9mm Headshot sind eine feste Größe in der deutschen Rockszene. Nach einer langen Pause seit ihrer letzten Veröffentlichung im Jahr 2015 sind sie endlich zurück – und das nach über acht Jahren ohne neues Material! Mit einem neuen Frontmann und einem neuen Sänger im Gepäck präsentieren sie stolz ihre aktuelle Single „Spritztour„, die am 19. Januar 2024 veröffentlicht wurde. Ein eindrucksvolles Stück Musik, das die Vielfalt von Punk, Metal und Deutschrock vereint und zeigt, dass der unverkennbare Sound von 9mm Headshot lebendig wie eh und je ist.
In unserem Interview wollten wir mehr darüber erfahren, was die Band in Zukunft plant und was ihre Fans erwarten können.
Herzlichen Glückwunsch zur Rückkehr! Nach acht Jahren. Was können die Fans von diesem neuen Kapitel der Band erwarten?
Hallo Mia, vielen Dank für die Glückwünsche. Wir waren als Band jetzt nicht ganz weg, aber da die letzte Veröffentlichung 2015 war, kann man schon von einer Rückkehr sprechen. Immerhin arbeiten wir mit Hochdruck an den neuen Songs und haben ja mittlerweile auch schon einen veröffentlicht. Und genau das mit allem Drumherum kann man als Fan erwarten: Neue Songs, vermehrt Konzerte und jede Menge frischen Wind.
In der Zeit der Abwesenheit hat sich viel verändert. Wie habt ihr als Band die musikalische Landschaft und die Branche in dieser Zeit wahrgenommen und inwiefern hat dies eure künstlerische Perspektive beeinflusst?
Das ist eine sehr schwere Frage. Es ist alles digitaler geworden. CDs sind nicht mehr beliebt und wir müssen einiges, gerade in den sozialen Netzwerken, anpassen. Man muss aktuell die Kunst nicht nur aufs Musikalische beschränken, sondern muss alle Kreativität aufs Marketing übertragen und sich immer etwas Neues ausdenken. Das kann sehr viel Spaß machen, kann aber auch mal mühsam und schwierig sein.
Der Wechsel des Frontmanns kann auch eine transformative Erfahrung für eine Band sein. Inwiefern hat „Dougie“ euren Sound und eure künstlerische Identität beeinflusst und wie habt ihr als Gruppe diesen kreativen Wandel erlebt?
Ja, das war eine sehr emotionale Erfahrung. Rock Rotten, der ehemalige Frontmann, war und ist für uns nach wie vor wie Familie. Das kommt einem fast wie eine Trennung vor. Aber wir sind in engem Kontakt mit ihm und er steht nach wie vor hinter uns. Jetzt zu Dougie: Er ist einfach ein Vollblut-Musiker, ein wahnsinnig guter Freund und sehr engagiert. Das macht es der Band sehr einfach, zu einer guten Formation zusammenzuwachsen. Den Sound beeinflusst eine neue Stimme natürlich sehr stark. Aber die ersten Ergebnisse lassen sich echt hören. Ansonsten ist er wie auch Rock Rotten eine absolute Rampensau.
Ein neuer Name begleitet den Neuanfang. Wie kam es zur Entscheidung, einen neuen Bandnamen zu wählen und wie spiegelt sich dieser in eurer musikalischen Identität wider?
Im vorherigen Namen war ja noch der Name des ehemaligen Sängers enthalten, da es ja sein Solo-Projekt war. Die Band ist nun quasi eine Mischung aus dem altbekannten 9mm und etwas Neuem. Daher macht es nur Sinn, den Namen anzupassen. Und das Wichtigste für die Wiedererkennung, das 9mm, ist nach wie vor enthalten. 9mm Headshot kommt also immer noch wie aus der Pistole geschossen und die Songs gehen einfach in den Kopf. Klingt für uns plausibel.
Nach einer längeren Pause wieder auf die Bühne zu treten, ist sicherlich aufregend. Habt ihr besondere Pläne oder Überraschungen für eure kommenden Live-Auftritte, um diesen Neustart zu feiern?
