Festivalbericht: Ragnarök Festival, Freitag, 10.04.2026 – Part 2

Dieser zweite Part setzt fort, was unser erster Beitrag zum Ragnarök-Freitag angefangen hat: Atmosphärisches und Grobknüppeliges, Faszination und Sorge angesichts des bis zu diesem Zeitpunkt amtierenden Champions in Sachen Begeisterung und Alkohol-Pegel; wo ein Ausflug in Hilfsmetaphern und die Literaturwissenschaft zur anschaulicheren Beschreibung der Bands notwendig ist. Der Beitrag folgt, wie immer, der chronologischen Reihenfolge der Bandauftritte, sodass wir hier direkt nach Vanir mit Panopticon weiter machen.

Panopticon

Die zweite Hälfte des Ragnarök-Freitags begann mit einer weiteren Band für Freunde natur-atmosphärischer Klanglandschaften. Panopticon aus den USA zeigte sich klanglich solide verortet im Bereich jenes teilweise minimal post-igen, atmosphärischen Black Metals, der in ähnlicher Weise zuvor bereits bei Waldgeflüster zu hören gewesen war. Somit erscheint es auch nur logisch, dass es eine Split-EP der beiden Bands gibt, die allerdings auch schon wieder zehn Jahre alt ist (deren Anhören sich aber nach wie vor lohnt, nicht nur für den wirklich wunderschönen Traumschänder).

Panopticon liefern Musik, die sich auch mal Zeit nimmt, um sich emotional und atmosphärisch zu entfalten; darauf muss man sich als Hörer manchmal auch einlassen können/wollen. Wer ausladende Bühnenshows oder Dauer-Action präferiert, könnte sich hier tatsächlich etwas unterwältigt, oder nicht ausreichend aus dem Festival-Nachmittagstief herausbespaßt gefühlt haben. Für eine durchaus solide Menge an Besuchern schien der Zeitslot aber nicht schlecht gewähnt. Ihnen wurde neben stimmungsstarker Musik und auch eine interessante Bühnendynamik geboten: Gesang wurde immer wieder eher vom Bühnenrand geliefert, anstelle des ausschließlichen Einspielens von Effekten war ein Keyboarder anwesend. Nicht nur das – er beherrschte auch sein Handwerk und übernahm zusätzlich Geigen-Parts (auf einer Geige, nicht auf dem Keyboard). Da lacht das Musikerherz!

Auch mich hat das stimmungstechnische Nachmittagstief nicht kalt gelassen, es scheint mir aber, als sei der Besuch eine Panopticon-Auftritts eine zielführende Gegenmaßnahme gewesen – für mich genau die richtige Band, um eine Runde ganz tief durchzuatmen und sich seelisch wieder einzurenken. 

Misþyrming

Wer sich nach Panopticon immer noch im Nachmittagstief und/oder in seelischer Schieflage befand,  konnte praktischerweise direkt im Anschluss in den Genuss musikalischer Brachial-Physiotherapie kommen: Misþyrming aus Island standen auf dem Programm und legten ohne große Umschweife direkt los. Eingerahmt in klassisches Black Metal- Höllenrot und etwas Nebel, schwungvoll umgesetzt von blut-/dreck-/anderweitig finsterdubios verschmierten Musikern und mit der musikalischen Energie und Aggression einer wirklich rauen Koksparty dampfwalzte man sich hier durchs Set. Das aber, und das ist einer der spannenden Aspekte bei  Misþyrming, auf charakteristische Art und Weise eingängig und durchaus nicht ohne Substanz oder Tiefgang. Gesang, aber auch die instrumentalen Parts, bewegen sich bei dieser Band in einem faszinierenden Wechselspiel zwischen Harmonik (oder eben der erwähnten Eingängigkeit) und Dissonanz, bisweilen schlich sich sogar das ein oder andere Noise-Element ein. 

Die Anziehungs- und Überzeugungskraft der Band schien ausgeprägt, denn der Wechsel zwischen „naja, ist schon gut voll hier“ zu „wtf, wo kommen auf einmal die ganzen Leute her“ vollzog sich innerhalb weniger Sekunden, und auch zum Mitklatschen und „Hey-„-Rufen musste das Publikum nicht lang animiert werden. Ob die Pause hierzu (und zu einem kurzen Drum-Solo) führte, beabsichtigt oder aufgrund technischer Probleme war? Nicht ganz sicher, macht aber auch nichts. Wenn’s eine beabsichtigte dramaturgische Pause war, hat es funktioniert und war angesichts eines sonst im positiven Sinn schnörkellosen Auftritts auch nicht „zu viel“; falls es doch technische Probleme gab, wurden diese sehr professionell überbrückt.

