Märchenhafter Metal in familiärer Runde: Symphonic Metal Night in Weiher
Wenn die Live Music Hall Weiher zur Symphonic Metal Night: Epic & Dark lädt, ist das für die regionale Fangemeinde des Female Fronted Metal eigentlich ein Pflichttermin. Am 02. Mai blieb die Resonanz mit knapp 100 Besuchern jedoch hinter den Erwartungen zurück – was wohl der Konkurrenzveranstaltung geschuldet war, die zeitgleich wenige Kilometer weiter stattfand. Dennoch bot das Line-up eine Qualität, die den Weg nach Mörlenbach-Weiher absolut rechtfertigte.
Vanish: Kraftvoller Opener aus dem `Ländle
Den Abend eröffneten Vanish aus Stuttgart, die für die krankheitsbedingt verhinderten Elvellon einsprangen. Die Band präsentierte sich als agiler Einheizer. Mit viel Bewegung auf der Bühne und einer ordentlichen Portion Power Metal animierten sie das Publikum. Besonders beim Song We Become What We Are wurde das Mitsingen eingefordert, was in den ersten Reihen bereits hervorragend funktionierte.
Setlist:
Crowdpiercer // Voyage in Suffering // Act/Live/Resolve // Silence // We Become What We Are // The Pale King // Make-Believe // Follow
Deep Sun: Spielfreude aus der Schweiz
Im Anschluss übernahmen die Schweizer von Deep Sun. Die Band rund um Sängerin Debora Lavagnolo lieferte eine gewohnt erstklassige Performance ab. Man merkte dem Quintett die Routine und die Spielfreude zu jeder Sekunde an. Die symphonischen Arrangements kamen druckvoll von der Bühne und Debora überzeugte mit ihrer stimmlichen Präsenz, was sie einmal mehr als Publikumsliebling bestätigte. Die Interaktion mit den Fans war eng und die Halle ging bei den treibenden Rhythmen hervorragend mit.
Ein kleiner Wermutstropfen blieb jedoch: In der darauffolgenden Umbaupause verließ rund ein Drittel der Besucher die Halle.
Setlist: Storyteller // United Force // Dreammaster // Fierce // The Widow // Tales That Should Have Never Been Told // Journey Into The Unknown // Worship the Warship // Heroes // Wasteland // Hands In Anger // Worlds Collide // Living the Dream // Flight of the Phoenix
Snow White Blood: Heimspiel mit Überraschungen
Den krönenden Abschluss bildeten die Local Heroes von Snow White Blood. Die verbliebene Menge kompensierte die fehlenden Köpfe durch pure Energie: Vor der Bühne wurde leidenschaftlich getanzt und mitgesungen. Sarah moderierte die Stücke wie gewohnt ausführlich an und sorgte mit einem „Happy Birthday“ für Werner für ein charmantes Novum.
Ein besonderes Highlight war die Geschichte zum Song Nevermore: Scheinbar hatte Till gegenüber Sarah versehentlich verraten, dass er Klavier spielen kann. Diese fackelte nicht lange und beschloss, dass er dieses Talent künftig auch live präsentieren müsse. So wechselte Till für die Klavier-Untermalung von Nevermore an die Tasten und verlieh dem Set eine emotionale Note.
Die exzellente Stimmung und die starke Performance entluden sich schließlich organisch in einem Circle Pit um die Gitarristen, die dafür extra die Bühne verließen. Auch zuvor eine kleine, aber feine Wall of Death war die logische Konsequenz der hochenergetischen Show. Auf eine klassische Zugabe wurde verzichtet, stattdessen mündete eine ausgiebige Ankündigung direkt im fulminanten Finale.
Setlist: Court Jester // Loss of Innocence // Open Sesame // Alone up High // Luminiscence // Jerk // Sheherazade // Scherbentanz // Nevermore // Raven Brothers // Hunters Hunters
Bericht & Bilder: Clemens
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