Release: 17.04.2026
Genre: Depressive Black Metal/Post Black Metal
Spieldauer: 20:00
Label: Independent
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Tracklist:
- Inhale
- 6:15
- Exhale

Am 17. April 2026 veröffentlichte die Band Amimia ihre neueste EP mit dem Titel Inhale/Exhale. Das Werk besteht aus drei Stücken: den bereits im Titel erwähnten Inhale und Exhale sowie dem dazwischen platzierten Instrumental 6:15. Schon anhand der Benennung lässt sich erahnen, dass sich das musikalische Konzept am simplen, aber essenziellen Akt des Atmens orientiert. Behält man dieses Bild während des Hörens im Hinterkopf, entfaltet sich eine spannende, beinahe körperlich spürbare Dynamik. In dieser Kritik greife ich dieses Motiv auf und betrachte die drei Titel einzeln entlang dieses Gedankens.
Die EP
Den Auftakt macht Inhale, das zugleich etwa die Hälfte der gesamten Spielzeit einnimmt.
Der Aufbau des Stücks ist weitläufig und geprägt von langen, ruhigen Übergängen zwischen den einzelnen Abschnitten. Kalte Akkorde, eher gemächlich gespielte Drums und markante Screams erzeugen eine kühle, fast nüchterne Atmosphäre. Etwa zur Mitte hin verändert sich die Struktur durch eine Art Break, der über einen langgezogenen, organisch wirkenden Übergang eingeleitet wird. In diesem Abschnitt entsteht über mehrere Minuten hinweg eine spürbare akustische Wärme, die einen interessanten Gegenpol bildet.
Eine der großen Stärken des Tracks sind seine prägnanten Riffs, die sich hervorragend entfalten können, während das Schlagzeug bewusst im Hintergrund bleibt und das Tempo zurückhaltend hält. Besonders gelungen ist dabei der Kontrast zwischen den frostigen Black-Metal-Passagen und dem wärmeren Mittelteil, der dem Stück zusätzliche Tiefe verleiht.
6:15 fungiert als vergleichsweise kurzes instrumentales Zwischenspiel, das mit einer gewissen Leichtigkeit als Übergang zwischen den beiden Haupttracks dient. Die Idee dahinter ist durchaus reizvoll, verliert jedoch im Kontext der gesamten EP etwas an Wirkung und geht leider ein wenig unter.
Den Abschluss bildet Exhale, welches zugleich mein persönlicher Favorit ist. Der Track ist kompakter als Inhale und wirkt in seiner Gesamtheit wie ein klares Finale. Durch die kürzere Laufzeit erscheinen die einzelnen Abschnitte dichter, und die Wechsel zwischen ihnen treten direkter sowie ausdrucksstärker hervor.
Auch in puncto Tempo und Intensität legt die Band hier spürbar zu. Die Drums treten stärker in den Vordergrund, wodurch die Melodien klarer hervortreten, und auch der Gesang wirkt kraftvoller und präsenter. Der Mittelteil fällt dadurch deutlich plötzlicher aus und entfaltet eine entsprechend stärkere Wirkung.
Im letzten Drittel schlägt das Stück noch einmal eine andere Richtung ein: Eine gewisse Erhabenheit macht sich breit und der Track steigert sich zu einem überzeugenden, stimmungsvollen Finale.
Zwar enthält auch Exhale einige repetitivere Passagen, insgesamt wirkt es jedoch abwechslungsreicher und bietet spannendere Übergänge als sein Gegenstück.
Fazit
Im Zusammenspiel bilden Inhale und Exhale eine stimmige Einheit. Überträgt man das Bild des Atmens auf die Musik, wirkt Inhale wie ein gleichmäßiges, tiefes Luftholen, ruhig, ausgedehnt und mit einer gewissen inneren Sammlung verbunden. Exhale hingegen trägt eine spürbare Anspannung in sich, die sich im Verlauf des Stücks löst, fast so, als würde sich die aufgestaute Energie in einem befreienden Ausbruch oder einer klärenden Kommunikation entladen. Dieses Bild hat sich mir beim Hören besonders eingeprägt.
Mit rund 20 Minuten besitzt die EP eine angenehme Länge. Vor allem Exhale überzeugt als Abschluss, und beide Hauptstücke hintereinander haben mir wiederholt große Freude bereitet. Das Zwischenspiel 6:15 empfand ich hingegen eher als entbehrlich, da es sich für mich nicht ganz schlüssig in das Gesamtbild einfügt.
Dennoch weisen beide Tracks ihre Längen und einige monotone Passagen auf, besonders Inhale verliert sich stellenweise etwas in seiner eigenen Klangwelt. Prägnantere Kontraste und eine leicht gestraffte Struktur hätten dem Stück aus meiner Sicht gutgetan.
Trotz dieser kleinen Schwächen hat mir die neue EP von Amimia gut gefallen und ich kann sie euch durchaus ans Herz legen.
Mehr von Amimia bei Dark-Art findet ihr hier:
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