Solide Sache, man könnte guten Gewissens „Abriss“ dazu sagen, und das ohne, dass es dabei komplett stumpf oder klischeeversackt wurde. Passt.

Setlist: Orgia // ?// Flem // Eydimörk // Alsaela // Algleymi

Kaunis Kuolematon

Mit Kaunis Kuolematon folgte eine finnische Melo-Death-Truppe beeindruckender klanglicher Präzision. Musiziert wurde derart sauber und professionell, dass „Melodic“ ebenso wie „Death“ hier beinahe in Bilderbuch-Definitionsqualität vorlagen. Einen großen Beitrag dazu leistete aber auch der Gesang, der, und ich möchte explizit betonen, dass das ein Kompliment ist, in den cleanen Parts nicht nur der Power Metal-Fraktion Konkurrenz machte, sondern ganze Heerscharen gequälter DSDS-Schnulzensänger aus dem Wasser pusten könnte. 

Das ist zum einen deswegen ein Kompliment, weil das die entsprechende Stimme und Gesangstechnik voraussetzt. Zum anderen, und in meinem persönlichen Empfinden nochmal wichtiger, weil ich das Gefühl hatte, dass hier nicht nur mit Präzision, sondern mit Leidenschaft musiziert wird. Ähnlich wie bei In Vain am Vortag, die ich im entsprechenden Beitrag anerkennend als „Melodikbombe der Verdammnis“ bezeichnet hatte. Hier endet der Vergleich allerdings auch schon wieder, denn Kaunis Kuolematon schienen mir musikalisch dann doch eher in anderen Ecken verortet. Der erwähnte Klargesang des Gitarristen (Mikko Heikkilä) stand hier im Vergleich weniger im Fokus und diente eher als Kontrastelement zu Olli Suvantos ebenso professionellen Tiefton-Growls, und auch instrumental durfte es immer wieder professionell-brutal werden.

Von den Musikern gekonnt ignoriert, als Zuschauerin/-hörerin aber durchaus etwas irritierend war der Schlagzeug-Soundcheck auf der Nachbarbühne, der bereits während dieses Sets begann und insbesondere in ruhigeren Songparts oder zwischen den einzelnen Titeln durchaus deutlich zu hören war. Aber davon ab: Unabhängig von meinem persönlichen Geschmack empfand ich Kaunis Kuolematon als sehr gute Band, die sehr gut gemachte Musik liefert und live definitiv überzeugen kann. Klare Empfehlung für Freunde finnischen Death Metals, des generellen Melo-Deaths, und alle, die es vielleicht noch werden wollen.

Setlist: Kylmä Maa // Kun kyylenistä muodostuu meri // Merta // Paha ihminen // Kuura // Syttyköön toinen aurinko // Rauniot

Enisum

Es gibt Bands und Musikprojekte, die sind quasi mein Kryptonit. Eins davon ist Enisum. Nicht, weil ich keinen Zugang zur Musik finden würde; eher ist das Gegenteil der Fall und eine Präzisierung notwendig: Es gibt Bands und Projekte, wie Enisum, die sind mein Kryptonit als Schreiberin, denn sie stellen mich vor die Herausforderung, Musik, die vor allem auf einer abstrakten und teilweise sehr individuellen Ebene (Stimmungsaufbau, individuelle Assozationen und ausgelöste Gefühle), sowie einer des unmittelbaren Erlebens wirkt, so mit Worten zu beschreiben, dass das Ergebnis angemessen und idealerweise auch einigermaßen anschaulich bis nachvollziehbar ist.

