Ein letztes Mal lud Rock meets Classic mit ihrem Orchester die Stars und Zuschauer ein, um gemeinsam Rock-Klassiker aufzuführen und zu genießen. Das erste der insgesamt sieben Konzerte der Farewell Tour fand in Frankfurt am Main statt. Dies nahm ich zum Anlass, um von diesem Event zu berichten. Schon zur Öffnung der Türen der Jahrhunderthalle bildete sich bei schönstem Wetter eine lange Schlange. Die Stühle füllten sich, bis schließlich fast die ganze Halle besetzt war, als um kurz vor 20 Uhr das Orchester bereits die Bühne betrat, während im Gebäude die Glocke ein letztes Mal läutete, um den Anfang der Vorstellung anzukündigen.
80iger mit Ronnie Atkins
Pünktlich um 20 Uhr ging es mit Paranoid los, gespielt und gesungen von der RmC Band und dem RmC Orchester, bevor dann Ronnie Atkins als erster Gaststar auf die Bühne kam. Seines Zeichens Sänger der Pretty Maids gab er Future World und Little Drops of Heaven zum Besten. Und er bewies, dass er es mit seinen 61 Jahren immer noch drauf hat, konnte so die Zuschauer begeistern und erzeugte damit einen gelungenen Auftakt, bevor er dann unter Applaus die Bühne wieder verließ.
Covers mit Robert Hart
Als Nächstes kam Robert Hart von der Manfred Mann’s Earth Band auf die Bühne. Mit großem Applaus wurde er empfangen und begann seinen Auftritt mit Davy’s On the Road Again, einem Lied, welches Manfred Mann’s Earth Band selbst zwar nur gecovert hatte, der Band aber Ende der 70-iger Jahre einen Top 10 Hit bescherte. For You war in den 80igern ein weiteres Cover der MMEB, welches ursprünglich von Bruce Springsteen stammt. Im Gegensatz zur damaligen Coverversion, welche einen sehr druckvollen und rockigen Sound hatte, fing es hier zunächst ruhig an, als Robert nur mit den Bläsern zusammen sang, bevor dann die restliche Band und das Orchester einstiegen. Nach dem zweiten Lied war Roberts Auftritt vorbei und er wurde, wie zuvor Ronnie, mit großem Applaus verabschiedet.
Sanfte 90iger und Eric Martin
Anschließend folgte ein kurzes Intermezzo des Orchesters, während auf der großen Leinwand schon Eric Martin erschien und damit klar war, wer jetzt als Nächstes auftreten würde. Er begann mit To Be With You, einem Lied, mit dem Mr. Big Anfang der 90-iger die Charts stürmte. Und auch hier konnte er die Zuschauer mit der Orchester-Version begeistern. Für Wild World, einem Cat Stevens-Cover, wurde Eric eine Gitarre gereicht, um selbst mit zu spielen, was sehr gut ankam. Als drittes Lied sang er dann Take Cover und begeisterte auch hier wieder die Zuschauer, bevor er dann wieder von der Bühne ging.
Tarja Turunen bringt Klassik
Bevor Tarja Turunen auf die Bühne kam, durfte zunächst das Orchester sein Können präsentierten, in dem sie das Main-Theme von Star Wars, untermalt mit Sternenflimmern auf der LED-Leinwand, zum Besten gaben. Nach großem Applaus erklangen dann die ersten Töne von Nemo und Tarja betrat die Bühne, um mit ihrer Stimme zu begeistern. Als ausgebildete klassische Sängerin dürfte sie sich an diesem Abend am wohlsten gefühlt haben; sie hatte auch sichtlich Freude daran, auf der Bühne zu stehen. Nach einem Nightwish-Song folgten mit I Walk Alone und Until My Last Breath zwei Lieder aus Tarjas Solokarriere, bevor dann mit Sleeping Sun wieder ein Lied von Nightwish gespielt wurde, welches in dieser Interpretation mindestens mir eine Gänsehaut bescherte. Im Anschluss lenkte sie den Applaus von sich auf das Orchester und bedankte sich durch Verbeugung in Richtung der Musiker für den Auftritt.
