalla Calling.

Nostalgie der Vergangenheit und überraschende Live Premiere

Fans, die schon lange dabei sind und Saltatio Mortis schon mal auf dem MPS gesehen hatten, wurden bei den nächsten zwei Songs an diese märchenhafte Zeit und die Anfänge der Band zurück erinnert. Mit Mittelalter aus dem Album Brot und Spiele von 2018, sowie bei Uns gehört die Welt aus dem Album Aus der Asche (2007), dem ältesten Song des ganzes Sets, fühlten sich langjährige Fans wieder jung.

Danach meldete sich Jean hinter dem Schlagzeug mit einer großen Überraschung: „Wir würden für euch Verrückten hier in Rastatt heute eine Weltpremiere feiern. Habt ihr Bock drauf?“ Das Publikum reagierte mit großer Zustimmung. „Das Gute ist“ ,so sprach Jean weiter, „wir können den Song genauso wenig spielen, wie ihr ihn schon mitsingen könnt. Das kann nur genial werden, oder ganz schlimm peinlich. Wer ist bereit für peinlich!?“ Alea erklärte dazu noch, dass der neue Song Tanz der Tausend Klingen davon handle, wie es ist, in einen Raum zu gehen, wenn man weiß, dass einem alle darin ans Leder wollen und keiner einem was Gutes will, man aber trotzdem weiter geht und nicht aufgibt. Der Song kam so gut rüber, niemandem wäre aufgefallen, dass Saltatio Mortis den Song vorher nicht geprobt hatten,wenn sie es nicht zuvor gesagt hätten.

Circle Pit mit Alea und der Feuerbringer

Zu Vogelfrei gab es wieder eine besondere Sporteinheit. Das Publikum wurde dazu aufgefordert, eine große Fläche vor der Bühne frei zu geben, um sich auf den Circle Pit vorzubereiten. Für diesen gesellte sich auch Alea zur Menge und befeuerte diese zusätzlich, tanzte und rannte mit den Fans im Kreis herum.

Eine besonders schöne Ansprache von Alea gab es dann zu Prometheus: „Wir hätten uns nicht träumen lassen, dass es dahin geht, wo wir heute stehen. Vielen, vielen Dank für euren Support, für 26 Jahre Wahnsinn, dankeschön! Und wisst ihr, was uns immer weiter getragen hat, egal wie scheiße es war? Euer Licht, euer Feuer!“ Selbst nach all den Jahren und dem großen Erfolg, den Saltatio Mortis erreicht hat, danken sie bis heute ihren Fans.

Danach verließ die Band die Bühne, doch dem Publikum dürstete natürlich nach mehr. Rufe wie „Zugabe!“ und „Saltatio Mortis!“ erfüllten den Innenhof des alten Schlosses, und die Spielleute ließen natürlich nicht lange auf sich warten. Alea hatte sich für die letzten zwei Songs in ein chices weißes Outfit mit silbernen Verzierungen gekleidet, die Flammenwerfer setzten ein und es ertönte Finsterwacht. Traditionell wurde das Konzert wie immer mit dem Spielmannschwur beendet. Flammen, Lichtershow und Funkenregen ließen das Gelände aufleuchten. Ein kleiner Mosh Pit in der Mitte setzte ein und Alea stand am Wellenbrecher und reichte den Fans die Hand.

Fazit: Ein absolut großartiger und mitreißender Auftritt, für „alte Hasen“ ebenso, wie für neue Fans. Wer nicht dabei war und jetzt Lust hat, die Burgentour Staub und Schatten zu erleben, oder noch einmal dabei sein möchte, hat dieses Jahr noch bis Anfang Oktober die Gelegenheit.

Setlist: Ich habe keine Angst // Wo sind die Clowns // Brunhild // Große Träume // Loki // Odis Raben // Der Himmel muss warten // Was wollen wir trinken // Pray to the Hunter // Ich schrei deinen Namen in die Nacht / My Mother Told Me / Valhalla Calling // We Might Be Giants // Mittelalter // Uns gehört die Welt // Tanz der Tausend Klingen // Vogelfrei // Keine Regeln // Prometheus // Für immer jung // Finsterwacht // Spielmannsschwur

Bilder und Bericht: Kati

Mehr von Saltatio Mortis bei Dark-Art findet ihr hier:

Schreibe den ersten Kommentar

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*