Konzertbericht: Aephanemer – Utopie Album Release Tour, 06.11.25 in Weinheim

Pixonstage

Die französische Melodic Death Metal Formation Aephanemer ist im Moment auf ausgiebiger Tour, um den Release ihres neuen Albums Utopie zu feiern. Der Tourstart war im Cafe Central in Weinheim am 06.11., wovon wir euch auch berichten wollen.

Natürlich sind sie nicht alleine unterwegs, sondern haben sich Verstärkung in Form der Portugiesen Dark Oath und der Australier Valhalore geholt. An ausgewählten Orten sind auch noch Waldgeflüster mit dabei, so auch in Weinheim. Leider war die Spielzeit für alle drei Supportbands mit 30 Minuten sehr limitiert, was doch bei einigen auf Unverständnis stieß. 

 

Valhalore legen die Messlatte ziemlich hoch

Den Anfang machte die Epic Folk Metal Band aus dem australischen Brisbane und für sie war es direkt eine Premiere: In Weinheim feierten sie ihr Deutschlanddebüt, und um das schon einmal vorneweg zu nehmen, ein ziemlich erfolgreiches. Pünktlich stürmten sie die kleine Bühne und legten sofort mit sehr viel Elan los. Kein Wunder, dass es nicht lange dauerte, bis die ersten Haare flogen und die Besucher sich im Takt bewegten. 

Sie brachten einen wunderbaren folkigen Mix aus harten Riffs, harschen Vocals und geschickt eingesetzten Flöten-Parts. Und genau diese Kombination zog die Leute vor der Stage in den Bann von Valahore, wenn auch der Aufruf zum Pit ungehört geblieben ist.  Weiter so, ihr habt wirklich Spaß gemacht!

Dark Oath nehmen uns mit auf eine Reise

Es blieb weiterhin melodisch, aber wurde auch etwas härter, denn als Nächstes durften die Portugiesen von Dark Oath den Anwesenden im Cafe weiter einheizen. Pure Energie und Spielfreude standen hier auf dem Plan. Sängerin Sara versteht es einfach, das Publikum für sich einzunehmen und so dauerte es hier, schon angeheizt von Valahore, auch nicht lange, bis die Haare ausgiebig im Kreis flogen. 

Auch hier setzte man sehr melodisch an, vereinte das ganze aber mit ausgefallen Riffs und einer sehr starken Stimme, welche den Sound der Band unverwechselbar machen. Gerade auch deshalb finde ich, dass die Kombination der Bands auf dieser Tour echt gelungen ist. 

Neben den mittlerweile altbekannten Songs wie Silver I (A New King) oder Iron (Throug the Veil of Night) brachten sie uns auch ein neues Stück mit: The Weaver, welches sehr gut ankam, liefert es doch den typischen Sound von Dark Oath, ohne nach einer Kopie eines anderen Liedes zu klingen.

Dark Oath reihten sich nahtlos ein und hinterlassen ein glückliches und zufriedenes Publikum. Bis zum nächsten Mal!

Waldgeflüster – emotional und melancholisch

Auftritte von Waldgeflüster sind für mich immer etwas Besonderes, denn sie schaffen es wirklich immer, mich emotional abzuholen… So auch dieses Mal.  

Die kleine Bühne war gesäumt mit den zwei einzelnen Baumstämmen, verziert mit allerlei tierischen Schädeln, also quasi eine platzsparende Variante des regulären Waldgeflüster-Bühnenbilds. 

Als sie mit dem Auftritt begannen, breitete sich die melancholische Stimmung im Raum aus, nur vereinzelt sah man Headbanger. Der Bewegungsdrang nahm ab, aber die Stimmung blieb konstant auf einem hohen Level. Waldgeflüster verstehen es perfekt, eine ganz eigene Atmosphäre zu erschaffen. Wenn man sich darauf einlassen kann, steht man mit geschlossenen Augen da und lauscht den Schreien und dem Schmerz, welche Sänger Winterherz transportiert. 

Auch sie haben neue Songs in der Setlist gehabt, Krähenpsalme und Knochengesang, von dem kürzlich erschienen Album Knochengesänge

Viele Besucher hatten das Gefühl, dass Waldgeflüster nicht perfekt in das Billing passten, aber ich bin da anderer Meinung. Für mich fügten sie sich hervorragend ein und bildeten einen kleinen Pol der Ruhe, bevor mit Aephanemer der nächste Sturm losbricht. Ich freue mich schon, sie hoffentlich bald wiederzusehen. 

Aephanemer bringen die Venue zum Brodeln

Dann waren die Headliner an der Reihe, und Aephanemer hatten mit knapp 85 Minuten auch reichlich Zeit, den Besuchern noch mehr einzuheizen. Leider war es mittlerweile so voll, dass es kein durchkommen mehr in den vorderen Bereich gab, weswegen es uns in den hinteren Bereich des Cafe’s verschlug- mit sehr eingeschränkter Sicht. 

Die Franzosen legten mit sehr viel Power und ebenso viel Spielfreude los und hatten, wie auch die anderen Bands, keine Mühe, die Crowd für sich einzunehmen. 

Selbstverständlich durften Lieder von dem Ende Oktober erschienen Album Utopie nicht fehlen, schließlich war dies ja auch die Release-Tour. Ganze fünf Songs schafften den Sprung in die Setlist, darunter auch die titelgebenden Tracks Utopie I und II, aber auch die All-Time-Favorites wie Antigone und Bloodline durften nicht fehlen. 

Vereinzelt bildete sich vorne in der Mitte ein Mini-Moshpit, ansonsten beschränkten sich die Aktivitäten der Menschen auch hier auf wippen, tanzen und headbangen. 

Fairerweise muss ich anmerken, dass ich den Auftritt zeitweise als etwas langatmig empfand, als ob etwas die Luft raus gewesen wäre. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass dieses Album für mich nicht ganz an den Vorgänger A Dream of Wilderness anknüpfen kann. Was den Auftritt selber aber in keiner Weise beeinträchtigt hat! Aephanemer lieferten eine super Show ab und zurückblieben etliche glückliche Besucher. Gerne wieder!

Bericht: Steffi
Bilder: Nik

Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:

Über Steffi 226 Artikel
Fotografin und Schreiberling. Seit Frühjahr 2022 dabei, bin ich bevorzugt auf kleineren Festivals und Veranstaltungen im Bereich Pagan, Viking und Folkmetal, soweit atmospheric Black Metal und Melo Death unterwegs. Zu meinen Lieblingsbands zählen unter anderem Vanaheim, Cân Bardd und Dark Tranquillity.

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