Release: 27.02.2026
Genre: Atmospheric Medieval Black Metal
Spieldauer: 41:04
Label: Dusktone
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Tracklist:
- Malheureux en armour
- Le Audaci Imprese lo canto
- Durindana
- Crux Inversa Intra Lunam
- Intermezzo
- The Last True Knight in a Broken Land
- Acriter Pugno!
- Quest
- Flight of the Hippogriff

Das Album Quest von Gladium Regis ist ein Paradebeispiel für den Moment, in dem man ein Cover sieht und sofort denkt: „Da muss ich reinhören!“. Genau so ging es mir. Das detailreiche, beinahe überbordende Artwork weckte sofort meine Neugier und als ich dann noch las, dass das Soloprojekt seine Musik selbstbewusst als Atmospheric Medieval Black Metal bezeichnet, war mein Interesse endgültig geweckt. Eine solche Mischung verspricht schließlich große Bilder und epische Stimmungen. Also habe ich mich auf dieses Album eingelassen und möchte euch in dieser Kritik meine Eindrücke schildern.
Das Album
Die Musik auf dem Album ist ein wilder Mix aus Black Metal und einer großen Anzahl an Akustikinstrumenten sowie Synthesizern. Bereits das erste Lied, Le Audaci Imprese lo canto, zeigt früh, worauf sich der Hörer bei diesem Album einstellen kann. Die bereits erwähnten Akustikinstrumente leiten den Track ein, konkurrieren jedoch schnell mit dem dazukommenden Black Metal und gemeinsam ergibt sich daraus eine sehr turbulente Mischung. Mithilfe verschiedener Gesangsarten wie Screams, Growls und epischem Klargesang wird versucht, Abwechslung und Struktur in das Lied zu bringen, was jedoch nur mäßig gelingt. Die Musik wirkt durch die Vielzahl an Elementen häufig überladen, sodass sich einzelne Ideen kaum entfalten können.
Auch andere Lieder wie Crux Inversa Intra Lunam oder The Last True Knight in a Broken Land leiden unter dieser überfüllten Struktur. Das ist besonders schade, da ersteres sehr vielversprechend mit einem Flötenspiel beginnt, das sich zunächst wunderbar in den Black Metal einfügt. The Last True Knight in a Broken Land besitzt ebenfalls einige starke Ansätze, vor allem der hohe, kraftvolle Klargesang verleiht dem Lied eine spürbare Portion Pathos. Doch auch hier sehen sich diese Elemente mit zu viel musikalischer Konkurrenz konfrontiert und können sich innerhalb der Gesamtstruktur nicht richtig entfalten.
Den Liedern Durindana, Acriter Pugno! und Quest hingegen konnte ich deutlich mehr abgewinnen. Diese Stücke heben das Album auf eine höhere Stufe der Epik. Was einige Hörer vielleicht als kitschig empfinden könnten, wirkte auf mich überraschend erfrischend und angenehm. Besonders Quest steigert sich in seiner zweiten Hälfte deutlich und nimmt fast monumentale Züge an. Dennoch wird der Hörer oder die Hörerin auch hier mit einer Vielzahl musikalischer Elemente konfrontiert und genau das könnte für manche abschreckend wirken. Quest von Gladium Regis ist mit unterschiedlichsten Instrumenten, Gesangsarten und Einspielern ausgestattet, vielleicht sogar mit ein paar zu vielen.
Fazit
Die Lieder auf diesem Album stecken voller spannender und teilweise wirklich guter Ideen. Oft hat man jedoch das Gefühl, dass der Musiker hinter Gladium Regis zu viele dieser kreativen Einfälle gleichzeitig in die einzelnen Stücke packen möchte. Dadurch werden die Lieder schnell zäh, fast wie knallbuntes Karamell, ohne dass sich einzelne Elemente wirklich entfalten oder richtig wahrgenommen werden können. Die Stücke wirken dafür schlicht zu lang, und vielleicht hätten dem Album mehrere kürzere Tracks besser gestanden.
Besonders der Black Metal mit seinen grundlegenden Instrumenten gerät dabei leider häufig in den Hintergrund, was ich sehr schade finde. Gerade diese Elemente hätten den Liedern zusätzliche Kanten und mehr Durchschlagskraft verleihen können. Denn immer dann, wenn Gitarre oder Drum aus dem Klanggewirr hervortreten, zeigen sie, wie unglaublich gut sie sind und was die Lieder eigentlich sein könnten. Davon hätte ich mir deutlich mehr gewünscht.
Interessanterweise spiegelt das Cover das Album auf eine fast schon symbolische Weise wider. Beim Betrachten hatte ich ebenfalls Schwierigkeiten, einen klaren Fixpunkt zu finden, weil es passiert einfach zu viel gleichzeitig, und der Blick verliert schnell den Fokus auf das Gesamtbild. Ganz ähnlich fühlt sich auch die Musik an.
Empfehlen würde ich dieses Album vor allem Menschen, die experimentelleren Black Metal mögen oder sich nicht an einer Vielzahl musikalischer Einflüsse stören. Wer jedoch eher klar strukturierte oder fokussierte Werke bevorzugt, könnte mit anderen Künstlern vermutlich glücklicher werden.
Mehr von Gladium Regis bei Dark-Art findet ihr hier:
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