Ostersonntag, eigentlich kein Abend für ein Konzert, aber trotzdem waren die Tore der Batschkapp in Frankfurt offen. Zu Gast war SKYND, um musikalische True Crime Unterhaltung zu bieten. Keine Vorband, nur geballte düstere Atmosphäre durch Farbspielereien und die Musik. Aber eins nach dem anderen. Die Halle war für einen Ostersonntag gut gefüllt und mit Spannung wurde erwartet, was einen am heutigen Abend erwarten würde. Schnell war auch klar, es würde keine Vorband geben. Im Rückblick eine weise Entscheidung, da so die Fans durch nichts vorher abgelenkt worden und sich allein auf die Erzählungen und Atmosphäre konzentrieren konnten.
Langsame Steigerung der Stimmung
Pünktlich ging dann das Licht aus, der SKYND-Schriftzug im Hintergrund wurde rot angeleuchtet und das Intro erklang. Zunächst kam der Drummer auf die Bühne, anschließend Father, beide bekleidet mit Kapuzenumhängen und Masken tragend, damit man sie nicht erkennt. Skynd betrat dann unter Jubel die Bühne und es ging direkt mit Michelle Carter los. Die Künstlerin blieb nur am Mikro stehen und zeigte direkt ihr beeindruckendes Können. Wer nicht hinschaute, hätte locker davon ausgehen können, dass sich zwei, wenn nicht drei, singende Menschen auf Bühne befänden. Bei Elisa Liam kam sie dann auch etwas nach vorne auf die Boxen vor der Bühne und fixierte die Zuschauer der ersten Reihen während sie die Geschichte erzählte und mit ihrem „Ring, ding, down, ring-de-ding down“ richtig unangenehme Gänsehaut erzeugte. Für ihr neuestes Lied, Tamara Samsanova, besser bekannt als Granny Ripper oder Baba Yaga, bekam sie einen goldenen Umhang gebracht, denselben wie im Musikvideo. Während sie bei den beiden ersten Liedern noch relativ ruhig am Mikro stand, fing sie dann an mehr umherzulaufen und mit ihrem Ausdruck, den Armen und Händen die Atmosphäre zu verstärken.
Grausame Atmosphäre durch Farben und Musik
Für Armin Meiwes (aka der Kannibale von Rotenburg) hatte sie dann einen Gehstock in der Hand, welchen sie eindrucksvoll nutze, um die Stimmung deutlich zu machen, dabei wurde viel zwischen blauem und intensivem grünen Licht abgewechselt. Zu Edmund Kemper stand dann der Schlagzeuger zum ersten Mal auf, um im Stehen zu spielen. Dies wiederholte er dann auch im Laufe des Abends zu verschiedenen Liedern. Im Anschluss gab es eine kurze Verschnaufpause durch eine Transition begleitet durch Musik, bevor es dann mit Richard Ramirez weiter ging, einem 19-mal zum Tode verurteilten Serienmörder aus den USA, welcher auch als der Night Stalker bekannt war. Das Lied sorgte für eine etwas aufgekratzte Stimmung, durch die eher etwas rockigere Art und Weise. Zu Mary Bell zeigte Father, dass er nicht nur Bass spielen kann, sondern zeigte auch sein Können am Keyboard, zu einem Lied, welches in seiner Art, die besondere Grausamkeit der Geschichte hervorhebt und live noch mal eine Stufe stärker rüberkommt. Dasselbe galt auch für Columbine, welches für eine besonders verschreckende Stimmung gesorgt hat. Dabei hatte das stakkatoartig gesungene „Ra-ta-ta-ta-ta-ta“ einen besonderen Einfluss, da es live noch mal eine Stufe grausamer klingt. Für Tyler Jadley kam Father runter von seinem Podest und spielte neben Skynd. Mit Mikhail Popkov endete dann der Abend, von dem besonders die facettenreiche Ausdrucksweise von Skynd in Erinnerung bleiben wird, mit welcher sie die verschiedenen Momente besonders gut betonte, neben der eh schon durch die Musik erzeugten Atmosphäre und Stimmung, welche sehr gut zu den Geschichten passte. Die Band wurde dann unter großem Applaus, ohne Zugabe, verabschiedet. Der Abend war noch jung, was aber auch gut war, so konnte man sich noch von den teils verstörenden Geschichten erholen.
Setlist: Michelle Carter // Elisa Liam // Tamara Samsanova // Andrei Chikatilo // Armin Meiwes // John Wayne Gacy // Edmund Kemper // Richard Ramirez // Robert Hansen // Bianca Devins // Jimmy Savile // Mary Bell // Aileen Wuornos // Columbine // Heavens Gate // Gary Heidnik // Jim Jones // Tyler Jadley // Mikhail Popkov
Bericht & Bilder: Thomas
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