Konzertbericht: Schattenspiele 2026 – Der Hirsch, Nürnberg, 30.01.2026

Am 30. Januar 2026 fanden die dritten Schattenspiele im Nürnberger Hirsch statt. Die Veranstaltungsreihe hat das Jahr 2025 übersprungen und ist vom Dezember auf den Januar gewechselt. Sie wird von der Neue Deutsche Härte-Band Schattenmann veranstaltet und genießt von Jahr zu Jahr mehr Besucher. Zu ihrer 2026er Ausgabe hatten die Gastgeber zwei befreundete Bands eingeladen, die musikalisches Kontrastprogramm bieten sollten: Induction und Aesthetic Perfection. Doch bevor es mit denen losgehen sollte, startete der Abend mit einer Signing-Session im Foyer und etwa ab einer halben Stunde nach Einlass einer Prelistening-Session zum kommenden Album Endgegner, die von Sänger Frank Herzig eingeleitet wurde.

Induction 

Den Anfang machten Induction. Frank kündigte die Band auf der Bühne an, mit einer kleinen Story darüber,  dass er den Schlagzeuger Markus schon lange kenne und sich gewundert hatte, warum ihn alle Max nennen. Es stellte sich heraus, dass es zu viele Markus` in der Band gäbe, weshalb dieser zum Max ernannt wurde.

Auf der Bühne ging es dann mit einer ordentlichen Portion Symphonic Power Metal weiter, stark getragen von der Stimme des Sängers Gabriele, der eine unfassbare Vocal Range hat. Das Publikum zeigte sich verhalten diesem musikalischen Teil des Abends gegenüber. Gabriele erzählte, dass sie in der kommenden Woche ihr neues Album Love Kills veröffentlichten und am Tag nach den Schattenspielen in Nürnberg eine Prelistening Session hätten. Mit weiteren Songs taute jedoch eine gute Hälfte des Publikums der Musik gegenüber auf, während ein guter Teil dieser weniger offen entgegentrat, als eine Nonne einem Rudelbumsen. Musikalisch packte die Band einige neue Stücke aus, die an dem Abend das erste Mal aufgeführt wurden, wie z.B. den Titeltrack ihres kommenden Albums, Love Kills. Trotz der gemischten Reaktionen auf der Bühne posierte das Publikum brav fürs Abschlussfoto, bevor es mit dem zweiten Teil der Endgegner-Prelistening-Session weiterging.

Aesthetic Perfection 

Als Zweites folgten Aesthetic Perfection. Frank erzählte, er habe die Band bei einem Aufenthalt in England kennengelernt. Und nun dürfen sie die Bühne teilen! Wer die Band nicht kannte, wurde dem absoluten Stilbruch ausgesetzt, denn nach den gewohnten Klängen von Schattenmann in der Umbaupause, der Ladung Power Metal der vorherigen Band, ging es mit Aesthetic Perfection mit Aggrotech weiter. 

Die drei Musiker erklärten beim Betreten der Bühne, dass ab dem Zeitpunkt gefeiert würde. Und der Funke sprang auf das Publikum über, zumindest auf den größten Teil davon. Sänger Daniel Graves wirbelte direkt von Anfang an über die Bühne, und so auch Lore Jarocinski, die vorwiegend an der Gitarre, doch manchmal auch am Keyboard ihren musikalischen Part tat. Und nach einer Handvoll Songs taute auch hier das Publikum weiter auf, das die Hände in die Höhe riss, teilweise mitsang und tanzte. Die ersten vier Reihen blieben jedoch zum großen Teil weiterhin eisern gelangweilt hereinblickend zur Bühne oder zum Handy schauend. Nichtsdestotrotz gab die Band auf der Bühne alles und spielte unter anderem ein paar ältere Stücke, die noch viel tiefer im Aggrotech verankert waren. Daniel fragte das Publikum und das Publikum schrie begeistert auf, laut genug um die vorderen Reihen zu übertönen, und nach weiteren zwei Stücken war das Set zu Ende und die Band übergab die Bühne an Schattenmann. 

