Konzertbericht: Victorius – Tour of the Strong, Badehaus Berlin, 30.04.2026

Am 30. April 2026 wurde das Badehaus Berlin zur Bühne für eine epische Zeitreise durch den modernen Power Metal. Drei Bands, angeführt von Victorius auf ihrer Tour of the Strong, lieferten gemeinsam mit Aeon Gods und Terra Atlantica ein energiegeladenes Spektakel ab. Wir von Dark-Art waren mit Stift und Kamera vor Ort, um diesen Abend für euch festzuhalten.

Aeon Gods – Eine musikalische Preisung antiker Götter

Den Auftakt machten Aeon Gods und entführten uns in die Zeit der alten mesopotamischen und ägyptischen Götter. Ein episches Intro leitete den Auftritt ein, und eine Stimme aus dem Off beschwor die Bandmitglieder als Boten der Götter auf die Bühne. Die Musiker*innen erschienen nacheinander, wobei der Sänger den Abschluss bildete.

Die Bandmitglieder trugen, meiner Meinung nach, die beeindruckendsten Bühnenoutfits des Abends. Sie präsentierten Kostüme aus schwarzem und goldenem Leder, ergänzt durch imposante Schulterstücke in Form von Flügeln sowie Stirnbänder mit individuellen Symbolen. Goldene Nieten und schwarze Ketten setzten zusätzliche Akzente. Neben der starken optischen Wirkung konnte mich die Band auch musikalisch überzeugen.

Aeon Gods spielten einen sehr melodischen und schnellen Power Metal, der durch das Keyboard hervorragend abgerundet wurde. Der Gesang war ein kraftvoller Klargesang, der sich immer wieder in hohe Tonlagen steigerte. Zusammen mit den weit ausholenden Armbewegungen des Sängers Alexander Hunzinger aka Sol’Ra-tu und seinen Ansagen in einer antiken Sprache entstand eine stimmige Inszenierung, die den Eindruck göttlicher Musiker*innen gekonnt unterstrich.

Mit meiner Begeisterung war ich nicht allein: War der Raum vor dem Konzert noch recht leer, drängten sich bereits mit den ersten Akkorden zahlreiche Besucher*innen vor die Bühne, und der Saal füllte sich rasch. Spätestens ab dem zweiten Song The Beginning lag spürbare Energie in der Luft. Die Refrains waren eingängig, und der Sänger nahm sich sogar mehrfach die Zeit, die Texte zu erklären, sodass das Publikum lautstark mitsingen konnte.

Der Auftritt war insgesamt wirklich gelungen, doch mit ihrem Finale krönten Aeon Gods ihren eigenen Auftritt. Beim letzten Song hielt der Frontmann eine Steintafel aus Pappmaché mit dem Bandlogo über die Köpfe der Besucher*innen, rief die alten Götter an und ließ sie gemeinsam mit dem Publikum lautstark preisen, während die donnernden Akkorde von der Bühne hallten. Nach dem Song versammelten sich alle Bandmitglieder nebeneinander vor dem Schlagzeug, hielten die Arme zunächst schräg von sich gestreckt und kreuzten sie dann synchron vor der Brust.

Der Auftritt von Aeon Gods war ein beeindruckender Beginn für diesen Abend.

Setliste: Sun-God // The Beginning // Soldiers of Re // Flames of Ember Dawn // Reborn to Light // King of Gods 

Terra Atlantica – Willkommen an Bord der HMS Power Metal

Der Auftritt von Terra katapultierte uns mehrere Jahrhunderte weiter nach vorne, in die Zeit von Seefahrt, Schießpulver, Rum und Piraterie. Zunächst wurde jedoch die Bühne umgebaut: Über den Drums wurde ein Netz gespannt, kleine griechische Säulen sowie Banner mit dem Bandlogo wurden aufgestellt und am Platz des Keyboards wurde ein dritter Podest-Tritt für die Musiker platziert. Diese Tritte sollten im Verlauf des Konzerts noch intensiv genutzt werden.

Dann begann das Konzert und wir wurden musikalisch in die Crew von Terra Atlantica aufgenommen, um gemeinsam mit ihnen durch ihre Songs über die weiten Meere zu segeln. Die Musiker in weißen Schnürhemden, langen braunen Mänteln und hohen Stulpenstiefeln spielten einen sehr schnellen Power Metal mit krachenden Riffs und beeindruckend hohem Falsettgesang von Tristan Harders. Bei einigen Liedern übernahmen Kim am Bassist und Nico Hauschildt an den Drums Gesangsparts, teils solo, teils im Chor, was ich als besonders gelungen empfand.

Besonders beeindruckend war die Bühnenperformance der Band: Die Seefahrer waren ständig in Bewegung, tigerten über die Bühne, posierten wie Captain Morgan auf einem Bein auf den Podesten oder fuchtelten mit einem Dreizack vor unseren Nasen herum. Zwischen den Songs sprach der Sänger in seiner Rolle als Captain mit der Band, die ihm jedes Mal mit einem lauten „Aye Aye, Captain!“ antwortete.

Diese Energie übertrug sich schnell auf das Publikum, das sich in ein Meer aus erhobenen Fäusten und fliegenden Haaren verwandelte.

Beim Song The Scarlet Banners riefen die Piraten von Terra Atlantica zur Revolution auf, während Nico Hauschildt von seinem Platz aus mit einer roten Flagge wedelte. Die Vorstellung von revolutionierenden Seefahrern fand ich dabei herrlich ironisch, da Meutereien an Bord normalerweise kein gern gesehenes Ereignis waren. Ähnlich wie zuvor bei Aeon Gods durften wir bei Through the Water and the Waves den Meeresgott Poseidon beschwören, was durch weiteres Spiel mit dem Dreizack untermalt wurde.

