An einem Freitagabend im Januar verspricht es mit Winter Storm over Europe kein frostiger, sondern ein heißer Konzertabend in der MusicHall in Geiselwind zu werden. Auf ihrer Tour quer durch Europa geben sich die finnischen Metal-Giganten Ensiferum die Ehre, und sie sind nicht allein gekommen. Zusammen mit Freedom Call und Dragony, wollen sie ein stürmisches Metal Fest veranstalten.
Pünktlich zum Einlass um 18 Uhr formiert sich eine Zuschauerschlange am Einlass und der Saal füllt sich nach und nach.
Ausverkauft ist die Show heute Abend nicht, doch die MusicHall ist, auch auf der Empore, gut gefüllt. Im Publikum formiert sich eine ausgewogene Mischung von Fans aller drei Bands, wie man gut an den Shirts erkennen kann.
Dragony
Als das Intro zum Auftakt von Dragony erklingt, mitdirigiert vom Mann hinter dem Schlagwerk, ist die Halle zwar noch nicht ganz gefüllt, doch die Stimmung unter den Fans ist direkt euphorisch und zum ersten Song Twilight of the Gods wird sofort kräftig mitgeklatscht. Anmoderiert wurde das erste Lied des Abends von Sänger Siegfried Samer, der kurz darauf gesangliche Unterstützung von Neuzugang Maria Nesh erhielt.
Die österreichischen Power Metaller sorgen mit ihrem melodischen und doch kraftvollen Sound für den perfekten Einstieg. Allerdings performen sie an diesem Abend in stark verminderter Mannschaftsstärke, denn die Grippewelle hat ihren Tourbus fest im Griff. So fehlte Schlagzeuger Chris bereits am Vortag und wird heute durch den Nürnberger Dario Trennert ersetzt, der über Nacht die komplette Setlist einstudiert hat und eine perfekte Show abliefert. Auch sonst sieht es auf der Bühne etwas leer aus, ohne Keyboard und Bass. Hierzu gibt es jedoch keine weitere Info von der Band.
Trotz aller Widrigkeiten ist es ein gelungener Einstieg von Dragony und besonders Sängerin Maria brilliert mit ihrem gekonnten Wechsel von melodischem Gesang und gut platzierten Screams. Auch optisch überzeugt sie nicht nur mit ihrem durchgestylten Look, sondern auch mit einer gekonnten Ribbons Performance mit einem leuchtenden LED-Feuerdrachen beim Gitarrenpart von The untold Story. Mit Beyond the Rainbow Bridge endet das erste Set des Abends.
Setlist Dragony: Twilight of the Gods // Gods of War // Lords of the Hunt //The World Serpent // The Einherjar // I fit bleeds, we can kill it // The untold Story // Beyond the Rainbow Bridge
Freedom Call
Weiter geht es mit der fröhlichsten Metal Band der Welt und dem Motto Happy Metal, performt von der Melodic Metal Formation Freedom Call. Bereits beim Intro lässt sich die Band gebührend feiern, um direkt beim ersten Song Hammer of Gods kraftvoll loszulegen. Auch das Publikum ist glücklich und springt schon beim zweiten Lied, Tears of Babylon kräftig mit. Inzwischen haben sich auch die letzten Lücken in den Zuschauerreihen geschlossen und die Happy-Metal-Party ist in vollem Gange.
Bandleader und Sänger Chris lässt es sich natürlich nicht nehmen, auch an diesem Abend das Thema Happy Metal anzusprechen. So erklärt er, dass Freedom Call den Titel als Happiest Metal Band in the World verliehen bekommen haben, von einem Power Metal Magazin aus Amerika. Doch damit nicht genug: Daraufhin hat sich die Band ins Studio begeben und ein neues Stück geschrieben. Ab jetzt ist nicht nur Happy Metal angesagt, sondern mit ihrer neuen Single auch Heavy Metal Happycore. Für das begeisterte Publikum scheint die erst kürzlich veröffentlichte Single nicht ganz neu zu sein, denn es wird bereits lautstark mitgesungen und auch der erste Moshpit des Abends, natürlich völlig happy, ist in vollem Gange.
Und auch Freedom Call sind von der Grippewelle nicht verschont geblieben, sodass Drummer Ramy für einige Shows ausgefallen ist. Ersetzt wurde er durch Roland von der Band F.U.C.K. der für ihn die ersten Shows des Jahres hinter den Drums saß. Ramy ist seit heute genesen und gesund und munter zurück auf der Bühne. So gibt es einen Drummerwechsel der beiden inklusive gebührender Verabschiedung von Roland zwischen Lied fünf und sechs.
