Konzertbericht: Eisheilige Nacht in Würzburg, 27.12.2025

Unter dem Motto Räuber und Narren machte die längst zur Tradition gewordenen Eisheilige Nacht von und mit Subway to Sally am 27.12.2025 in Franken Station.

Vor der ausverkauften Posthalle Würzburg formierte sich kurz vor Einlass die Schlange der Wartenden, passend zur Posthalle, bis zur Post. Bei winterlichen Temperaturen hieß es also zähneklappernd ausharren, um schrittweise dem Einlass näher zu kommen.
Bis zur ersten Vorband hatten es dann auch die letzten in den Saal geschafft, der entsprechend gut gefüllt war.
Zur Eröffnung begrüßte Eric Fish, Frontmann der Gastgeber Subway to Sally, mit Dudelsackmusik und einer kurzen Vorstellung der mitgereisten Bands die Meute.
Mit Haggefugg und Kupfergold, dem Kölner Doppelpack, waren gleich zwei rheinische Frohnaturen dabei. Die dritten im Bunde, langjährige Freunde, waren die Mittelalter-Rock-Legende Schandmaul.

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Haggefugg

Den Abend eröffnen durften Haggefugg mit ihren frechen Texten, die den zum Nachdenken anregenden Inhalt gewitzt und geschickt transportieren. Getragen von zwei Dudelsäcken wirkte die Musik von Haggefugg fröhlich, leicht und beschwingt, ohne die nötige Gitarrenpower vermissen zu lassen. Ob bei Spieglein oder Märchenwald, das Sextett hatte das Publikum ab dem ersten Ton auf seiner Seite.

Beim Lied Hexenkessel durfte sich die versammelte Menge bereits auf den späteren Verlauf des Abends einstimmen und einen ersten Aufwärmschrei für Subway to Sally üben. Anschließend ging es mit den Worten „solange wir zusammen feiern können, sind wir überall daheim“ weiter und jeder konnte sich im nun folgenden gleichnamigen Lied zu Hause fühlen und dies lautstark mitsingend kundtun. Auch beim nächsten Stück Brennende Welt fühlten sich viele inhaltlich abgeholt. Es behandelte das Thema Depressionen und war als Lichtblick für alle gedacht, die sich manchmal alleine fühlen. Ganz nach dem Motto: „Feuer spenden Licht und Wärme auf dem Weg in die Taverne“, wollte man heute zusammen sein.

Viel zu schnell, bereits nach 30 Minuten, endete der erste Auftritt des Abends mit dem Totentanz und einem bereits gut eingestimmten Publikum.

Setlist Haggefugg: Tanz und Gloria // Spieglein // Märchenwald // Hexenkessel // Daheim // Brennende Welt // Böses Spiel // Totentanz

Kupfergold

Die Band rund um Frontfrau Bonnie Banks eröffnete ihr Set mit Fasan Alarm und nahm wortwörtlich kein Blatt vor den Mund. Mit frechen Ansagen in Kölner Mundart brachte Bonnie das Publikum zum Lachen und animierte immer wieder zum Mitmachen und Mitsingen.Bei Liedern wie Zum goldenen Rammler und n‘ Tripper war auch schnell klar, in welche Schiene man die Jungs von Kupfergold zusammen mit ihrer Sängerin stecken kann.

Die nicht ganz jugendfreien Themen wurden stets mit einem zwinkernden Auge und einer gehörige Portion Humor vorgetragen und so boten sich dem Publikum unterhaltsame 40 Minuten. Musikalisch ist die Band dem Folk Pop bzw. Folk Rock zuzuordnen, wobei der Folk- und vor allem der Schalkanteil bei ihrer Musik überwiegt. Oder, wie die Band es scherzhaft selbst formuliert: Assi Folk.

