Zum zwanzigsten Jubiläum des Aaargh Festivals wurden die Tore bereits am Mittwoch geöffnet!
Dies zu Ehren von Bosparans Fall, welche dort eigentlich ihre neue Platte Namenlose Tage taufen wollten. Da sich jedoch die Produktion des Albums ein wenig verzögerte, ging dieser Plan nicht ganz auf. Somit war am 24. Juni lediglich das Release der gleichnamigen Single.
So konnte man mit einem Zusatzticket für 17 Euro die Namenlose Nacht genießen, an der drei mystische Bands auftraten. Passend dazu wurde das Bier auch im ersten Jubiläumsgefäß ausgeschenkt: dem „Namenlosen Becher“ mit dem Design des Abends.
Komplett abgerundet hätte dies auch ein namenloses Bändchen, stattdessen war dort jedoch der Name der Nacht eingestickt.
Das auf 500 Tickets beschränkte Opening-Event lockte bereits eine gute Anzahl Leute als Wochenend-, aber auch als Abendgäste an. Die Anreise war ab 12 Uhr möglich, das Infield öffnete um 17 Uhr. Auch wenn noch nicht alle Stände vor Ort waren, gab es doch bereits den Black Legion Shop sowie natürlich auch das typische Merchandise-Zelt von Festival und Bands. Nur die Essensauswahl war für den ersten Tag Aaargh-untypisch auf Steak, Wurst und Pommes reduziert, was sich jedoch ab dem offiziellen Festival wieder auf die gewohnte Vielfalt erweiterte.
Lykana
Lykana starteten pünktlich um 19 Uhr in den Abend, wobei noch einige Besucher beim Einlass an der Kasse standen.
Wer so früh Feierabend machen konnte, um nicht mehr im Aufbau der Schlafmöglichkeit zu stecken, versteckte sich auf der linken Seite der Bühne im Schattenstreifen. Trotz guten 30 °C behielten die fünf Jungs tapfer ihre Masken auf, auch wenn dieses Jahr mit der Absenz von Regen kein Bedarf an Stroh vor der Bühne bestand.
Die noch recht junge Band zeigte sich somit im Stil der Werwölfe, worauf auch der Bandname, beziehungsweise die Lykanthropie, bereits hindeutet. Ein ordentliches Brett im Pagan Metal, bei dem man den mittelalterlichen Ursprung noch gut heraushörte. Ob die heißen Feuerstöße auf dem Bühnendach, im mittlerweile kühleren Sonnenuntergang jedoch wirklich nötig waren, lässt sich streiten.
Gefrierbrand
Mit der Abenddämmerung kam die Abkühlung in Form von Gefrierbrand. Die erfahrenen Musiker brachten die Stimmung beim mittlerweile zahlreicheren Publikum ordentlich zum Kochen. Gekleidet in traditioneller Schwarzwaldkluft und mit düsteren Märchen im Death-Metal-Gewand, ging die Sause eine Stunde lang bis 21.45 Uhr.
Spät genug für den Sänger, musste dieser doch am nächsten Tag bereits um 5 Uhr wieder in Pforzheim malochen gehen.
Neben einer bitterbösen Ballade gingen auch die ersten Circle Pits des Festivals los. Als die Band dann jedoch beim zweitletzten Song zu einer Wall of Death aufrief, waren die Leute so im Moshpit vertieft, dass sie es nicht mitbekamen. Zum Finale vor dem Foto begaben sich dann beide Saitenspieler noch ins Publikum, wobei einem eine lustige grüne Fischermütze auf den Kopf gesetzt wurde.
Bosparans Fall
Mystisch erschallte das Intro der Hauptband. Die Bühne, geziert von Steinelementen, Efeu und einem Altar, wurde von Bosparans Fall in Kutten betreten.
Zu Ehren des Abends wurden Songs aus Namenlose Tage gespielt, welche schließlich auch der Grund für diesen extra Abend waren.
Doch trotz guter Show hätte ich mir ein wenig mehr Kommunikation mit dem Publikum gewünscht. Nicht nur was das spezielle 90-Minuten-Set betrifft, sondern auch etwas mehr über ihr Pen-and-Paper-Universum. Zwar wurde dies durch Einspieler aus dem Album erklärt, doch lebt Rollenspiel von der Kommunikation.
Dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Vor allem der Magier mit seiner Feuerball-Hand und anderen schauspielerischen Einlagen blieb einem in Erinnerung.
Auch wurde nicht an Effekten gespart: Eine Schneekanone kam sowohl im ersten als auch im letzten Drittel zum Einsatz. Das Zeug hielt sich dabei ziemlich gut auf den ersten Reihen, verschwand aber auch ohne Spuren wieder.
Nachdem die neuen Songs präsentiert waren, wechselte die Band zu ihren gewohnten Rüstungen – wohl das erste Mal auf dem Aaargh, ohne dabei in der Sonne niedergegart zu werden.
Mit den bekannteren Songs steigerten sich die Stimmungswürfe vor allem im Publikum noch um einige Punktzahlen, welches sich zur nächtlichen Stunde mit den gewohnten Konzertaktivitäten und Getränken vergnügte.
Bericht: Simi
Bilder: Matthias
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