Sprache kann erlebte Realitäten aber manchmal nur unvollständig abbilden, was durchaus frustrierend sein kann, wenn man gerade die Art von Musik, die sowas auslöst, sehr gern hat hier, wie auch zuvor etwa bei Sunken, deutlich wird. Natürlich kann ich erzählen, dass der Auftritt von Enisum eine intensive, berührende, schon intime Atmosphäre hatte- eingehüllt in dunkelblaues Licht und Nebel, die, zusammen mit stark reduzierter Bühnendekoration (eigentlich keine nennenswerte, außer eben dem Ast-Mikrophonständer) sehr viel Entfaltungsraum für Musik geschaffen haben, die diesen Raum auch braucht. Oder, dass sich diese Atmosphäre der melancholisch-entrückten andersweltlichen Einsamkeit auch daraus ergeben hat, dass auch in diesem Set zwar gesungen wurde, ein größerer Fokus aber, wie zu erwarten, auf den Instrumentalparts lag. Oder, dass die Halle hier merklich gut voll war und zwischenzeitlich sogar Feuerzeuge geschwenkt wurden – richtige Feuerzeuge! So wie früher!

Das Ding ist aber: Nichts davon bildet akkurat ab, wie es sich anfühlt, Enisum live zu sehen. Daher empfehle ich ganz pragmatisch, eben das bei entsprechender Möglichkeit zu tun. Ich weiß, dass Bands dieser Nische Geschmackssache sind, aber wer Musik mag, bei der es vor allem um „erfühlen“ und nicht „nur“ um „hören“ geht, und sich aus irgendeinem Grund noch nicht mit Enisum auseinander gesetzt hat, könnte/sollte das ruhig mal nachholen.

Septicflesh 

Bei Septicflesh lichtete sich die Halle spürbar, doch der Teil des Publikums, der blieb, hatte sichtbar Lust auf das Set. Die griechische Band brachte ihren charakteristischen, orchestralen Death‑Metal‑Sound mit, der stark von Backingtracks getragen wurde – inklusive klarer Gesangsparts vom Band. Das passte zwar zu ihrem episch‑klassischen Klangbild, ließ den Auftritt aber stellenweise etwas distanziert wirken. Die Security stellte sich früh auf mögliche Crowdsurfer ein, auch wenn es insgesamt eher ruhig blieb. Der Sänger arbeitete viel mit Gestik und suchte immer wieder den Kontakt zur Crowd, was gut angenommen wurde. Zwischen den Songs gab es längere Ansagen, in denen die Stücke ausführlich vorgestellt wurden. Die theatralische Wirkung, die Septicflesh damit anstrebten, zündete an diesem Abend jedoch nur teilweise.

Musikalisch waren sie der klare Ausreißer im Line‑up: düster, symphonisch, mit Horror‑ und Klassik‑Elementen, die eigentlich nach einem großen Orchester und Chor verlangen würden. Songs wie The Vampire from Nazareth oder das Stück über einen ägyptischen Gott, Anubis, fügten sich in ihren eigenen Stil ein, wirkten aber im Gesamtprogramm des Abends etwas fremd. 

Setlist: Portrait of a Headless Man // Neuromancer // The Vampire from Nazareth // Hierophant // Coming Storm // Virtues of the Beast // Enemy of Truth // A Desert Throne // Martyr // Anubis // Dark Art

Helfró

Tl;dr: Helfró haben sich ein wirklich begeistertes „passt schon“ verdient. Das Projekt brachte einen musikalischen Abgrund-Tanz mit, der auf der musikalischen Ebene immer wieder Elemente einer gewissen Rotzigkeit und Trotzigkeit enthielt, zusammen mit einer insgesamt sperrig-eingängigen Art, die kunstvoll Stumpfsinn ebenso wie Kitsch umschiffte. In der Rotzigkeit teilweise fast ein bisschen französischer Black Metal, in Sachen „finster und fies“ manchmal solide klassisch-norwegisch – Helfró weckten bei mir musikalisch einige Assoziationen, das aber ohne, dass den Isländern dabei die Eigenständigkeit verloren ginge.

Garniert wurde das Ganze mit einem Sänger, der wohl derart solide alkoholisiert war, dass zuverlässige Quellen berichten, die entsprechende Fahne sei bis über den Foto-Graben hinaus deutlich wahrzunehmen gewesen – was ihn allerdings nicht davon abhielt, mit traumwandlerischer Sicherheit über die Bühne zu navigieren oder mit dem Publikum zu interagieren: Neben den klassischen Mitmach-Motivationsansagen wurde auch ein Bandshirt ins Publikum geworfen, und für den Fall, dass jemand erst später dazugekommen war oder ihn beim ersten Mal nicht verstanden hatte, stellte er uns die Band gleich mehrmals vor.  Seinen wirklich hervorragend fies-finsteren Gesang, und generell eigentlich alles auf der Bühne, lieferte er aber nicht nur wirklich professionell, sondern auch wirklich begeistert ab – als ich in Part 1 schrieb, dass ich in Part 2 den gleichzeitig betrunkensten, motiviertesten  und am härtesten abfeiernden Menschen hervorheben werde, der mir bis dahin in diesem Jahr auf dem Ragnarök begegnet war, habe ich diesen Herrn gemeint. 

