2026 konnte endlich eine Tour stattfinden, auf die Fans schon seit Jahren warteten: Die Ukrainer 1914 gingen endlich auf Headliner-Tour und machten am Mittwoch, dem 08.04.2026 dabei auch in Frankfurt Halt, im Nachtleben. Als die Türen dann um 19 Uhr öffneten, gab es noch wenige Tickets an der Abendkasse, doch diese sollten auch noch im Laufe der Vorband ausverkauft sein. Mit dabei auf der Tour war die dänische Doom-Metal-Band Katla.
Katla
Schon bevor Katla die Show begann, zeigte sich ein ungewöhnlicher Bühnenaufbau, denn vorne stand zentral ein zweites Schlagzeug, denn Rasmus Bang übernimmt sowohl den Leadgesang als auch das Schlagzeug. Im Verlauf von sechs Songs präsentiere das Trio aus Dänemark einen sehr starken drückenden Sound, der gut beim Publikum ankam. Neben Musik mit klarer Message gab es aber auch eine klare politische Kante in den Ansagen, in denen sich die Band wiederholt gegen Krieg und Tyrannei stellte. Nach der Absage im letzten Jahr freute sich die Band besonders, nun zum dritten Mal zusammen auf Tour gehen zu können, und für den Song Dead Lover wurden sie an diesem Abend auch von Oleksa von 1914 an der zweiten Gitarre unterstützt. Die Musiker freuten sich auch, zurück im Nachtleben zu sein und dass einige Besucher sie schon auf früherer Tour mit Crypta gesehen hatten. Das Set endete mit dem Song Dragonlord, der, wie die Band feststellen musste, in Deutschland für einige ungewollte humorvolle Momente sorgte. Zu Beginn des Songs kippte Rasmus auch noch sein Bier über die Felle, von denen es beim Spielen hochspritzte.
Setliste: Warmongering Luciferians (pt1) // Warcries // Dead Lover // Black Echo // Taurus // Dragonlord
1914
Nach einem kurzen Umbau erklang dann schon die österreichische Kaiserhymne als Intro, zu der die Band die Bühne betrat und dann direkt mit FN .380 ACP#19074 und Vimy Ridge (In Memory of Filip Konowal) losschoss. Von der ersten Minute an überzeugten die Ukrainer mit einem unglaublich intensiven Sound und der starken Präsenz des Frontmanns, der sich beim zweiten Song schon in das Publikum begab.
In den Ansagen betonte Sänger Dmytro die aktuellen Schrecken in ihrer Heimat, die sie selbst auch hautnah miterlebten und forderte zur Unterstützung der Ukraine auf, denn diese sei das einzige, was aktuell zwischen den russischen Aggressoren und dem Rest von Europa stehe. Die Message dabei war simpel, FUCK WAR, FUCK IMPERIALISM, FUCK PUTIN. Dafür gab es im Laufe des Sets auch sehr unterstützendes Feedback eines Besuchers.
Nach der ersten eindringlichen Ansage ging es dann mit Songs vom aktuellen Album Viribus Unitis weiter, dabei wurde die Spielzeit gut genutzt und fast alle Songs des Albums fanden ihren Weg in das Set, welches danach mit dem älteren Passchenhell und dem Outro zu Ende ging. Doch das Publikum ließ nicht locker, und forderte lautstark nach einer Zusage, die mit A7V Mephisto auch abgeliefert wurde. Durch die geringe Größe und ohne Graben vor der Bühne war die Band dadurch direkt am Publikum, was die Intensität des Auftritts noch verstärkte.
Setlist: War In (The Beginning of the Fall) // FN .380 ACP#19074 // Vimy Ridge (In Memory of Filip Konowal) // 1914 (The Siege of Przemyśl) // 1915 (Easter Battle for the Zwinin Ridge) // 1918, Pt. 1: WIA (Wounded in Action) // 1916 (The Südtirol Offensive) // 1917 (The Isonzo Front) // Passchenhell // War Out (The End?) // A7V Mephisto
Auf ihrer ersten Headliner-Tour seit Jahren konnten 1914 erneut eindrucksvoll beweisen, dass sie zu den stärksten Bands ihres Genres gehören. Die Stärke ihrer Performance liegt dabei darin, dass diese ohne große Show auskommt und so den Fokus nicht von der Wirkung der Musik ablenkt. Die Schrecken des Ersten Weltkriegs, die sie in ihrer Musik spürbar rüberbringen, sind leider aktuell wie nie zuvor.
Das einzige optische Manko der Show war dabei das zu helle weiße Licht, das der Wirkung der Musik entgegenstand und nicht ganz zur Atmosphäre eines Extreme Metal Konzerts beitrug, dafür aber die Mimik der Musiker hervorragend präsentierte.
Bericht & Bilder: Matthias
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