Review: Carpenter Brute – Leather Temple

Release: 27.02.2026

Genre: Dark Synth

Spieldauer: 38:40

Label: Deviant Lab

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Tracklist:

  1. Ouverture (Deus Ex Machina)
  2. Major Threat
  3. Leather Temple
  4. She Rules the Ruins
  5. Start Your Engine
  6. Neon Requiem 
  7. Iron Sanctuary 
  8. The Misfits/The Rebels
  9. Speed or Perish
  10. The End Complete

 

Franck Hueso, besser bekannt unter seinem Künstlername Carpenter Brute, veröffentlicht seit Jahren Dark-Synth-Werke ganz besonderer Art. Ein guter Freund machte mich auf dieses Projekt aufmerksam und zeigte mir zugleich das neueste Album Leather Temple. Schon nach den ersten Momenten war mir klar, dass in dieser Musik eine unglaubliche Kraft steckt und eine rohe, treibende Energie, die mich sofort gepackt hat. In dieser Kritik möchte ich euch meine Eindrücke und Gedanken dazu näherbringen.

Das Album

Zusammengefasst: Das gesamte Album empfinde ich als durchgehend spannend – kein Moment, in dem Langeweile aufkommt. Bereits der Auftakt mit Ouverture (Deus Ex Machina) ist außergewöhnlich stark. Franck Hueso erschafft hier eine moderne Liebeserklärung an die Filmmusik der Horrorstreifen der 50er- und frühen 60er-Jahre, eine Zeit in der Christopher Lee als transsylvanischer Fürst der Nacht die Leinwand dominierte.

Auch in anderen Liedern hatte ich intensive musikalische Nostalgie-Momente. Major Threat wirkt wie eine epische, düstere Interpretation der 80er-Disco, während Start Your Engine sich deutlich an den Synth- und Electro-Sounds der späten 80er anlehnt. Den Höhepunkt dieses nostalgischen Trips bildet für mich jedoch Neon Requiem. Vor meinem inneren Auge entstanden Bilder von schnellen Cabrios, weißen Anzügen und flackernden Neonröhren, während der Song mit voller Wucht durch die Anlage jagte.

Doch es sind vor allem andere Stücke, die mich wirklich begeistern konnten: Leather Temple, das darauffolgende She Rules the Ruins sowie die gesamte zweite Hälfte mit Iron Sanctuary, The Misfits / The Rebels und Speed or Perish. Immer dann, wenn das Tempo angezogen wird und das musikalische Gaspedal kompromisslos durchgedrückt wird, entfaltet das Album seine größte Stärke.

Leather Temple ist dabei ein Raubtier von einem Song: lauernd, aggressiv und jederzeit bereit zum Angriff. Spätestens in der zweiten Hälfte entwickelt sich das Stück zu einem wahren Wirbelsturm aus Energie und Aggression. Kein Innehalten und keine Gnade in seiner Struktur!

She Rules the Ruins beginnt mit einem wuchtigen Orgelsturm, der sofort eine dramatische Atmosphäre aufbaut. Kurz darauf folgt eine Phase der Ruhe mit feinen Synth-Klängen, welche nur von kurzer Dauer ist. Der nächste Angriff lässt nicht lange auf sich warten: härtere Riffs, treibende Drums und ein deutlicher Metal-Einschlag geben dem Song zusätzliche Schärfe. Die Pausen sind knapp bemessen, gerade lang genug, um einmal Luft zu holen, bevor es weitergeht. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt das Stück noch dramatischer, beinahe wie Symphonic Metal, bleibt aber durchgehend aggressiv. Wenn Leather Temple ein jagender Wolf ist, dann ist She Rules the Ruins eine voran preschende Walküre.

Die folgenden Tracks, The Misfits / The Rebels und Speed or Perish, schlagen in eine ähnliche Kerbe und überzeugen vor allem durch ihre Geschwindigkeit. Getragen von E-Gitarre und treibenden Drums, durchzogen von geschickten Breaks, bauen sie immer wieder Spannung auf und entladen sich mit voller Wucht. Ich war jedes Mal aufs Neue mitgerissen.

Den Abschluss bildet The End Complete, welches ein überraschend melodisches Stück, das das Tempo etwas herausnimmt und stärker auf positive, fast schon erhebende Vibes setzt, anstatt auf reine Aggression. Die Orgel verleiht dem Ganzen eine gewisse Erhabenheit und Tiefe. Gegen Ende driftet der Song in eine fast erdrückende Melodramatik ab, die das Album nicht sanft ausklingen lässt, sondern mit einem eindrucksvollen, emotionalen Paukenschlag beendet.

Fazit

Wer einen krachenden Party-Mix für die eigene Playlist sucht, beim Autofahren gedanklich den Hyperspeed aktivieren möchte oder beim Zocken nicht nur die Finger, sondern auch die Synapsen zum Glühen bringen will, dürfte mit Carpenter Brute mehr als glücklich werden.

Ruhige, tief atmosphärische oder zurückhaltende Momente sucht man hier allerdings vergeblich, dafür gibt es andere Vertreter des Genres Synth und Dark Synth. Doch für alle, die Geschwindigkeit, Druck und Energie lieben, ist dieses Album pures Futter.

Ich kann Leather Temple daher klar empfehlen und lege euch das Werk von Franck Hueso wärmstens ans Herz.

 

Mehr von Carpenter Brute bei Dark-Art findet ihr hier:

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