Das Music Forge Festival in Lich gibt es seit 2018, unter anderem bedingt durch Corona, wurde dieses Jahr erst zur 6. richtigen Edition des Festivals eingeladen. Dazwischen gab es eine Sitzedition, sowie eine Biergarten-Edition und „nur“ ein XMAS BASH. Aber, es wurde somit endlich mal Zeit, dass auch wir von diesem Festival berichten. Dabei war der Donnerstag schon immer gratis, sodass jeder ein bisschen Festivalfeeling erschnuppern konnte. Das Angebot wurde auch gut angenommen und das Gelände füllte sich dann bis zum Headliner kontinuierlich.
Postmodern Fantasy
Die erste Band des Tages war, wie schon 2024, Postmodern Fantasy. In der prallen Sonne kamen sie auf die Bühne und konnten die schon zahlreich anwesenden Zuschauer mit ihrem Auftritt begeistern. Sängerin Franzi war auch richtig begeistert von der Größe der Bühne, welche um einiges gewachsen war. Sie merkte auch an, dass sie sich nun richtig anstrengen müsse, um Bassistin Natalie auf die Füße zu treten. Etwas was ihr dann auch nicht gelang, zumal Natalie auch manchmal der Sonne entflohen ist und sich in den hinteren Bereich der Bühne zurückgezogen hatte. Ihre einzige Ballade, die die Band released hat, nutzten sie dann auch um noch mal Kraft zu tanken, vor dem restlichen, etwas härteren, Set. Trotz der Hitze und Sonne war es ein sehr gelungener Auftritt, welcher auch von den Zuschauern entsprechend gewürdigt wurde.
Caught In A Mirror
Als zweite Band des Tages spielte Caught In A Mirror. Dass es losging, merkte man vor allem daran, dass plötzlich ein großes Banner hochgehalten wurde, auf dem der Name der Band draufstand. Ein Banner, was in einem kleinen Club vermutlich die ganze Bühne bedeckt hätte, machte hier einen kleinen Teil aus. Und plötzlich wurde es fallen gelassen und die Band sprang hervor und legte los. Allein beim Anblick der Band war klar, hier hat man es mit Musikern zu tun, die sich nicht ganz so ernst nehmen. Als Beispiel sei nur die Kette des Sängers mit einem blinkenden Etwas am Ende, welches ein Bündel Geldscheine repräsentieren sollte. Viel Bewegung gab es auf der Bühne, inklusive der Tänzerin PowerKrümel, welche ihrem Namen alle Ehre machte, da sie wie ein energiegeladenes Bündel tanzte. Aber auch die restlichen Musiker hielten einfach nicht still. Es gab dann auch den ersten Moshpit, sowie den ersten Crowdsurfer des Tages. Aber auch ein blauer und ein rosa Hai verirrten sich auf die Bühne und trugen zur Atmosphäre bei. Dabei ging auch Hendrik, Gitarrist und zweiter Sänger, ohne Gitarre ins Publikum, um eine sehr lange Polonaise zu starten. Auch hier gab es dann zum Schluss fetten Applaus.
Alexis in Texas
Nach Symphonic Metal und Neoncore folgte nun Metalcore von Alexis in Texas. Dem geneigten Leser nicht ganz unbekannt, da sie auch schon auf dem Traffic Jam 2023 spielten. Gewohntes Bild – halt nein, fast. Irgendwie fehlte da ein Bassist. Was allerdings nicht störte, die Musiker konnten trotzdem begeistern und fegten über die Bühne. Allen voran die Sänger Toby und Max, welche sichtlich Spaß am Auftritt hatten und mit ihren Sonnenbrillen richtig cool aussahen. Nach dem zweiten Lied merkte dann Max auch an, dass sie ja eigentlich auch mit Bassisten spielen würden. Und dass dieser auch endlich aufgetaucht sei und ob er denn noch dazu kommen würde. Doch statt abzuwarten, spielten sie den nächsten Song an, um dem Bassisten noch die Zeit zu geben, seinen Bass auszupacken, zu stimmen und sich zu verkabeln. Unter Jubel wurde er dann auf der Bühne empfangen. Alexis in Texas hatte auch eine Gastsängerin, mit dem Namen Larry, in petto, welche vorher filmend immer wieder auf der Bühne unterwegs war und dann plötzlich ein Mikro in der Hand hatte und zeigen durfte, was für eine Stimme sie hat. Auch gab es einen sehr schönen Moment mit Toby, bei dem sie sich gegenüber standen und im Duett sangen. Natürlich durfte zum Schluss ihr Cover von Hall of Fame nicht fehlen. Dafür kam Max runter in den Graben, stellte sich auf die Absicherung und begann dort das Lied zu singen. Hier, aber auch während des ganzen Auftrittes, hatten die Grabenschlampen viel zu tun, da es ziemlich viele Crowdsurfer gab.