Wie gesagt, wir haben ja im Schnitt zwei bis drei Gigs im Jahr gespielt (nehmen wir mal die Corona-Zeit raus). Die Aufregung kommt also weniger vom zeitlichen Faktor, als von dem Wechsel des Frontmanns. Wobei wir alle, gerade nach den ersten Proben und Aufnahmen, sehr zuversichtlich in die Zukunft blicken, zumal wir nach einem sehr spontanen ersten Promo-Gig in Geiselwind, wo wir 2 Songs performt haben, sehr gut vom Publikum angenommen wurden und ausschließlich positives Feedback bekommen haben. Wie immer werden wir uns für unsere Live-Shows einiges einfallen lassen. Mehr verrate ich erstmal nicht.
Live-Auftritte haben eine einzigartige Energie. Gibt es spezielle Rituale oder Vorbereitungen, die ihr vor euren kommenden Shows trefft, um sicherzustellen, dass euer neues Kapitel gebührend eingeleitet wird?
Wir haben jetzt schon so viele Insider und Ideen, aus denen sich sicher das ein oder andere Ritual ergibt oder entwickelt. Es steht beispielsweise die Idee im Raum, einen eigenen alkoholischen Shot zu kreieren, den sog. Headshot. Aber auch musikalische, motivierende Kampfschreie kurz vor der Show halten wir nicht für ausgeschlossen. Wir werden sehen. Manchmal ist etwas Spontanität auch nicht verkehrt.
Eure Fans sind gewachsen und haben sich verändert. Wie plant ihr, eure bestehende Fangemeinschaft wieder zu engagieren und gleichzeitig neue Hörer anzusprechen?
Mit unseren Fanclub-Members stehen wir nach wie vor sowieso in Kontakt. Aber ob alte Fans oder neue Fans, man muss jetzt einfach abliefern: Neue Songs veröffentlichen, Konzerte spielen und ja, die sozialen Medien gehören natürlich auch dazu. Darüber hinaus anständige Promo-Arbeit und sich mit Teilnehmern der Branche vernetzen (Musiker, Magazine, Promoter etc.), um mit einem starken Fundament wachsen zu können.
„Spritztour“ ist eure erste Single in neuer Formation. Klingt nach einem energiegeladenen Titel. Was ist die Botschaft hinter dem Song und wie repräsentiert er den Sound von 9mm Headshot unter neuer Leitung?
„Spritztour“ ist quasi ein typischer 9mm-Song, wie man es von beispielsweise „Ambrosia und Whiskey“ oder von „9mm ARR“ kennt. Eine Mischung aus Punk und Metal und ja, energiegeladen ist der richtige Begriff. Die Botschaft soll sein, wir machen immer noch den klassischen Assi-Rock! Es gibt voll auf die Zwölf! Und durch die textliche Junggesellenabschieds-Party-Atmosphäre bleibt auch das Augenzwinkern des alten 9mm-Charms erhalten.
Wie definiert ihr persönlich und als Band den Erfolg eurer Rückkehr und welche Meilensteine setzt ihr euch, um sicherzustellen, dass diese Rückkehr für euch erfüllend und nachhaltig ist?
Um hier nicht zu sehr ins Detail zu gehen kann man nur sagen, dass das Jahr 2024 unser Etablier-Jahr ist. Wir müssen zeigen, dass es funktioniert. Und genau da liegt aktuell unser Fokus. Der erste Meilenstein ist natürlich das erste große Konzert. Dies wird die G.O.N.D. sein. Der zweite Meilenstein ist die Veröffentlichung des neuen Albums und natürlich alle Singles, die sich über das ganze Jahr verteilen. Interessant wird auch das Ex-Open-Air in Ketsch, da das quasi vor unserer Haustüre stattfindet und dort sehr viele engere Freunde und Familienmitglieder kommen werden.
Abschließend, was möchtet ihr, dass eure Fans aus dieser neuen Ära von 9mm Headshot mitnehmen? Welche künstlerischen und emotionalen Veränderungen sollen sie in eurer Musik entdecken?
Sie sollen Spaß und Freude mitnehmen und eine geile Zeit erleben. Freundschaften sollen durch unsere Musik entstehen, wie zum Beispiel in unseren Fanclubs. An alle Fans: Seid gespannt, wir bleiben dran, euch allen eine gute Zeit bis zu unserem Wiedersehen.
Vielen Dank für das Interview!
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