Am Freitag, dem 06.03.2026 wurden die Titanen auf den Hirsch in Nürnberg losgelassen und entfesselten eine energiegeladene Metalparty.
Wisborg
Bevor es aber damit losgehen sollte, ließen zunächst die Jungs von Wisborg ihre düsteren, dystopischen Klänge im Hirsch erschallen und das Publikum begann, sich zu einer Mischung aus Dark Wave und Gothic einzugrooven. Mit im Gepäck hatte die Band ihr neues Album Phantomschmerz, von dem alle deutschsprachigen Lieder des Abends waren. So steigerte sich die Stimmung im Publikum von Stück zu Stück. Schließlich folgte als vorletzter Song ein besonderes Extra vom neuen Album, welches nicht online verfügbar ist, sondern nur auf CD und Vinyl, das Placebo-Cover The bitter end.
Dem Sound entsprechend waren auch die Outfits: schwarz, mit Gothic-Touch und dunkler Gesichtsbemalung. Besonders auffällig war jedoch der strümpfige Auftritt von Gitarrist Nikolas Eckstein. Dieser hatte sich bei der Show am Vorabend in München den Fuß verknackst und performte nun auf Socken. Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab, sich abermals ordentlich ins Zeug zu legen und gegen Ende des Sets sogar eine Gitarreneinlage im Publikum abzuliefern.
Insgesamt eine gelungene Opener-Performance, basslastig und mit markantem Schlagzeug. Leider war der Gesang zu leise und damit kaum zu verstehen.
Setlist Wisborg:
I believe in nothing // Kreatur der Nacht // Perfume & Cigarettes // Totentanz //Vampyre // Schmerz vereint // Im freien Fall // The bitter end // Spirits that I called
Manntra
Während einer kurzen Umbaupause, in der Getränkevorräte aufgefüllt werden konnten und auch der Imbissstand im Hof gut frequentiert wurde, ertönten u.a. mehrere Stücke von Sabaton als Pausenmusik. Vor dem Sturm der Titanen erklang der Sandstorm und damit unverkennbarer Discosound als Startsignal für Manntra, die Bühne zu übernehmen.
Als es endlich losging, war die versammelte Metalschar, eine Mischung aller Altersgruppen, sofort 100% dabei, reckte enthusiastisch die Fäuste in die Höhe oder ging klatschend im Rhythmus mit. Den Auftakt machte das Lied Titans aus dem gleichnamigen aktuellen Album.
Der Barren King erschien wie üblich mit Totenkopfmaske auf der Bühne und ein Abbild von ihm stand in der ersten Reihe. Dies gefiel auch Leadsänger Marko Sekul, der sich freute, die erste Headlineshow in Nürnberg überhaupt zu spielen. Diese war auch fast ausverkauft und die Stimmung ab dem ersten Lied auf dem Höhepunkt. Marco zeigte sich sprachlos und bedankte sich beim Publikum.
Dann folgte frenetischer Applaus, als Dorian Pavlović alias Dodo als nächsten Song die Liebesballade Yelena ankündigte. Auf sein Zeichen gingen sogleich alle Hände im Hirsch nach oben und verblieben dort, winkend und klatschend, für das komplette Lied. Mit Morana, Yelena und Shadows hielt die Setlist also direkt im ersten Drittel drei absolute Klassiker bereit. Der unverkennbare Mix aus Industrial- Gothic- und Folk-Metal entfesselte seine pure Energie und die fünf Jungs von Manntra hatten nicht zu viel versprochen, mit ihrer größten Headlinetour der bisherigen Bandgeschichte. Die Energie, die sie selbst bei jedem einzelnen Stück auf die Bühne brachten, übertrug sich eins zu eins auf ihre Fans.
Was nun folgte, war der ultimative Abriss à la Manntra. Zunächst wurde bei Teuta, einem weiteren Stück vom neuen Album, der erste Moshpit des Abends gestartet, bevor es für den Barren King Zeit wurde, sein Surfbrett in Position zu bringen. Über die Hände und Köpfe der Zuschauer hinweg ging es wie immer in Richtung Bar. Diesmal mit der besonderen Herausforderung, nicht an die Technik der Hallendecke zu stoßen.
Anschließend wurde es Zeit für eine Erfrischung und ein mutiger Metalhead aus dem Publikum stellte sich der ultimativen Trink-Challenge gegen Dodo. Unter Trommelwirbel leerten sie zeitgleich je eine Bierflasche auf ex, der klare Sieg ging an Dodo. Mit weisen Ratschlägen von Marko, für nächstes Jahr fleißig zu üben, wurde der sportliche Verlierer schließlich von der Bühne verabschiedet.
Mit der Aufforderung, beim nächsten Stück drei Minuten lang zu springen, um mehr Bier trinken zu können, folgte die Überleitung zu Unholy water und die springende Meute brachte den Boden vom Hirsch zum Beben. Marko ließ es sich schließlich nicht nehmen, seinen Platz auf der Bühne zu verlassen und sich mitten ins Getümmel zu stürzen.
Inzwischen war nicht nur die Stimmung auf dem Siedepunkt, sondern auch die Temperatur, sodass Bassist Zoltan mittlerweile halb nackt auf der Bühne stand, um mit The heart of the storm direkt noch einmal nachzulegen. Dann wurde es Zeit für ein ruhigeres Stück in deutscher Sprache. Der Hinweis von Sänger Marko, dass er kein „native speaker“ sondern ein „Duolingo speaker“ sei, wurde lachend vom Publikum aufgenommen und er trug So ist das Leben souverän vor. Ein Liebeslied der anderen Art folgte mit Slave. Die anschließenden lautstarken Manntra Rufe der versammelten Fans überzeugten sogar den sonst eher kritischen Zoltan.
Schließlich näherte sich mit Ori Ori, einem unverzichtbaren Stück auf jeder Manntra-Setlist, der Abend dem Ende. Natürlich nicht ohne einen Zugabenblock. Dieser enthielt einige weitere Highlights, mit u.a. dem Regentanzlied Kisa (dem ersten Manntra Stück überhaupt), und dem all time Hit Nightmare.
Nicht nur die Band war anschließend schweißgebadet, auch im Publikum blieb kein T-Shirt trocken. Statt langer Worte rief Marko schlicht „Danke, danke Nürnberg“, bevor er zum Schluss eine kleine Konfetti-Kanone abfeuerte, auch, wenn ihm sein Flammenwerfer wohl lieber gewesen wäre.
Damit ging eine ausgelassene Metalparty zu Ende und die Jungs von Manntra haben einmal mehr bewiesen, welche geballte Live-Power in ihnen steckt.
Setlist Manntra:
Titans // Morana // Yelena // Shadows // Teuta // The hunter // Barren king //Unholy water // The heart of the storm // So ist das Leben // Slave // Higher // Skal // Ori Ori // Heathens // Kisa // Domain // Nightmare // Naranca
Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:
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