Ihrer Rolle als Stimmungsanheizer wurden die Kölner vor allem gegen Schluss ihres Sets gerecht, als ein verkleideter Kobold mit Süßigkeiten sich crowdsurfend in die Menge begab, um dann den Mittelpunkt eines großen Circlepits zu bilden. Nachdem der Klügere, wozu deutlich mehr als die Hälfte des Publikums gehörte, nochmals Bier nachgekippt hatte, gab es schlussendlich noch Vitamine für alle. Würzburg hatte Obst im Haus! Das Publikum feierte die 2018 gegründete und damit noch recht junge Band, so dass man sicher noch mehr von Kupfergold hören und sehen wird in den nächsten Jahren.

Setlist Kupfergold: Fasan Alarm // Zum goldenen Rammler // Und’n Tripper // Kupfer und Gold // Lichtermeer // Koboldkeilerei // Der Klügere kippt nach // Es ist Obst im Haus

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Schandmaul

Nachdem Sweet Caroline als Pausenmusik vor Schandmaul erschallte und mit einem einem ersten lautstarkem „ohohoh“ aus dem Publikum begleitet wurde, folgte ein mystisches Intro mit Blitzen und Donnergrollen. Dann leiteten die beiden Schandmaul -Musikerinnen; Birgit mit Geige und Ersatzgeigerin Shir-Ran das erste Stück, Königsgarde, ein. Schließlich kam Neuzugang Till Herence mit der Frage „Würzburg, habt ihr Bock?“ auf die Bühne. Dies war der Startschuss zu einer Stunde voller Folk Rock, neben vielen beliebten Schandmaul-Klassikern, gab es auch einen ganz neuen Song, In der Hand, der ersten Single mit Till.

Der ehemalige Frontmann Thomas Lindner, der aufgrund einer überstandenen Krebserkrankung nicht mehr selbst singen kann, stellte Till als die neue Stimme von Schandmaul dem Publikum vor. Er selbst begleitete die Band mit Keyboard und Akustik-Gitarre. Während des gesamten Sets wurden die Anwesenden immer wieder mit einbezogen, sei es durch Pantomime-Spiele, Klatsch-Einlagen oder einen Crowdsurf-Wettbewerb auf aufblasbaren Krokodilen. Gefolgt von bunten Bällen, die über die Köpfe schwebten, bei Bunt und nicht braun. Die versammelte Meute ließ sich bereitwillig auf alle Mitmachspielchen ein und trug in ausgelassener Stimmung die Band durch den Abend.

Melancholisch wurde es bei Dein Anblick, was mehrfach einstimmig vom ganzen Saal wiederholt wurde, ein absoluter Gänsehautmoment. Zum Abschluss war dann nochmals Partystimmung angesagt, als Till passend zum gleichnamigen Lied einen aufblasbaren Knüppel aus dem Sack holte und seinen Vortrag mit einer Wall of Love im Publikum finalisierte. Mit der Walpurgisnacht beendeten Schandmaul ihren Auftritt, aber nicht, ohne vorher noch einmal die versammelte Schar zu einem allerletzten langen „ohohohoh“- Gesang animiert zu haben, der noch bis in die Umbaupause nachhallte.

Setlist Schandmaul: Königsgarde // Hexeneinmaleins // In der Hand // An der Tafelrunde // Tatzelwurm // Der Pfeifer // Der Teufel // Bunt und nicht braun // Dein Anblick // Knüppel aus dem Sack // Walpurgisnacht

Subway to Sally

Nun war es Zeit für die Gastgeber des Abends. Als Intro erwartete uns ein tanzender Phönix, wie man es schon von der Post Mortem Tour kannte. Dann schossen Flammen in die Höhe und heizten den ersten Reihen ordentlich ein. Das perfekte Gegenstück zur eisigen Dezemberkälte der Eisheiligen Nächte. Dazu erklangen die ersten vertrauten Töne der Potsdamer Jungs mit Geigerin Ally zum dazu passenden Lied Phönix. Die Setlist selbst enthielt wenig Überraschungen und bot jedem Fan eine gelungene Mischung der neueren Hits und der alten Klassiker.