Michael Schenker zeigt Gitarrenkünste
Dann war es Zeit für den einzigen Nicht-Sänger im Star-Ensemble, Michael Schenker. Allerdings hatte er als weiteren Gastsänger Roberto Dimitri Liapakis dabei, der Gründer und Sänger von Mystic Prophecy ist. Als Erstes durften die Zuschauer Doctor Doctor hören, welches Michael schon im Alter von 18 Jahren geschrieben hatte. Zwar wurde der Titel damals in den Charts nicht erfolgreich, dennoch ist er weltbekannt. Auch die drei weiteren Lieder mit Michael Schenker waren Lieder aus seiner UFO-Zeit, namentlich Only You Can Rock Me, Love to Love und Lights Out. Jedes mit längeren Gitarrenpassagen, bei denen Michael zeigen konnte, dass er immer noch zu den besten Gitarristen gehört.
Joey Tempest macht den Einzelabschluss
Mit Joey Tempest kam dann der wohl weltweit bekannteste der Stars auf die Bühne – an den Welthits von Europe kommt wahrscheinlich niemand vorbei. Joey betrat mit seiner Gitarre um den Hals die Bühne, mischte den Laden mit Ready Or Not auf und schaffte es, dass alle Zuschauer auf die Füße kamen und mit tanzten. Danach wurden aber ruhigere Töne mit Carrie angeschlagen. Die Zuschauer blieben dennoch stehen, Joey hatte sie voll im Griff und brachte sie dann auch wieder mit Rock the Night zum Tanzen. Er selbst konnte auch nicht still stehen bleiben und lief von links nach rechts, interagierte mit den Fans, gab einigen auch kurz die Hand, ging die Treppe hoch zum Schlagzeuger und sekundierte auch den Dirigenten, was der ersten Cellistin auch ein breites Grinsen entlockte. Ein großes Feuerwerk wurde dann bei dem Europe-Lied abgebrannt: The Final Countdown durfte natürlich nicht fehlen. Die Zuschauer sprangen mit Joey, der seinen Mikrofonständer durch die Luft wirbelte und keine Müdigkeit zeigte. Der Applaus nach seinem Auftritt war besonders groß.
Gemeinsames Abfeiern
Zum Abschluss kamen dann noch mal alle Stars auf die Bühne: Robert ergriff das Mikro und bedankte sich erst einmal bei allen, inklusive Manfred Hertlein, welcher sich für ein kurzes Winken an der Seite der Bühne zeigte. Anschließend wurden dann auch die einzelnen Musiker der RmC-Band, der Dirigent und die ersten Cellistin vorgestellt, um dann das letzte Lied anzustimmen: The Show Must Go On von Queen. Ein passendes letztes Lied für einen schönen Abend und als Zeichen, dass es auch nach dem Ende von Rock meets Classic mit der Musik weitergehen wird. Die einzelnen Sänger und Tarja wechselten sich mit den Parts ab, um dann den Refrain gemeinsam zu singen. Zum Schluss verbeugten sich nochmals alle anwesenden Künstler zum tosenden Applaus der Besucher, bevor sie dann die Bühne verließen.
Setlist: Paranoid (RmC Band) // Future World (Ronnie Atkins) // Little Drops of Heaven (RA) // Davy’s On the Road Again (Robert Hart) // For You (RH) // To Be With You (Eric Martin) // Wild World (EM) // Take Cover (EM) // Star Wars – Main Theme (RmC-Orchestra) // Nemo (Tarja Turunen) // I Walk Alone (TT) // Until My Last Breath (TT) // Sleeping Sun (TT) // Doctor Doctor (Michael Schenker) // Only You Can Rock Me (MS) // Love to Love (MS) // Lights Out (MS) // Ready or Not (Joey Tempest) // Carrie (JT) // Rock the Night (JT) // The Final Countdown (JT) // The Show Must go On (Everybody)
Bericht & Bilder: Thomas
Mehr von den Künstlern bei Dark-Art findet ihr hier:
- Konzertbericht: Tarja – LIVING THE DREAM – THE HITS TOUR 2026 – Posthalle Würzburg, 09.02.2026
- Wacken Open Air 2025 – weitere Bilder zum Donnerstag
- Ankündigung: Wacken Open Air 2025
- Konzertbericht: Tarja im MS Connexion Club Mannheim
- Konzertbericht – Tarja – Christmas Together – 01.12.2022 Würzburg Jonhanneskirche
- Wacken Open Air 2022 – der Samstag
- Adventskalender Türchen 24
Antworten