Mein persönliches Highlight war jedoch Pirate Bay, der Partysong der Band. Die Bühne wurde leicht abgedunkelt und der Drummer spielte mit leuchtenden Drumsticks, die während des Spiels ihre Farben wechselten. Zusätzlich lieferten sich Tristan Harders und Gitarrist Dawid Wieczorek ein musikalisches Duell mit angedeutetem Schlagabtausch und anschließender Tanzeinlage. Es herrschte ein wildes Chaos auf der Bühne, und die Crowd drehte für etwa drei Minuten komplett durch.

Das war im wahrsten Sinne des Wortes ein bombastisches Ende für das zweite Konzert des Abends.

Setliste: Back to the Sea // Quest Into the Sky // The Scarlet Banners // Land of Submarines // Through the Water and the Waves // Across the Sea of Time // Pirate Bay // Atlantica

Victorius – Die Rückkehr der Dino-Ritter

Der Headliner des Abends stand an, doch zuvor musste die Bühne dem angestrebten Zeitgeist angepasst werden, der fernen Ära der Dino-Cyber-Helden. Rund um das Schlagzeug wurden Neonröhren sowie zwei Säulen im Cyberpunk-Stil aufgebaut. Das Drumset selbst wurde mit einem Dino-Schädel und mehreren Raptorenkrallen geschmückt.

Dann begann der Auftritt: Ein dunkles, bedrohliches Intro mit dem kehligem Knurren einer gewaltigen Bestie und dem Scheppern von Ketten wurde eingespielt. Währenddessen betraten die Musiker von Victorius die Bühne. Sie trugen goldene Rüstungen, individualisiert mit den Schädeln prähistorischer Kreaturen. Ihr Sänger David Baßin ergänzte sein Outfit mit einer Kapuze mit goldenen Stickereien, einer futuristischen Brille, gekreuzten Schwertern auf dem Rücken und, mein persönliches Highlight, schwarz-goldenen Turnschuhen.

Musikalisch präsentierte die Band knackigen, kantigen und schnellen Power Metal mit starken Riffs und beeindruckendem instrumentalen Spiel. Die Musiker lieferten dazu passende Rock’n’Roll-Posen. Da die Bühne nicht besonders groß war, standen die Cyber-Dino-Krieger aus der fernen Zukunft dicht beieinander, was mich unweigerlich an die berühmte Aussage über Rudelverhalten aus Jurassic Park erinnerte.

Zwischen den Songs erklärte der Sänger die Story des Abends: ein Kampf zwischen den heiligen Dino-Kriegern und bösen Cyber-Ninjas aus der Hölle. Zwischen den Liedern World War Dinosaur und Katana Kingdom Rising erschienen diese Ninjas sogar auf der Bühne, warfen Ninja-Sterne in die Crowd und provozierten die Band mit unflätigen Gesten. Dabei verkündeten sie immer wieder ihre angebliche Überlegenheit durch eine Bandansage aus den Lautsprechern. Bei ihrem zweiten Auftritt lieferten sie sich sogar einen kurzen Schwertkampf mit Sänger David, in seiner Rolle als Anführer der Dino-Krieger, der dabei ein lilafarbenes, aufblasbares Schwert schwang. Natürlich vertrieb Victorius die Ninjas jedes Mal und setzte die musikalische Heldengeschichte fort.

Die vorherigen Bands hatten das Publikum bereits ordentlich angeheizt, sodass sich schon beim zweiten Song Raptor Squad Attack ein Moshpit bildete. Dieser eskalierte zeitweise so stark, dass sich die erste Reihe gegenseitig einhaken musste, um nicht auf die Bühne geschoben zu werden. Während Kingdom of the Strong ermahnte der Sänger die Crowd, etwas vorsichtiger zu sein, und wiederholte dies anschließend in einer kurzen Ansage. Ich fand diese Geste sehr sympathisch. Für einige Songs blieb es ruhiger, doch spätestens bei Dinos and Dragons flammte der Moshpit erneut auf, wenn auch weniger heftig als zuvor.

Nach Twilight Skies verließ die Band zunächst die Bühne, kehrte jedoch für eine Zugabe mit zwei Liedern und ein episches Finale zurück. Vor Dinosaur Warfare stellten sich die Musiker, ähnlich wie zuvor Aeon Gods, vor das Schlagzeug und salutierten mit der Faust auf der Brust. Dabei erschien der Super Sonic Samurai in roter Rüstung mit einem blau leuchtenden Schwert auf der Bühne. Nach dem Song kehrte er erneut zurück und kreuzte sein Schwert mit dem gelben Schwert von David Baßin, während die letzten bombastischen Akkorde erklangen.

Victorius lieferten einen sehr starken Auftritt ab und sorgten gemeinsam mit Aeon Gods und Terra Atlantica für einen rundum gelungenen Konzertabend.

Setlise: Total T-Rex Terror // Raptor Squad Attack // March to War // Brachio Bazooka Battalion // Dino Race From Outer Space // Shuriken Showdown // Kingdom of the Strong // World War Dinosaur // Space Ninjas from Hell // Katana Kingdom Rising // Evil Mean Megalodon // Dinos and Dragons // Cosmic Space Commando Base // Twilight Skies 

Zugabe: Dinosaur Warfare // Super Sonic Samurai

Bericht: Nori
Bilder: Andreas

Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:

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