Eric führte gut gelaunt durch den Abend und forderte die versammelten Besucher bei Was ihr wollt zum Crowdsurfing auf. Dies wurde fleißig umgesetzt und die Security hatte wortwörtlich alle Hände voll zu tun. Anschließend erklang ein einstimmiger Chor aus dem Publikum zu Kleid aus Rosen und Eric zerrupfte von der ersten Reihe aus die obligatorische Rose, woraufhin sich Simon an der Akustik-Gitarre Rosenblätter von der Stirn zupfen musste.

Wie schon bei der letzten Tour fasste die Band einige ihrer beliebtesten Stücke als Medley zusammen, um möglichst wenige Lieblingshits auszulassen. Hier enthielt die Setlist dann doch eine kleine Überraschung in Form des Folk-Party-Medley als Akustik-Block zur Bewerbung der bevorstehende Nackt III Tour. Simon Michael verlagerte seinen Platz hinter dem Schlagwerk nach vorn auf die Bühne, um auf einer Kistentrommel sitzend den Takt zu schlagen. Ingo tauschte seine E-Gitarre gegen eine Laute und Sugar Ray seinen Bass gegen eine Akustik-Gitarre. So erhielten wir einen ersten Eindruck vom Klanggewand der Lieder auf der Nackt Tour. Besonders schön hob sich Allys Geige bei Sag dem Teufel und Ohne Liebe hervor, zwei Lieder, die prädestiniert scheinen für ein Akustikkonzert.

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Anschließend wurden die Instrumente wieder getauscht und es folgte ein Metal Medley, das von Eric feuerspuckend zu Henkersbraut eingeleitet wurde. Mit Knochenschiff und Falscher Heiland enthielt es zwei weitere Klassiker.

Passend zur Winterkälte durften die Eisblumen nicht fehlen, um danach gemeinsam mit Schandmaul das neue Lied Räuber & Narren zu singen. Die Schandmäuler durften dann direkt mit auf der Bühne bleiben und wurden zum traditionellen großen Finale auch durch Haggefugg und Kupfergold beim obligatorischen Veitstanz unterstützt. So fand sich auf der Bühne eine farbenfrohe Mischung aus tanzenden, singenden und Dudelsack spielenden Mitgliedern aller Bands ein.

Der Zugabenblock leitete mit Sieben den Abschluss eines gelungenen Konzerts ein, dass erwartungsgemäß mit Julia und die Räuber sein Ende fand. Die Band erschien in Weihnachtsmützen, Eric und Ally in schwarz, Bodenski und Simon in rot und Ingo mit Einhornhaarreif. Das alte kleine Kinderlied wurde vom Publikum direkt einstimmig mitgesungen, sodass Eric laut eigener Aussage vor Begeisterung diesen Moment einfrieren wollte. Schließlich nahm er allen Anwesenden noch das Versprechen ab, sich auch im nächsten Jahr um Karten für die Eisheilige Nacht zu kümmern, die dann zusammen mit Fiddler’s Green, Manntra und Saint City Orchestra begangen werden wird.

Setlist Subway to Sally:

Introitus // Phönix // Wunder // Leinen los // Was ihr wollt // Kleid aus Rosen // Auf dem Hügel // Akustik Block – Folk Party Medley Sag dem Teufel – Ohne Liebe – Tanz auf dem Vulkan // Metal Medley: Henkersbraut – Knochenschiff – Falscher Heiland // Post Mortem // Eisblumen // Räuber & Narren (mit Schandmaul) // Veitstanz (mit allen Bands) // Wenn Engel hassen // Sieben // Julia und die Räuber

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Bericht: Anne
Bilder: Matthias

Mehr von der Eisheiligen Nacht bei Dark-Art findet ihr hier:

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