
Nach knapp 12 Jahren gaben Slaughterra aus Karlsruhe das Ende ihrer gemeinsamen Reise bekannt und luden noch ein letztes Mal zur Farewell-Show nach Karlsruhe in die Stadtmitte ein. Nachdem am Vortag ihre finale EP Verloren in der Zeit III: Erlösung erschien, wurde dieser Abend gleichermaßen zur Release-Show für diese EP. Natürlich waren an so einem besonderen Abend auch Support-Bands mit von der Partie, jedoch gab es hier eine kurzfristige Änderung: nachdem Escape from Wonderland wegen Krankheit ausgefallen waren, sprangen Indrawn kurzerhand ein und eröffneten den Abend in einer fast ausverkauften Location. Die zweiten im Bunde waren Lifespark, die Slaughterra schon öfter begleitet hatten.
Indrawn
Das Quartett aus Bietigheim-Bissingen war kurzfristig für die erkrankten Escape from Wonderland eingesprungen und eröffnete den Abend mit einem progressiven Metalcore Set. Die durchaus krachenden Breakdown Momente wurden von weiblichen Klargesang und regelmäßigen Atmosphären begleitet und steigerte sich von Lied zu Lied. Für das emotionale Just a Moment begrüßten sie Jul von Slaughterra auf der Bühne und sorgten so für ein echtes Highlight. Weiterhin untermalten sie ihre Songs mit gelegentlichen Backing Screams, die immer wieder an Dark Tranquillity erinnern ließen. Insgesamt ein solider Startschuss, die gebotenen Songs sind allesamt auf dem letztes Jahr erschienenen Debütalbum My Sins Pass Away zu finden.
Setlist Indrawn: When We´re Together (Intro) // Holding Us Forever // Disappear // My Sins // Pass Away // What Remains (Interlude) // Just a Moment // Love Yourself // If I Go
Lifespark
Als zweites dann der nächste Vierer aus Koblenz. Lifespark enterten die Bühne mit massig Spielfreude und rissen die Hütte buchstäblich ab. Ihr Sound definierte sich durch jede Menge Atmosphären, sparte jedoch nicht an der nötigen Menge Härte. Frontmann Dave setzte mehrheitlich auf Clean Vocals, streute jedoch an den richtigen Stellen gekonntes Screaming ein. Für ihren vorletzten Song Sympathy begrüßten auch Lifespark Jul von Slaughterra als Feature-Gast. Insgesamt war das ein unglaublich energiegeladener Auftritt und der berühmte Funke sprang auf das Publikum über. Ein weiteres Highlight war ihr Cover des Welthits Unwritten von Natasha Bedingfield, was die tanzfreudige Menge nebenbei auch zum Singen brachte. Ganz groß.
Setlist Lifespark: Intro // Comfort in Myself // Endless Paradise // Interlude // Stay Away // Weightless (Into Stone) // Interlude // Delirium // Pulse // So Long // Dome Interlude // Unwritten (Natasha Bedingfield Cover) // Sympathy // Lucid Dreamer
Slaughterra
Und dann baten Steffen, Jul, Simon und Kevin ein allerletztes Mal auf die Tanzfläche. Noch am Vortag hatten sie mit Verloren in der Zeit III: Erlösung ihre letzte EP veröffentlicht und diese sollte natürlich gebührend gefeiert werden. Natürlich fand sich jeder der fünf Songs auf der Setlist wieder, die auch noch das ein oder andere Special parat hielt. Der Reihe nach: bereits zum zweiten Songs Endlos schnappte sich David von Lifespark eins der Mikros und leistete tatkräftige Unterstützung. Zu Verloren in der Zeit begrüßten Slaughterra ihren ehemaligen Bassisten Dennis auf der Bühne, während zu Tristesse von der neuen EP Fabian von Equilibrium die Bühne enterte. Als vierten Gast begrüßten sie Dennis von Escape from Wonderland für Zeig mir dein Gesicht auf der Bühne. Mit Konstrukt:Mensch und Oh!Zero boten sie uns zwei ältere Songs aus ihrem Album Lügenherz und allgemein war es ein grandioses Set. Ich habe es selten erlebt, dass eine Band zwischen den Songs derart frenetisch bejubelt wurde, wie die Vier an diesem Abend. Genau wie die Band selbst, lief auch das Publikum ein letztes Mal zur Höchstform auf: es formierte sich eine Wall of Death nach der anderen, während drumherum ausgelassen gemosht und gesprungen wurde. Ja, auch Stagediver und Crowdsurfer durften nicht fehlen. Zum abschließenden Enjoy the Silence Cover wurde selbstverständlich auch nochmal kräftig gesungen. So wurde es zu einem Abend voller Danksagungen, Emotionen und Party. Slaughterra hatten nicht zu viel versprochen, als sie ankündigten, ein letztes Mal mit uns die Hütte abreißen zu wollen. Die Stadtmitte war fast ausverkauft und so wurde der Abend zu einem mehr als würdigen Ende einer tollen Karriere.
Setlist Slaughterra: Intro + Keine Zeit // Endlos // Neon // Herz aus Stein // Konstrukt:Mensch // Break the Sky // Verloren in der Zeit // Oh! Zero // Tristesse // Stille // Albtraum // Zeig mir dein Gesicht // Erlösung // Lichterloh // Sturm // Enjoy the Silence (Depeche Mode Cover)
Bericht & Bilder: Niklas
Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:
- Konzertbericht: AKK Metal Mania Vol. 1
- Bericht: Ein Abend mit Slaughterra, Maelføy und Last Memorial
- Bericht: Antifasching – Südpfalz Metalfest im Gloria Kulturpalast, Landau. 20.02.23
- Bericht: Leyka und Death by Dissonance am 04.02. im Karlsruher Z10
- Bericht: Waldpark Open Air am 08.10.2022 – Walderholung Mutterstadt
- Bericht: Unearth, Slaughterra und Legal Hate im Café Central Weinheim, 11.08.22
- Bericht: Killing Your Idols, Slaughterra und Lost Vain im Gleis4, Frankenthal. 02.04.22
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