Konzertbericht: Haggefugg – Mit Sack und Pack Tour 2026, Der Hirsch, Nürnberg, 30.04.2026

Mit ihrer Mit Sack und Pack‑Tour machten Haggefugg am 30. April im Nürnberger Hirsch Halt – ein Termin, der schon im Vorfeld nach einem vollen Haus und viel Bewegung aussah. Der Club war früh gut gefüllt, die Stimmung entsprechend gelöst, und man merkte schnell, dass dieser Abend eher in Richtung „familiäres Heimspiel“ als nüchterner Tourstopp tendieren würde.

Bevor jedoch die Kölner den Hirsch in ihren eigenen Hexenkessel verwandelten, gehörte die Bühne zunächst Vera Lux. Der Name lässt zwar sofort an strahlende Erleuchtung denken, doch in Nürnberg brauchte es dafür keine metaphysische Eingebung – ein Heimspiel reicht völlig. Und so begann der Abend nicht mit einem hellen Blitz, sondern mit einer Band, die genau wusste, wo sie hier steht und für wen sie spielt.

Vera Lux

Den Anfang machten Vera Lux, und schon beim Betreten der Bühne war klar: Das Publikum sah die Band hier nicht als nettes Extra an, sondern als Co-Headliner. Die Reaktionen aus dem Publikum waren schnell und deutlich, und die Band schien genau diese Energie zurückzuspielen. Trotz der eher knappen Platzverhältnisse auf der Bühne bewegten sich alle mit einer Selbstverständlichkeit, die man nur mit echter Spielfreude erklären kann.

Die Setlist mischte neue Stücke wie Aurora oder Supernova mit älteren Songs wie Insomnia und Labyrinth, die live ebenso gut funktionierten und ohne große Ansage ihren Platz im Set fanden. Dass das Publikum die Band kannte, merkte man schnell. Zwischenrufe, Mitsingen, kleine Reaktionen auf Gesten – all das kam ohne Verzögerung. Vera Lux mussten hier nichts erarbeiten, sie konnten einfach loslegen. Und genau das taten sie. Ein kurzer, kompakter Auftritt, der den Abend sauber eröffnete und die Stimmung im Hirsch früh auf Temperatur brachte.

Setlist: Aurora // Maskenball // Supernova // Lass mich fliegen // Insomnia // Abyss // Labyrinth // Lauf // Himmelhoch // Jetzt und hier

Haggefugg

Nach einer kurzen Umbaupause gehörte die Bühne Haggefugg, und ab diesem Moment war klar, dass der Hirsch an diesem Abend keine ruhige Minute mehr erleben würde. Die Band kam mit der gewohnten Mischung aus Spielfreude, Publikumsnähe und einer Portion Chaos auf die Bühne, die man inzwischen fast als Markenzeichen bezeichnen kann. Tanz und Gloria und Spieglein machten den Anfang und sorgten sofort dafür, dass sich die ohnehin dichte Menge noch ein Stück weiter zusammenschob.

Auffällig war, wie schnell Haggefugg den Raum für sich einnahmen. Zwischen Sternenjäger, Hexenkessel und Tanz mit dem Teufel entstand dieser typische Haggefugg‑Sog, bei dem man kaum merkt, wie viel Bewegung plötzlich im Raum ist. Die Band wirkte eingespielt, präsent und gleichzeitig angenehm unprätentiös. Ansagen blieben knapp, dafür gab es umso mehr Interaktion – sei es ein kurzer Blick ins Publikum, ein Grinsen oder ein spontaner Kommentar zwischen zwei Songs.

Mit Mit Sack und Pack und später Daheim wurde es kurz etwas persönlicher, bei Nehmt Abschied luden die Kölner auch Vera Lux auf die Bühne für einen gemeinsamen Part ein. Der neue Song Es war einmal … fügte sich unaufgeregt ins Set ein und zeigte, dass die Band live längst mehr ist als nur Mittelalter‑Party. Doch diese sollte es auch noch einmal geben: mit Met, Wirt, Bestellt! und Totentanz folgten zum Abschluss weitere tanzbare Stücke, um für ein ordentliches, fröhliches Ende zu sorgen. 

Was am Ende blieb, war ein Auftritt, der ohne große Showeffekte auskam und trotzdem wirkte. Haggefugg spielten einfach ihr Ding. Genau das, was man in einem fast ausverkauften Hirsch erwartet, und genau das, was an diesem Abend funktioniert hat.

Setlist: Tanz und Gloria // Spieglein // Sternenjäger // Hexenkessel // Tanz mit dem Teufel // Mondschein // Sanduhr // Kairos // Brennende Welt // Leuchtfeuer // Vergissmeinnicht // Firlefanz // Wir reiten keine Drachen – Präludium in B‑Dur // Mit Sack und Pack // Fässchen // Daheim // Nehmt Abschied (mit Vera Lux) // Wenn das Licht angeht // Es war einmal … // Märchenwald // Robin Hood // Met, Wirt, Bestellt! // Totentanz

 

 
Bericht und Bilder: Roksana

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Roksana Helscher, Fotografin und Redakteurin. Seit 2016 bei Dark-Art dabei, ein Teil der Chefredaktion und das Mädchen für alles. Seit meinen ersten Konzertfotografie-Gehversuchen in 2011 bis heute unterwegs und versuche das Geschehen auf großen und kleinen Bühnen zu dokumentieren.

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