Henker
Damit es nicht langweilig wurde, nahm uns die nächste Band mit auf eine Reise ein paar Jahrhunderte in die Vergangenheit. Die werten Herren von Henker, drei der Zahl, kamen auf die Bühne, rappten und sangen sich in die Herzen der Zuschauer. Und es wurden immer mehr, dazu kamen seine Majestät der König, der „Schankwart Jatzek“ sowie die „lüsterne Hexe Laura“. Ein immer wiederkehrender Spruch, den die Zuschauer freudig aufnahmen, wurde von den Henkern immer wieder zum Besten gegeben: „Wenn der Henker kommt, dann gibt’s was, dann gibt’s was?“, auf welches die Fans „Freibier in der Schenke“ grölten. Als der König auf die Bühne schritt, begab er sich auch kurz danach in die Mitten seiner Untertanen, um einen Reigen zu tanzen, zusammen mit seinem Axtmann. Sie bildeten den Teufel und um sie herum gab es mehrere Kreise, von denen der erste sich nach rechts bewegte (oder links? Wer weiß das schon). Der zweite in die andere Richtung, der dritte wieder in die Richtung des ersten und so weiter. Was am Anfang zunächst verwirrend klang, führte zu einem freudigen Tanz auf dem Infield. Die „lüsterne Laura“ gesellte sich beim fünften Lied dann zu den anderen auf die Bühne, mit einer aktualisierten Progress-Flagge als Cape, welches dann im darauf folgenden Lied von ihr und dem „Schankwart“ hochgehalten wurde. Selbiger begab sich zum Schmusesong, welches auch als ‚Ficklied‘ angekündigt wurde, in die Reihen des Pöbels, um Pfeffi auszuteilen. Im Laufe des sehr gut ankommenden Auftrittes gab es dann noch eine Wall of Death.
Never Back Down
Als Headliner durfte Never Back Down das Bühnenprogramm am Donnerstagabend abschließen. Und es war ein würdiger Abschluss. Was soll ich sagen, die Stimmung war geil, die Band stand nicht ruhig auf der Bühne und forderte die Leute immer wieder auf zu tanzen – jeder wie er will, da es kein falsches Tanzen gibt, sowie dass die Leute crowdsurfen sollen. Und sie folgten dem, die Grabenschlampen hatten auch hier wieder viel zu tun. Sie spielten neue, aber auch alte Songs, garniert mit viel Pyro, die die Stimmung noch einmal aufheizte. Es gab auch mehrere Wall of Death, Circle Pits, auch welche die direkt aus einer Wall of Death entstanden. Ganz nach dem Motto „Wir leben jetzt im Moment, genießt es“, wie Sänger Daryl sagte.
Campfire Confessions
Zum Abschluss des Tages gab es dann auf und vor der Pubstage noch eine kleine Abschlussparty mit der Irish Folk-Coverband Campfire Confessions. Die meisten Zuschauer gingen zwar zurück in ihre Zelte, aber ein paar blieben vor Ort und feierten zusammen den Tag.
Atmosphäre
Auf einem Festival sind nicht nur die Bands interessant, sondern auch das Geschehen drumherum. Immerhin verbringt man den größten Teil eines Tages dort, also ist ein Blick darauf auch interessant, der wird euch hier gewährt.
Bericht & Bilder: Thomas
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