Ich freu mich sehr, dass uns heute Eric Fish als Interviewpartner Auskunft gibt. Ihr kennt ihn sicher als Sänger und Frontmann der Folkrock- und Mittelalter-Metal-Band Subway to Sally. Aber er hat als Künstler noch ganz andere Projekte am Start, die ich sehr interessant finde. Seit 1999 steht er mit dem Liedermacherprogramm „Eric Fish & Friends“ auf der Bühne. Vor ein paar Jahren hat euch Roksana bereits mit einer Fotoserie ein Konzert in Erfurt zum Thema „Naive Liedermalerei“ dokumentiert. Und da wären wir gleich im Thema.
Hallo Eric, „Naive Liedermalerei“ soll heute das Thema sein. Auch wenn Du aktuell gerade eine Pause vom Malen machst – wie Du sagst – möchte ich gerne auf das Projekt eingehen. Deine Gemälde kann man m. E. nach nicht von Dir als Liedermacher trennen. Daher kurz zu „Eric Fish & Friends“:
Warum ein Soloprojekt, warum (wieder) als Liedermacher, teilweise nur mit Akustikgitarre und Stimme? Ist es das Besinnen auf das Wesentliche? Möchtest Du den Fokus mehr auf Texte legen? Oder ist es die Nähe zum Menschen?
Geht es um die Botschaft oder eher um Emotionen? So viele Fragen… .
Ja, viele Fragen und der Versuch, eine kurze, zusammenfassende Antwort zu finden. Die „Liedermacherei“ war schon von Anbeginn meiner Musikerkarriere eine Passion. Anfang des Jahrtausends habe ich dieses Thema dann konkretisiert und auf die Straße gebracht. Und ja, es hat inhaltlich sehr viel mit Selbstverwirklichung und Sendungsbewusstsein zu tun. Ich habe in dieser Zeit weit über 100 Songs geschrieben, welche allesamt bei SUBWAY nichts zu suchen haben. Hier lege ich meine Seele und meine Gefühlswelt offen, bin ganz nah bei den Menschen und versuche mich nicht an Entertainment sondern daran, die Welt ein wenig besser zu machen.
Was war Deine Inspiration oder auch Auslöser, dass Du neben der akustischen Seite – der Musik – Dich einer neuen Herausforderung gestellt hast, nämlich Deine/eure Musikstücke zu „untermalen“? Warum ist die optische Unterstützung Deiner/eurer Musik für Dich wichtig?
„Untermalen“ ist eine schöne Begrifflichkeit, die es perfekt trifft. In einer Phase der gefühlten musikalischen Ideenlosigkeit geboren, hat sich die Malerei schnell zu einer Leidenschaft entwickelt. Ich male nur Bilder, welche von mir selbst geschriebene Lieder interpretieren. Sozusagen eine weitere Dimension jedes einzelnen Songs. Ich stecke hier so tief im Thema, dass es relativ leicht fällt, die optische „Untermalung“ in Angriff zu nehmen. Ich muss aber wirklich betonen, dass man vielen Künstlern zu nahetreten würde, würde man mich als Maler bezeichnen. Ich nenne das nicht umsonst „naive Malerei“, denn genauso gehe ich an die Sache heran. Ganz und gar ohne solide Vorkenntnisse oder gar Ausbildung, nur mit Inspiration und Lust.
Im Film von 2017 zur „Naiven Liedermalerei“ lautet der Untertitel: „Eine virtuelle Vernissage, die an Orten stattfindet, an denen meine Ideen Gestalt annehmen.“. Was sind Deine Inspirationsorte und warum? Kannst Du uns noch einmal ein kleines Stück mit auf diese Reise, Deinen „Spaziergang“, nehmen?
Ich bin ein Naturbursche, ein „draußen Mensch“. Alles was ich so aufsauge an Geschichten und Geschehnissen, nimmt in der Regel in der Natur Gestalt an. Ich wohne sehr schön an einem See. Hier gibt es viele herrliche, ruhige Plätze, an denen sich Texte und Ideen manifestieren.
Mit was für Materialien arbeitest Du?
Vorwiegend mit Acryl.
Gibt es Ausstellungen Deiner Werke? Oder kann man diese käuflich erwerben?
Ja, ich habe schon diverse Ausstellungen gemacht und im Grunde sind alle Bilder, die ich selbst für gut erachte, verkauft worden. Eine Auswahl kann man auf meiner Website finden: www.ericfish.de/liedermalerei.
Deine Arbeiten (ob akustisch oder visuell) regen sehr zum Nachdenken und zur Selbstreflektion an. Sie sind oft von philosophischen Gedanken begleitet. Was möchtest Du Deinen Fans mit auf dem Weg geben?
Genau das: Nachdenken, sich selbst und die Gesellschaft und sich selbst IN der Gesellschaft reflektieren.
Man kennt Dich als einen tiefgründigen, eher introvertierten Menschen. Andererseits bist Du auch gern nahe bei Deinen Fans und hörst Dir deren Sichtweisen auf die Welt an. In euren Liedern geht es oft um gesellschaftspolitische Fragen. Welche aktuellen Themen beschäftigen Dich gerade?
Das ist doch klar. Auf der geopolitischen Ebene grassiert der helle Wahnsinn und auch innenpolitisch wird mir Angst und Bange.
Du bist Musiker, Poet und Maler in einem? Was kommt als nächstes? Dürfen wir uns auf weitere „Crossover-Projekte“ freuen?
Es war ein ultraanstrengendes Jahr mit ganz vielen tollen Erlebnissen. Zeit zum Durchschnaufen gibt es nicht wirklich. Und da Neues immer nur aus Langeweile entsteht, wird es in nächster Zeit nichts Überraschendes zu vermelden geben.

Foto oben im Text:
Pressefoto ERIC FISH LIEDERMALEREI
by Alexander Schlesier
Links:
https://ericfish.de
https://subwaytosally.com/
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