Schattenmann

Nach einem kurzen Umbau erstrahlte die Bühne in Silber, die Backliner hüllten die Monitore, die Schlagzeugtrebühne in Silberfolie, sowie einige geometrische Elemente hinten an der Bühne. Nach einem langgestreckten Intro ging es direkt mit dem Titelsong des kommenden Albums, Endgegner, losDas Publikum machte kein Hehl daraus, wofür es da war, und feierte direkt drauflos. Die Band hat ein halbes Jahr vor dem Konzert erst eine größere Veränderung durchgemacht, die nicht nur neue Outfits mitbrachte, sondern auch die Musik von der altbekannten Neuen Deutschen Härte weiter in Richtung Metal schubste. Kein Cut, sondern ein fließender Übergang mit dem neuen Werk Endgegner, von dem im Laufe des Abends sogar einige Stücke gespielt wurden. Was jedoch gleich blieb, waren die grünleuchtenden Markierungen auf der Band, die man nur bei Schwarzlicht sieht. Von der ersten bis zur letzten Reihe stieg die Stimmung. So wurden auch die bereits bekannten Stücke Jeder ist Schlecht, Brennendes Eis, Menschenhasser, Generation Sex, Epidemie und Chaos lautstark und textsicher mitgesungen, bei letzterem wurde die Band von einem Backliner mit Rauchkanone auf der Bühne aufgesucht, der etwas Chaos verbreitete. 

Mit Besser als der Rest kam dann auch wieder ein neues Stück vom kommenden Album, sowie Schna-Na-Naps, zu dem Frank eine Flasche ihres eigenen Schnapses, genauer gesagt Waldmeister-Likör, in das Publikum reichte, den es übrigens auch nach der Show am Merch zu kaufen gab. Bei Spring ließ die Band das Publikum wortwörtlich abheben und bei Dia de Muertos die ließen sich die Publikumsstimmen zu einem enormen Chor bündeln. Dann verließen Schattenmann die Bühne, nur um kurz darauf unter Jubel zurückzukommen, Frank dabei in Gold gekleidet für Cosima. Zu Hände Hoch und Ewigkeit gab es nochmal Luftschlangen und gute Stimmung im Publikum. Die Band versprach für die, die es nicht zu Beginn für ein Foto zu ihnen geschafft hatten, weil sie unter anderem vor der Bühne campierten, sich noch etwas Zeit nach der Show zu nehmen.

Setlist: Endgegner // Jeder ist Schlecht // Brennendes Eis // Menschenhasser // Generation Sex // Epidemie // Chaos // Besser als der Rest // Schn-na-naps // Licht an // Nadel & Faden // Komet // Kein Kommando // Spring // Dia de Muertos // Cosima // Hände Hoch // Ewigkeit

Fazit:

Auch wenn es an manchen Stellen hart klingt, fand ich den Abend faszinierend abwechslungsreich. Die Bandkombination passt nicht zusammen, das ist aber auch nicht das Ziel gewesen, und wenn man sich auf etwas Neues einlässt, kann es auch wirklich spannend werden. Dass ein beachtlicher Teil des Publikums das nicht konnte, finde ich außerordentlich schade. An dieser Stelle zitiere ich meinen Kommentar an einen Fotografen-Kollegen: „Stell dir vor, du bist Teil einer Band, gehst auf die Bühne und das Publikum in den ersten Reihen zeigt dir ungeschönt, wie scheiße sie Dein Dasein finden“. Wie doof ist das denn bitte? Naja, im Endeffekt konnten mich Schattenmann und die anderen beiden Bands überzeugen, das Schattenmann-Publikum leider nicht so. 

Bericht und Bilder: Roksana

 

 

Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:

 

Über Roksi 643 Artikel
Roksana Helscher, Fotografin und Redakteurin. Seit 2016 bei Dark-Art dabei, ein Teil der Chefredaktion und das Mädchen für alles. Seit meinen ersten Konzertfotografie-Gehversuchen in 2011 bis heute unterwegs und versuche das Geschehen auf großen und kleinen Bühnen zu dokumentieren.

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