Band der Woche KW 16/2026
Herkunft: München, Deutschland
Genre: Elektro
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Die Band über sich:
Rue Oberkampf is a genre-defying band that blends darkwave, electronic music, and a haunting aesthetic, captivating audiences worldwide. Their music is a journey into the depths of sound and emotion, drawing inspiration from the darker sides of life and art. With a loyal fanbase in the goth scene, they continue to push boundaries with each new release.
zu Deutsch:
Rue Oberkampf ist eine genreübergreifende Band, die Darkwave, elektronische Musik und eine eindringliche Ästhetik miteinander verbindet und damit ein Publikum auf der ganzen Welt in ihren Bann zieht. Ihre Musik ist eine Reise in die Tiefen von Klang und Emotion, die ihre Inspiration aus den dunkleren Seiten des Lebens und der Kunst schöpft. Mit einer treuen Fangemeinde in der Goth-Szene sprengen sie mit jeder neuen Veröffentlichung erneut Grenzen.
Kommentar der Redaktion:
Das erste Mal bin ich auf Rue Oberkampf auf dem E-Tropolis 2025 gestoßen, wo sie auf der großen Bühne spielen durften und ich war direkt hooked. In der Mitte stand eine Pyramide aus Licht, die zum Intro des Songs Hope and Fear pulsierend aufleuchtete. Der tiefe Synthesizer dröhnte und zog mich in seinen Bann, bevor Julias Stimme einsetzte und ich endgültig in der Musik verloren war. Die Bühne war natürlich viel zu groß für die beiden Köpfe hinter der Gruppe Julia de Jouy und Oliver Maier und die Live-Unterstützung Geistha, was aber überhaupt nichts machte, denn hier konnte sich die Musik richtig entfalten.
Zusammen erschaffen de Jouy und Maier eine spannende Mischung aus Techno, EBM und Dark Wave, die in eine Genreschublade zu stecken nicht leicht und der Versuch eigentlich schon blasphemisch ist. Daher auch die sehr vage Einordnung als „Elektro“ in diesem Beitrag. Viele Anleihen aus verschiedenen Ecken werden zu einem eigenen Klang fusioniert und das funktioniert absolut großartig. Geprägt von pulsierenden Beats, düsteren Synthesizer-Flächen und Julias klarer, oft melancholischer Stimme entsteht eine Atmosphäre, die gleichzeitig kühl und emotional wirkt. Das wirkt manchmal nostalgisch und an vergangene Techno-Tage erinnernd, aber immer zeitgemäß und eigenständig und passt auf die große Bühne der Turbinenhalle Oberhausen, in der das E-Tropolis stattfindet, aber auch in kleinen Clubs sehr gut. Vielseitigkeit und Verspieltheit stehen hier im Vordergrund, aber mit einer klaren und ausgefeilten Struktur. Dadurch kann man sich beim Hören einfach fallen lassen und die Zeit vergessen und einfach vor sich hin tanzen. Trotzdem sollte man sich jeden Song wenigstens einmal bewusst auf einer guten Anlage oder mit guten Kopfhörern anhören und auf die ganzen kleinen Elemente im Hintergrund achten, die den Liedern das gewisse Etwas geben.
Rue Oberkampf fusionieren nicht nur Genres und erzeugen damit Kontraste, sondern auch durch Sprache. So wird auf Englisch, Französisch und Deutsch gesungen und manchmal auch im gleichen Song zwischen den Sprachen gewechselt. Sehr passend zum Namen, der sich auf die nach dem deutsch-französischen Textilindustriellen Christophe-Philippe Oberkampf bezogenen Straße in Paris bezieht. Er ist auch Namensgeber des Debütalbums Christophe-Philippe. „Wir fanden, dass der Gegensatz zwischen dem harten Klang des Namens und der bunten Szene, die heute in der Rue Oberkampf zu Hause ist, zu uns und unserer Musik passt“, erklärte die Deutsch-Französin de Jouy vor einigen Jahren den Kollegen von Schwarzes Bayern. Ein interessanter Gedanke, den sie und ihre Gründungsmitglieder Maier und Damien De-Vir, der die Gruppe inzwischen verlassen hat, damals hatten und der auf inzwischen zwei Alben, zwei EPs und einigen Singles weitergetragen wird.
Die Band bei Dark-Art:
Live-Impressionen:
Musikvorschlag:
Kommende Live-Termine:
- 11.04.26 – Burg Querfurt, Pitchfork Festival
- 16.07.-19.07. – Bulkow, Castle Party
- 25.07. – Köln, Amphifestival
- 24.10. – Reutlingen, Takt Bizarre
Links:
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Band der Woche, unter diesem Titel stellen wir euch jede Woche Dienstagabend, 20 Uhr (MESZ) eine Band vor. Dies sind jeweils Bands, die von Mitgliedern unserer Redaktion empfohlen werden, vor allem junge Nachwuchsbands, die unserer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient haben.
Alle Bands, die wir dieses Jahr vorgestellt haben, findet ihr auch in unserer Playlist auf Spotify.
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