Zusammengefasst: Helfró sind richtig schön finster, gehen richtig gut rein und richtig gut auf die Fresse, und sie haben live einen Sänger dabei, der in Sachen Motivation und ganz offensichtlich gekonntes Saufen (denn erneut: da passte alles! Da gibt’s genug Sänger, die sind ganz anders unterwegs), basierend auf dieser Konzerterfahrung, in der absoluten Oberliga mitspielt, was gleichzeitig beeindruckend und besorgniserregend ist. Insgesamt: Ich glaube, ich bin Fan.

Setlist: Intro // Jarteikn // Sindur //  Fangelsaður í tilvist að eilífu // Minning um morðingja // Ildi óhreins anda // ?// Fláráð fræði // ?// Outro

Psychonaut 4

Die nächste Band kann nicht nur als Macht in Sachen DSBM angesehen werden, sondern auch als eins der Highlight im diesjährigen Ragnarök – Line-up. Entsprechend dicht gepackt stand man im Publikum, als das Set von Psychonaut 4 mit rotem Licht und grotesken Männerchorälen startete. Fiqrebi Mtsukhrisa eröffnete das Set, das für mich gleichzeitig die erste Gelegenheit war, die Band mit neuem Sänger live zu sehen; mit  Sana-Cura, Personal Forest und Too late to call an ambulance  fanden darüber hinaus Lieder Eingang in die Setliste, die zurecht zu den bekanntesten der Band gehören.

Dabei zeigte sich, dass Irakli sich nicht nur gut einfügt, was seine Stimme angeht, sondern auch im Hinblick auf ebenso intensive wie eigentümliche Bühnenpräsenz zu jener Intensität und Eigentümlichkeit passt, die Psychonaut 4 auf musikalischer Ebene liefern. Emotionales Schreien kam hier als wirklich emotionales, wirkliches Schreien rüber; teilweise ans spastische grenzende Bewegungen und Verrenkungen wirkten vielleicht etwas dramatisch, aber nie störend, oder aufgesetzt, sondern eben so, wie geschrieben: Authentischer Musik-Empfindungsausdruck, oder vielleicht generelle Eigentümlichkeit.

Neben der Bühnenpräsenz der Musiker, deren nahes Zusammenrücken bei einigen Songs ohne jeglichen Berührungsaustausch etwas Beinahe-Umarmendes oder -Haltendes hatte, ergibt sich diese  Eigentümlichkeit aber vor allem auch durch den beinahe grotesken Kontrast zwischen Musik und Inhalt. Damit sind Psychonaut 4 an sich nicht allein, es gibt einige DSBM-Bands, die, was das Instrumentale angeht, ziemlich eingängig sind. Sie spielen aber in der absolut obersten Liga mit, wenn es darum geht, durch die hochkontrastige Verknüpfung eingängiger und stellenweise zarter Musik mit bewusst gequälten, „hässlichen“ Schreien auch wirklich sumpfigem Seelen-Morast eine Gestalt zu geben, die dem Ganzen manchmal näher kommt, als es bloße Beschreibungen zu scheinen können. 

In einem mittlerweile recht alten, aber nach wie vor relevanten Definitionsversuch des Grotesken (Wolfgang Kayser: Das Groteske. Seine Gestalt in Malerei und Dichtung, 1957) findet sich der Satz : „Im Grotesken erscheint das Wirkliche“. Und das ist gleichzeitig das größte Kompliment und die treffendste Zusammenfassung, die ich Psychonaut 4 und ihrem Auftritt mit Worten zu geben vermag.