Weiter geht es danach mit Power & Glory und klatschenden Händen im Publikum, um anschließend bei Warriors wieder mit lautstarkem Gesang und Headbangen zu unterstützen. Schließlich folgt mit Metal is for Everyone die Hymne der Band und damit steuert dieses Set nicht nur auf seinen Höhepunkt, sondern auch auf das Ende zu. Die Stimmung im Saal ist auf dem bisherigen Hoch des Abends angekommen und definitiv bereit, beim heutigen Headliner vollends zu eskalieren.
Setlist Freedom Call: Hammer of the Gods // Tears of Babylon // Silver Romance // Union of the Strong // Heavy Metal Happycore // Power & Glory // Warriors // Metal is für Everyone // Land of Light
Ensiferum
Als schließlich We salute you von AC/DC als Pausenmusik ertönt, ist es soweit und der Headliner des heutigen Abends betritt zum Intro Aurora die Bühne. Passend zum aktuellen Album Winter Storm lautet der Titel ihrer Tour Winter Storm over Europe und die Metal Macht aus Finnland macht ihrer Mission alle Ehre und nimmt die anwesenden Metalheads mit auf eine Reise voller Epik, Hymnen und Kampfgeist. Das erste Lied wird direkt headbangend und growlend eingeleitet und so soll es auch weitergehen. Die Aufforderung zum ersten Moshpit beim zweiten Lied Guardians of Fate wird zunächst nicht umgesetzt, was wohl unter anderem an einem Stehtisch liegt, der sich in den vorderen Reihen zum Abstellen von Bierbechern befindet und vermutlich nicht offiziell dort hingetragen wurde. Doch die Stimmung ist entspannt und niemand stört sich daran. Apropos Bier: Das Lied One More Magic Potion ist nun all jenen Fans gewidmet, die es lieben, viel Bier zu trinken. Da wir im Bierland Franken sind, dürfte das auf die meisten der Anwesenden zutreffen, und die nächste Bar für ein frisch gezapftes Mönchshof Bier ist auch nicht weit.
Auch wenn nicht sofort Bewegung in die Menge kommt, wird Ensiferum gefeiert, durch Headbangen, Klatschen und lautstarke Hey-Rufe. Frontmann Petri Lindroos dominiert mit gekonnten Growls und kraftvollen Vocals, während Pekka Montin am Keyboard immer wieder mit melodischen Gesangsparts für Kontraste sorgt. Dazu lässt Sami am Bass ausdauernd seine lange Mähne beim Headbangen fliegen.
Den Song Scars in My Heart performen sie zusammen mit Maria von Dragony die sich mit kraftvoller Gestik und melodischem Gesang perfekt ins Bild einfügt.
Alles in allem ein gelungenes Set mit einer guten Mischung aus Stücken vom aktuellen Album und älteren Stücken wie z.B. Token of Time vom ersten Album. Insbesondere die Lieder Fatherland und eben erwähnte Token of Time werden mit lautstarkem Chor und Hey Rufen aus dem Publikum unterstützt. Zwischenzeitlich kommt nun auch immer mal wieder ein kleiner Moshpit auf, angefeuert von Petris Worten: „We wanna see tha moshpit, bitte!“ Und dazu wurde nun auch der Stehtisch in die weiter hinten liegenden Reihen verlagert, damit weder Mensch noch Bier zu Schaden kommen…
Was nun folgte, war pure Energie. Aufgeheizt durch ausgeprägte Gitarrenpassagen, singen, moshen und klatschen, insbesondere die Metalheads in den ersten Reihen, nun unaufhörlich. Auch die letzten beiden Zugabenlieder In my Sword I trust und Two of Spades werden unterstützt von Hey Rufen und einem letzten Moshpit.
Ausgepowert und zufrieden werden die Zuschauer von Geiselwind in die kalte Januarnacht entlassen und dürfen sich zum Glück auf eine Heimfahrt ohne Glatteis begeben.
Setlist Ensiferum:
Winter Storm Vigilantes // Guardians of Fate // Heathen Horde // Fatherland // One More Magic Potion // Long Cold Winter of Sorrow and Strife //Token of Time // From Afar // Scars in My Heart // Andromeda // Into Battle // Axe of Judgement // In my Sword I trust // Two of Spades
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Bericht: Anne
Bilder: Matthias
Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:
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