Konzertbericht: Thy Catafalque – SO36 Berlin, 07.04.2026

Am Dienstag, dem 07.04.26, direkt nach Ostern, spielten Thy Catafalque im Kultclub SO36 im Herzen von Berlin.
Ich persönlich kannte den Club bisher eher von Hardcore/Metalcore Shows oder Punk-Konzerten.
Heute allerdings hatten wir die volle Bandbreite im Bereich Metal auf der Bühne.

ANCST

Blackened Metalcore / Death Metal aus Berlin

Angefangen mit ANCST, einem im Jahr 2011 gestarteten Projekt rund um den Frontmann Tom Schmidt, der im Studio alleine ist. Auf der Bühne hatte er zwei Gitarristen mit dabei.
Sie machten schnell und unmissverständlich klar, ihre Show würde dunkel und hart! Es folgten ca. 7 Songs, welche sich thematisch vorrangig mit Gesellschaftskritik auseinandersetzen. Das erst etwas verhaltene Publikum taute langsam auf und es gab die ersten kleinen Moshpits zu sehen.
Alles in allem ein gelungener Auftakt.

BONG-RA

Breakcore / Doom Jazz aus den Niederlanden

Als Zweites betraten Bong-Ra die Bühne. Wie auch schon bei ANCST standen sie zu dritt mit einem Frontmann und zwei Gitarristen.
Hierbei handelt es sich um ein Solo-Projekt des niederländischen Künstlers Jason Köhnen, der abseits von Bong-Ra ein Mitglied von Celestial Season ist.
Das Bühnenbild war dominiert von einer Leinwand, über welche Illustrationen im Stil der 1980er gezeigt wurden. Hierbei wurde gezielt mit extrem unscharfen und extrem verzerrten Bildern gearbeitet. Musikalisch war es stark im Bereich Doom Metal mit einer extrem düsteren Atmosphäre. Gerade Headbanger kamen bei diesem Auftritt vollkommen auf ihre Kosten, überall im Publikum sah man Haare fliegen.

THY CATAFALQUE

Avantgarde Metal aus Ungarn

Die dritte Band war an der Reihe, und damit auch das dritte Solo-Projekt, welches die Bühne betrat. Tamás Kátai hatte gleich neun weitere Musiker dabei. Es wurde sehr schnell klar, die Bühne würde jetzt voll!
Dank der beiden Vorbands war das Publikum bestens vorbereitet und es ging direkt stark mit viel Energie im Publikum los. Thy Catafalque sind in vielen verschiedenen Genres mit ihrer Musik unterwegs, von Stücken mit der sanften und zarten Stimme von Martina Horváth, untermalt lediglich mit einem Cello, bis hin zu brachialen Screams mehrerer Frontmänner war hier alles vorhanden. Sie nahmen uns mit auf ihre ganz eigene Reise zwischen den verschiedensten Musikrichtungen. Die einzige Konstante hierbei war Tamás Kátai selbst und die durchweg hervorragende Stimmung im Publikum. Das Spannende hierbei war, man wusste nie, was einen im kommenden Song erwartete. War es ein Song mit drei oder acht Musikern auf der Bühne? War es ruhig oder sehr laut? Am Ende der 16 Lieder umfassenden Setlist gab es, wie zu erwarten, das absolute Highlight mit A gyönyörű álmok ezután jönnek.
Zum Abschluss war danach die komplette Band zu sehen und zum ersten Mal waren alle zehn Musiker gleichzeitig auf der Bühne. Als der Applaus selbst Minuten, nachdem die Band verschwunden war, nicht aufhören wollte, kehrte Tamás erneut kurz zurück, bedankte sich herzlich und war sichtlich gerührt von so viel Liebe des Publikums. Er versprach, Berlin nicht lange warten zu lassen und so schnell wie möglich zurückzukommen.

Setlist Thy Catafalque:

1. Néma vermerk // 2. Trilobita // 3. Napút // 4. Szarvas // 5. Mezolit // 6. Embersólyom // 7. Köd utánam // 8. Csillagkohó // 9. Kő koppan // 10. Töltés // 11. Kel keleti szél // 12. Ködkirály // 13. Jura // 14. Aláhullás // 15. Fehérvasárnap // 16. A gyönyörű álmok ezután jönnen

So endete ein Abend mit drei Bands, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Alle drei Bands konnten das Publikum auf ihre eigene Art in den Bann ziehen, ein absolut gelungener Konzertabend im SO36.

 

Bericht und Bilder: Julian

Mehr von Thy Catafalque bei Dark-Art findet ihr hier:

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