Konzertbericht: Heaven Shall Burn – Heimat Over Europe Club Tour 2026, Batschkapp Frankfurt, 02.08.2026

Am Sonntag, den 02.08.2026 brachten Heaven Shall Burn im Rahmen ihrer Heimat Over Europe Club Tour 2026 die Batschkapp in Frankfurt am Main gefühlt zum Brennen. Unterstützung erhielten die Thüringer dabei von 200 Stab Wounds und Sanguisugabogg.

Pünktlich um 18:30 Uhr öffneten sich die Türen der Batschkapp. Bei hochsommerlichen 31 Grad Celsius hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits zahlreiche Fans vor dem Club eingefunden und warteten darauf, dass der Konzertabend beginnen würde, an dem die Temperaturen wohl nur noch weiter steigen sollten. 

Während fast alle Clubs der Heimat Over Europe Club Tour 2026 bereits im Vorfeld ausverkauft waren, gab es für die Batschkapp an diesem Abend zunächst noch Tickets. Lange sollte das jedoch nicht so bleiben: Im Laufe des Abends wurden noch alle Tickets verkauft – beste Voraussetzungen also für einen heißen Konzertabend.

 

200 Stab Wounds

Um 19:30 Uhr eröffneten 200 Stab Wounds den Konzertabend zunächst kurz mit einigen ruhigen, melodischen Klängen, die sich schon bald in einen von schweren Gitarrenriffs geprägten Sound verwandelten. Nach einer kurzen Vorstellung der amerikanischen Death Metal Band dauerte es nicht lange, bis der erste Circle-Pit eröffnet wurde und der oder die ein oder andere dabei schon ordentlich seine Haare fliegen lassen konnte. 

Musikalisch überzeugten 200 Stab Wounds mit einem abwechslungsreichen Mix aus langsameren, melodischen Passagen und schlagartig einsetzenden, schnellen Riffs und tiefen Growls. Besonders bei Hands of Eternity zeigte sich diese Mischung eindrucksvoll, denn der Song wurde prompt vom Publikum mit einem weiteren Circle-Pit begrüßt.

Nach 30 Minuten Spielzeit war das Warm-up für die Crowd schließlich vorbei. Die Band bedankte sich bei ihnen für den gelungenen Auftakt und verabschiedete sich mit einem gemeinsamen Gruppenfoto.

Setlist: Intro // Symbolic in Glory // Fatal Reality // Defiled Gestation // Masters of Morbidity // Hands of Eternity // Itty Bitty Pieces // Skin Milk // Tow Rope Around the Throat

 

Sanguisugabogg

Als zweite Band des Abends standen die ebenfalls aus den USA stammenden Death-Metaler Sanguisugabogg auf der Bühne. Eine kleine Herausforderung dürfte dabei bereits der Bandname gewesen sein – denn wer Sanguisugabogg auf Anhieb nicht fehlerfrei aussprechen konnte, dürfte damit wohl nicht allein gewesen sein. 

Mit Rotten Entanglement forderte Sänger Devin Swank das Publikum auf, die Band mit “Hey”-Rufen zu unterstützen, was das Publikum lautstark und mit erhobenen Fäusten tat. Anschließend wurde aus der Menge Face Ripped off gefordert – ohne Umschweife lieferte die Band den gewünschten Song. 

Auch im weiteren Verlauf bezog Swank die Crowd immer wieder aktiv mit ein und bedankte sich schließlich dafür, dass die „German brutal metal scene“ die Batschkapp ausverkauft habe. Zu Dragged by a Truck erklärte er dem Publikum, dass es in dem Song darum gehe, wie es sich anfühle, von einem Truck überfahren zu werden, und forderte die Energie der Crowd in einem Circle-Pit, um dem diese sich natürlich nicht lange bitten ließ. 

Auch musikalisch legten Sanguisugabogg noch einmal eine Schippe darauf. Schnelle, druckvolle Gitarrenriffs trafen auf die tiefen Growls des Sängers, die den Sound der Band maßgeblich prägten. Im Vergleich zu 200 Stab Wounds empfand ich den Gesang dabei deutlich präsenter: Während die vorherige Band öfters mit längeren Passagen ohne gesangliche Begleitung auskam, sorgten bei Sanguisugabogg die Growls nahezu durchgehend für den nötigen Druck.  

Zum Ende der Spielzeit fragte die Crowd nach einer Zugabe – diese blieb allerdings aus.