Setlist:  Fiqrebi Mtsukhrisa // Serial Lier // Vai Me //  Personal Forest // Sana -sana-sana – cura-cura-cura // Tbilisian Tragedy // Too late to call an ambulance // Sweet Decadence

Asagraum

Zum Abschluss eines Konzerttags, in dessen Verlauf sich immer wieder sehr atmosphärische und/oder emotionale Bands mit variierend finsterem Dampfwalzen-Gerumms abwechselten, gab es nochmal Letzteres. Asagraum brachten recht geradlinigen, in jedem Fall aber echt kompromisslosen Krach nach Art des klassisch-satanischen Black Metals auf die Bühne; mit großartiger Hexen-Stimme selbst in den Ansagen, leidenschaftlich auf’s Drumset einprügelnder Schlagzeugerin, ebenso hervorragender Arbeit an Gitarre/Bass… und ja, dann war da noch der Herr, der die Fraktion der Saiteninstrumente an diesem Abend verstärkte. Den ich hier nicht etwa heraushebe, weil die Band normalerweise ein reines Frauenprojekt ist, oder weil er seine Sache nicht gut gemacht hätte (rein musikalisch betrachtet hat er das). Vielmehr brachte er die (durchaus als solche anzuerkennende) Leistung fertig, im Rahmen eines corpsepaint-verzierten, mit Schädeln dekorierten, trvness-versprühenden Auftritts, trotz dieser genannten Umstände, derart theatralisch, dramatisch und (es tut mir wirklich, wirklich Leid, das zu schreiben) aufgesetzt wirkend zu dauer-posen, dass das stellenweise ablenkend bis tatsächlich nervig war.

Nun ist ja eine Bühnenshow glücklicherweise nicht alles, sondern es geht ja vorrangig um Musik. Auf dieser Ebene betrachtet, waren Asagraum ein meiner Ansicht nach gut gewählter Tagesabschluss, der, trotz der Uhrzeit, alles andere als schlecht besucht war und bei nicht wenigen Anwesenden die letzten Kraftreserven zu mobilisieren schien. Hallengroße, den ganzen Auftritt andauernde Total-Eskalationen gab es zwar meinen Beobachtungen nach nicht, aber für einen „Rausschmeißer“ hat das schon gepasst, und es war erfreulich zu sehen, dass es dann doch noch so viele Fans zum Auftritt geschafft hatten.

Neben der Fähigkeit, Besucher auch am Ende eines Festivaltags nochmal ordentlich mitzureißen, schienen Asagraum aber noch eine weitere, vielleicht etwas kuriose Wirkung zu entfalten: Mit voranschreitender Dauer ihres Auftritts sahen sich anscheinend immer mehr Paare dazu bewegt, absolut hemmungslos rumzumachen. Auch dieses Phänomen ergriff nicht die komplette Halle, war aber auffällig genug, um es als Beobachtung festzuhalten. Normalerweise hätte ich mich in meinem Abschlussfazit auf eine Empfehlung Asagraums an Freunde des schön finsteren Geholzes beschränkt; angesichts dieser neuen Beobachtungen während ihres Auftritts beim Ragnarök bieten sie sich aber vielleicht auch als musikalischer Hintergrund für intime Stunden an. Spannend.

Schlusswort

Der erste „lange“ Festivaltag endete mit einer ordentlichen Menge Reizüberflutung, zwangsläufig auch etwas erschöpft, aber eigentlich ziemlich glücklich. Zwischen schaukämpfenden Wikingern und Asagraum-Schlussabriss hatten sehr atmosphärische Black-Metal-Bands ebenso Platz gefunden wie angrenzende Subgenres; Bands wie Septicflesh oder auch Vanir sorgten dafür, dass Menschen, die vielleicht manchmal auch was anderes als Black Metal hören, ebenfalls angesprochen wurden. Mit Folkheim hatte es eine Charakter-Band ins Lineup geschafft, die den Einzugsrahmen der Ragnarök-Bands in den lateinamerikanischen Raum erweitert, und  Enisum sowie Psychonaut 4 zwei Gruppen, die tendenziell gespaltene Meinungen hervorrufen, von Fans aber aber umso mehr geschätzt werden.  Schön war’s, und eine gute Antwort auf die Frage, warum man (ich) sich das Camping bei dem Wetter eigentlich jedes Jahr wieder antut (antue).

Und die Mehnersmoos-Ultras. Aber auch die haben irgendwann ihre Anlage ausgeschaltet, und ich bin ihnen dafür wirklich, wirklich dankbar.

Bericht: Tanja, Roksi
Bilder: Roksi

 

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