Aschaffenburg… Ein beschaulicher Donnerstag, aber keineswegs ruhig, denn für alle Fans des Melodic-Death-Metals war ein besonderes Päckchen gepackt. Die finnischen Melo-Death-Pioniere Omnium Gatherum beehrten am 26.02.26 den Colos-Saal im Rahmen ihrer May The Bridges We Burn Light The Way Tour 2026. Im Schlepptau, die schwedischen In Mourning und die Amerikaner von Fallujah! Und ja, diese Kombination klang im Voraus schon vielversprechend und sollte auch meine Erwartungen voll und ganz erfüllen. Aber dazu gleich mehr! Fangen wir doch mal am Anfang an:
In Mourning
Den Anfang, im sich ganz langsam füllenden Colos-Saal, machten die schwedischen In Mourning. Das letzte Mal hatte ich diese auf der gemeinsamen Tour mit Insomnium Ende 2023 gesehen und war dementsprechend gespannt, wie sie sich weiter entwickelt haben. Als es endlich losging und die Leinwand die Bühne freigab, legten die Jungs direkt los. Wunderschöner, melodischer Metal, mit ausgefeilten Klangstrukturen und feinen Riffs… Ja, In Mourning haben das ziemlich gut drauf. Eine andere Besonderheit ist, das sie einfach unfassbar viel Spaß auf der Bühne haben. Die kamen aus dem Grinsen überhaupt nicht mehr heraus.
Vier Songs aus ihrem 2025 erschienenen Album Immortal haben es in die Setliste geschafft, darunter auch der Namensgebenden Titeltrack, aber auch eines der älteren Lieder, Colossus, sehr zu meiner Freude.
In Mourning konnten mich wieder komplett überzeugen, es war nur schade, dass die Spielzeit als Support immer so kurz ist und der Auftritt dementsprechend schnell vorbei war.
Fallujah
Weiter ging es mit den amerikanischen Fallujah, welche ich bis dato so überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Heute frage ich mich, wie das passieren konnte?!
Licht aus, Nebel an, und Bühne frei für Fallujah! Auch diese legten sofort ziemlich energetisch los, was aber auch an dem sehr agilen Sänger lag, der gefühlt keine Sekunde still stehen konnte. Ständig am Pilgern zwischen den Monitorboxen links und rechts brachte dieser eine ziemliche Dynamik in die Show. Aber auch die restlichen Bandmitglieder hatten sichtlich Spaß, das war ziemlich offensichtlich.
Technisch sehr ausgefeilt und mit einem anspruchsvollen Gitarrenspiel zogen sie sofort alle in ihren Bann und die Haare der Besucher flogen im Takt. Auch sie brachten im Jahr 2025 ein neues Album, Xenotaph, heraus und packten dementsprechend auch hiervon einige Songs in die Setliste. Die Besucher feierten es und langsam stieg die Temperatur in der Venue an. Falluja kamen sehr gut an!
Danke für diesen tollen Auftritt! Mich konnten sie ebenfalls überzeugen!
Omnium Gatherum
Dann war es so weit für den letzten Act des Abends: Omnium Gatherum betraten die Bühne und auch hier war sofort die Spielfreude sichtbar. Speziell bei Drummer Atte Personen klebte ein Dauergrinsen im Gesicht und Markus Vanhala hat eh immer Bock, egal ob bei OG oder Insomnium.
Leider konnte Frontmann Jukka nicht an der Tour teilnehmen, da vor Kurzem Lymphdrüsenkrebs bei ihm diagnostiziert wurde. Alles Gute und eine hoffentlich schnelle Genesung an dieser Stelle! Vertreten wurde er von Henry Hämäläinen (Shade Empire und Halysis), welcher seine Sache auch wirklich sehr gut machte und auch die offizielle Weste mit der Nummerierung 7 erhielt, wie Markus erzählte.
Was soll man sonst noch so zu Omnium Gatherum erzählen? Die Jungs lieferten wie gewohnt ab und fast die halbe Halle war am Headbangen. Einen Mosh- oder Circle Pit gabs hier, trotz Aufforderung, auch wieder nicht, aber die Stimmung war durchgehend gut. Die neuen Songs konnten live absolut überzeugen, immerhin gab es fünf Tracks des neuen Albums zu hören.
Auch sorgten sie immer mal wieder für Lacher, besonders bei der obligatorischen Bandvorstellung, die Markus mehr oder weniger komplett auf Deutsch hielt. So wurde auch kurzerhand aus Drummer Atte mit seinem Schnauzbart eine Lady. Aber wir alle verzeihen ihm, es war einfach zu cute.
Souverän spielten sie sich durch ihr Set und am Ende blieben die Besucher verschwitzt, aber glücklich, zurück! Danke für diese tolle Show!
War es ein gelungener Abend? Definitiv ja! Fans von Melo-Death kamen voll und ganz auf ihre Kosten, denn mit Omnium Gatherum und In Mourning kann man in der Hinsicht echt nichts verkehrt machen. Abgerundet hat dieses Package allerdings Fallujah, welche ein bisschen technischer und progressiver daher kamen und somit einen kleinen Kontrast schufen. Diese waren auch meine Überraschung des Abends. Somit konnten wir vollkommen glücklich und zufrieden den Heimweg antreten und wir freuen uns schon auf das nächste Mal. Danke!
Bericht und Bilder: Steffi
Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:
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