Es wurde doomig und sehr melodisch am 25.04.26 im b-Hof in Würzburg. Die finnischen Bands Marianas Rest und Aeonian Sorrow kehrten im Rahmen ihrer gemeinsamen Spring of Doom – European Tour nach Deutschland zurück und machten auch in Würzburg halt. Da dies der einzige Gig in der südlichen Hälfte Deutschlands war, zog es dementsprechend auch viele Besucher aus einem größeren Radius an. Mit im Gepäck hatten sie Wooden Veins und Suffer Yourself.
Suffer Yourself
Den Abend etwas frühzeitig eröffnen durfte die schwedisch – ukrainische Kombo Suffer Yourself. Frühzeitig deswegen, weil sie mit dem vorgezogenen Beginn und einer kleinen Überziehung einen Song mehr in die Setliste schmeißen konnten.
Doom war hier definitiv Programm, den es wurde sehr schwerfällig und langsam – und neblig. Aufgelockert wurde das Ganze nur durch vereinzelte schnellere Passagen, die ziemlich rar gesät waren.
Das Publikum tat sich sichtlich schwer damit, bis auf dezentes Kopfnicken war nicht viel geboten. Dieses Bild zeigte sich aber auch auf der Bühne. Erwartungsgemäß gab es kaum Bewegung, lediglich der Gitarrist verließ mal seinen Platz, um auf der Box zu spielen, und der Bassist spielte einen halben Song mit der Ecke seines Basses am Boden, in gebückter Haltung.
Zum Abschluss des Sets gab es dann noch einmal die geballte Ladung Doom, mit einem, so schien es, extra schwerfälligen und gemäßigten Ende.
Wooden Veins
Mit der nächsten Truppe Wooden Veins wurde es etwas melodischer und weniger schwerfällig, auch waren sie die einzige Band mit Keyboard an dem Abend. Mit klarem Gesang und deutlich weniger Nebel führten sie die Besucher durch das Programm.
Dieses taute langsam aber sicher auf, das etwas mehr Melodische regte zu mehr als nur Kopfnicken an. Richtig in Schwung kamen diese aber noch immer nicht, im Gegensatz zu den Musikern auf der Bühne. Diese gingen teilweise vollständig in ihrer Musik auf, die Emotionen, dank wenig Einsatz von Nebel, kaum zu übersehen.
Wooden Veins zeigten sich weniger doomig als Suffer Yourself, aber immer noch sehr ruhig. Das sollte sich aber auch mit der nächsten Band ändern.
Aeonian Sorrow
Mit Aeonian Sorrow kam erstmals etwas Schwung in das Publikum, und auch auf die Bühne. Mit ihrem zweistimmigen Gesang stachen sie an diesem Abend etwas heraus, was keinesfalls ein Nachteil war. Seinerseits tiefe Growls und sie zeigte sich (überwiegend) für den klaren Gesang zuständig. Dass Gogo stimmlich etwas angeschlagen war, merkte man ihr aber nicht an. Sie zog souverän durch. Joel wiederum brachte beim Singen sehr viel Dynamik mit seinen Gestiken auf die Bühne und die beiden ergänzten sich perfekt und harmonierten wunderbar miteinander.
Die Musiker selbst hatten definitiv Spaß, headbangten und interagierten miteinander. So stand immer wieder mal der Gitarrist auf der Box oder der Sänger zupfte beispielsweise am Bass herum. Generell waren gerade die beiden immer wieder auf Tuchfühlung miteinander, was einfach sehr viel Spaß machte.
Nach einer Ansage von Bassist Jani auf Deutsch (ja, man hörte das Schweizerische heraus) kam das Publikum noch in den Genuss eines komplett neuen Songs, The Voices, welcher auf dem kommenden Album erscheinen wird.
Marianas Rest
Als finale Band durfte Marianas Rest auf die Stage und hier merkte man sofort, dass wirklich sehr viele Besucher überwiegend ihretwegen gekommen waren. Die Stimmung im Publikum war gleich eine komplett andere.
Nach einem technoähnlichen Intro (ich liebe es, wenn Bands sich den Spaß gönnen) legten die Finnen sofort richtig los. Sänger Jaakko war von Beginn an in seinem Element, die Emotionen in seinem Gesicht und in seiner Gestik mehr als sichtbar. Sehr cool fand ich auch das Detail, dass er schwarze Kontaktlinsen trug, was seine Performance noch weiter vertiefte.
Im Gegensatz zu Aeonian Sorrow gab es nicht diese spezielle Interaktion untereinander, was aber nicht heißt, dass die Musiker keinen Spaß hatten. Im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, dass sie zum Tourfinale noch einmal alles aus sich heraus holten.
Auch das Publikum war mittlerweile komplett aufgetaut und headbangte ausgiebig mit. Dieser Auftritt machte richtig Spaß. Man merkte, dass das melodisch-doomige deutlich besser ankam, als der etwas schwerfälligere Sound der ersten Bands.
Zum Ende des letzten Songs stürmten dann auch Mitglieder der anderen Bands die Stage, bewaffnet mit Drumsticks, um gesammelt und wie wild auf dem Drumset von Nico herumzuhauen. Erstaunlicherweise klang das trotzdem noch gut und so ein Tourabschluss-Prank macht halt einfach Laune!
Fazit
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich auch hauptsächlich auf Marianas Rest gefreut habe und absolut nicht enttäuscht wurde! Was für eine intensive und atmosphärische Show war das bitte?! Aber auch Aeonian Sorrow konnten mich überzeugen, auch wenn ich nicht unbedingt ein Fan von weiblichem Gesang bin. Hier passte aber alles zusammen und ich werde sie mir wohl öfter mal anhören. Wooden Veins und Suffer Yourself waren mir leider etwas zu schwerfällig, aber das ist meine persönliche Meinung. Ich mag diese schwere und sehr doomige Klangstruktur aber auch nicht so gerne. Wer das allerdings mag, dem kann ich diese beiden Bands sehr ans Herz legen!
Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:
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