Review: DIAF – Das Feuer der Berge

Release: 28.11.2025

Genre: Neo Folk

Spieldauer: 48 Minuten

Label: House of Inkantation

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Tracklist:

  1. Mia san as Feia in da Nacht
  2. Nirgendwo
  3. Da Diaf der ned stehbleim
  4. Kini
  5. Lucid in Lava
  6. Aung
  7. Erbsündt
  8. Nacht
  9. Bluad auf da Lederhosn
  10. A leichte Dunkelheit
  11. Die rote Jahreszeit
  12. D STUND IS NAH
  13. Bluadhund
  14. Wenn die Musi Spuid
  15. Liacht
  16. Koana kimmt und Koana gaeht
  17. Berg – Piano

 

 

Am 28. November 2025 veröffentlichte der Solokünstler DIAF sein neuestes Album mit dem Titel Das Feuer der Berge. Die Musik dieses Künstlers ist derart genreuntypisch und exotisch, dass ich dem Album unbedingt eine eigene Kritik widmen wollte.

Erstmals hörte ich die Musik von DIAF beim letztjährigen Herbst Equinox, wo er am Freitag und Samstag gemeinsam mit einigen anderen Musiker*innen auftrat. Besonders spannend fand ich an diesem Wochenende die erste Ankündigung von Martin Falkenstein, der den Künstler als „… den Falko des Neo-Folk“ bezeichnete. Während des anschließenden Auftritts wollte sich mir dieser Vergleich zunächst nicht erschließen. Erst als ich die Musik später erstmals bewusst über Spotify hörte, begann ich den Bezug zu verstehen – und hoffentlich gelingt es mir mit dieser Kritik, diesen Vergleich auch für euch greifbarer zu machen.

Das Album

Mit 17 Liedern auf exakt 48 Minuten setzt das Album vor allem auf kurze, kompakte Stücke. Diese beginnen meist ohne großes Intro oder eröffnenden Akkord, sondern steigen direkt mit eingängigen Melodien ein. Charakteristisch für die Songs ist der konsequente Fokus auf den bayerischen Dialekt, der sich nicht nur auf die Titel beschränkt, sowie die spannende Verbindung von elektronischer und akustischer Musik. Fast alle Stücke verfügen über griffige Melodien, deren kurze Refrains sich hervorragend zum Mitsingen eignen und teilweise einen beinahe hymnischen Charakter entwickeln. Die elektronischen Elemente wirken dabei stellenweise fast poppig oder discohaft – eine Klangästhetik, die ich so nicht mit Folk verbinde, die hier jedoch ein überraschend stimmiges Zusammenspiel erzeugt.

Besonders gut lässt sich diese ungewöhnliche Mischung an den Tracks Mia san as Feia in da Nacht und Da Diaf derf ned stehbleibm festmachen. Beide Songs packten mich vom ersten Moment und waren bereits nach wenigen Durchläufen für mich mitsingbar. Diese griffigen, teils fast aggressiv wirkenden Melodien unterscheiden sich fundamental von vielen anderen Vertreter*innen des Neo-Folk, die häufig auf lange, sich langsam aufbauende Melodiebögen und einen romantisch-melancholischen Grundton setzen.

Doch auch emotionale, beinahe zarte Stücke finden sich zwischen den kompakten Hymnen des Albums und schaffen kurze Ruhepole. Besonders das Keyboardspiel auf Nirgendwo bildete eine willkommene Abwechslung zum sonst sehr treibenden Grundton der Platte.

Meine persönlichen Favoriten sind jedoch Erbsündt, das sich mit seinem hallenden Gesang innerhalb weniger Sekunden zu einer echten Hymne entwickelt, Bluad auf da Ledahosn sowie Wenn die Musi Squid. Letzteres hat sich mit seiner aggressiven, fast hysterischen Art regelrecht in Ohr und Herz gebohrt. Die Aussage rund um den bayerischen Heiland besitzt einen gewagten, unverschämten Pathos, der mich stark beeindruckt. Gleichzeitig fühlt sich der Song an wie eine Nacht im Club, wenn der Stoff bereits deutlich kickt.

Fazit

Das Feuer der Berge sticht aus der Folk-Landschaft hervor wie ein bunter Paradiesvogel. Für Liebhaber*innen geerdeter, atmosphärischer Folk-Musik könnte das Album zunächst abschreckend wirken. Wer jedoch treibende Rhythmen und elektronische Einflüsse schätzt, dürfte an diesem Exoten große Freude haben. Es ist genau diese Eigenwilligkeit, die DIAF zu einem besonderen Künstler macht und bei mir musikalische Bedürfnisse geweckt hat, von deren Existenz ich zuvor nichts wusste.

 

 

 

Mehr von DIAF bei Dark-Art findet ihr hier:

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