Setlist: Rotted Entanglement // Face ripped off // Feening for Bloodshed // Skin Cushion // Abhorrent Contraception // Dragged by a Truck // Dead as Shit

 

Heaven Shall Burn

Um 21:15 Uhr war es schließlich Zeit für den Hauptact des Abends: Mit einem “Frankfurt, seid ihr bereit?” betraten Heaven Shall Burn die Bühne und eröffneten mit Counterweight ihren Auftritt.

Die zuvor noch vergleichsweise locker stehende Menge wurde nun deutlich dichter zusammengedrängt, bot dennoch genügend Platz zum Headbangen.

Nach My Revocation of Compliance und Voice of the Voiceless, bei dem Sänger Markus der Crowd das Mikrofon zum Mitsingen entgegenhielt, richtete er sich erstmals ausführlicher an das Publikum. Trotz der anhaltenden Hitze und der weit über 1.000 Menschen, die sich inzwischen im Club drängten, war die Stimmung energiegeladen. Die Fans hatten sichtlich Bock, gemeinsam mit ihnen zu feiern – oder, wie Markus es passend ausdrückte: „den Schweiß zu teilen“. Mit Godiva wurden dann auch die ersten Stagediver in Richtung Barrikade gereicht. 

Nach Confounder übernahm Gitarrist Maik das Mikrofon und richtete einige nachdenkliche Worte an die Crowd. Gemeinsam wurde ein klares Zeichen gesetzt: Nazis haben in der Metal-Szene nichts zu suchen – und das unabhängig von der eigenen politischen Gesinnung. Beide politischen Extreme würden letztlich die Zukunft aller bedrohen. Zustimmender Applaus und Zurufe aus der Crowd begleiteten seine deutliche Ansage. 

Daran anknüpfend wurde Numbing the Pain gespielt und vom Heaven-Shall-Burn– Klassiker Awoken ging es mit einer Wall of Death über zu Endzeit, bei der die Band die ausgehende Energie der Crowd offenbar spüren konnte und begeisternd in Black Tears stimmte, welches die Fans nur allzu textsicher mitsangen und mit einem großen Circle-Pit feierten.

Zu A Whisper from Above bildete die Crowd auf Markus’ Bitte hin einen riesigen Circle Pit in der Mitte, in dem die Fans während des Songs laufend ihre Runden zogen und ein eindrucksvolles Bild in der heißen Halle bildeten.

Für die Zugabe griffen die Thüringer schließlich noch einmal auf das aktuelle Album Heimat zurück. Das wunderschöne, vom Band eingespielte Geigenstück Ad Arma leitete dabei in War Is the Father of All über. 

Doch bevor der Abend endgültig zu Ende ging, nahm sich Markus noch einmal Zeit für einige persönliche Worte. Das Thema „Heimat“, das sich bereits durch den Namen der Tour und des aktuellen Albums zog, bekam dabei eine ganz persönliche Bedeutung. Markus erzählte, dass auch seine Familie den Konzertabend gemeinsam vor der Barrikade im Club verbracht habe. Die Freude darüber war ihm deutlich anzumerken – ein besonderer Moment, der den Abend noch einmal auf eine ganz andere, persönliche Ebene hob. 

Gitarrist Alexander übernahm daraufhin mit “Überraschung!” das Wort und die Band stimmte mit Valhalla zum letzten Song des Abends an, bei dem die Crowd nochmal alles gab und textsicher mit Markus zum Blind Guardian-Cover mitsang.

Setlist: Counterweight // My Revocation of Compliance // Voice of the Voiceless // Godiva // Confounder // Numbing the Pain // Awoken / Endzeit // Black Tears // Übermacht // A Whisper from Above // Intro / Thoughts and Prayers // Ad Arma // War is The Father of All // Valhalla

 

Damit endete ein Konzertabend, bei dem Heaven Shall Burn ihrem Namen alle Ehre machten: Die Batschkapp stand an diesem Abend nicht nur musikalisch ordentlich in Flammen.

Noch eine positive Anmerkung zum Veranstalter am Rande: Aufgrund der hohen Temperaturen im Club und auch außerhalb wurde während des Konzerts Trinkwasser an der Barrikade verteilt und die Fans wurden dazu aufgefordert, dieses möglichst untereinander weiterzugeben. Gerade bei der an diesem Abend herrschenden Hitze war das eine wichtige und sehr geschätzte Geste. Vielen Dank dafür! 

 

Bericht: Madlen
Bilder: Thomas

 

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