Release: 28.03.2025
Genre: Rock´n´Roll
Spieldauer: 38:36
Label: Napalm Records
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Tracklist:
- The Drugs, the Love and the Pain
- Ancient Soul
- Heads Held High
- Demons
- Alright Tonight
- Equal, Not the Same
- Fool
- Polly the Trucker
- Dark Red
- Cheri Cheri Lady (feat. Filippa Nässil)
- She’ll Come Around

Dank der Empfehlung eines guten Freundes stieß ich auf dieses Album, welches ein wunderbarer Beweis dafür ist, dass Rock’n’Roll verdammt nochmal nicht tot ist. Die Musikerinnen von Vulvarine, damals noch mit der damaligen Sängerin Suzy Q., haben ein erstaunlich spannendes Werk geschaffen, das zahlreiche Spielarten dieses Genres in einem unvorhersehbaren, energiegeladenen Mix vereint und zum Abschluss sogar noch zwei echte Überraschungen bereithält. Natürlich musste ich da reinhören und möchte euch hier meine Eindrücke schildern.
Das Album
Bereits das erste Lied The Drugs, the Love and the Pain präsentiert zwei der größten Stärken der Band: die samtige, leicht rauchige Stimme von Suzy Q Cook und ein starkes, präzises Spiel an sämtlichen Instrumenten. Diese beiden Elemente machten mir das Hören der insgesamt elf Tracks auf diesem Silberling besonders leicht. Der Song startet mit einem schmissigen, groovigen Ansatz, der sofort hängen bleibt und Lust auf mehr macht.
Die erste Hälfte des Albums wirkt insgesamt etwas emotionaler in der Gestaltung der Lieder. Ancient Soul überzeugt mit einer kraftvollen, aber gleichzeitig gefühlvollen Art. Heads Held High schlägt in eine ähnliche Kerbe, wobei gerade dieses Lied den sanften Höhepunkt dieses Dreierblocks darstellt.
Ein toller Einstieg, welcher jedoch von Demons brachial gestoppt wird. Hier gibt es kantigen, schnellen Rock’n’Roll, der nicht nur meine Beine, sondern auch meine Nackenmuskeln ordentlich in Bewegung brachte. Kurz nach Alright Tonight, dem perfekten Lied für die verrauchten Bars dieser Welt, beginnt die Dreifaltigkeit des rasanten Rocks auf der Scheibe: Equal, Not the Same, Fool und Polly the Trucker. Equal, Not the Same punktet mit starken instrumentalen Passagen, die mir regelrecht durch Mark und Bein gingen. Fool ist eine rockige Bestie von einem Song mit einer großartigen Hookline zum Mitsingen. Und schließlich gleitet Polly the Trucker elegant in den Hard Rock über und bildet damit das große Finale dieser Triade aus kantigen und mitreißenden Songs.
Zum Abschluss folgen noch zwei Überraschungen hintereinander. Zunächst gibt es ein Cover von Cheri Cheri Lady von Modern Talking. Das Lied ist älter als meine gesamte Existenz und Vulvarine verleihen dem Stück ein überraschend gut funktionierendes rockiges Gewand. Dabei ist die Band nicht allein: Unterstützung bekommen sie von Filippa Nässil, der Gitarristin und Gründerin von Thundermother. Über die Wahl des Songs mögen sich andere gern streiten, ich persönlich finde sie herrlich mutig und durchaus gelungen.
Das gesamte Album klingt schließlich mit einer Portion Lagerfeuerromantik in She’ll Come Around aus. Der Song sticht angenehm heraus, wirkt durch seine ruhigere Stimmung und das gemächlichere Tempo aber nicht wie ein fremder Ausreißer, sondern wie ein stimmiger und entspannter Abschluss.
Fazit
Aus meiner Sicht haben Vulvarine ein rundum gelungenes Album produziert, das ich gern weiterempfehle. Besonders die instrumentalen Passagen sind durchgehend packend und haben mich vom ersten bis zum letzten Lied begeistert. Auch der langsame Anstieg von Tempo und Intensität im Verlauf des Albums fühlte sich sehr angenehm an und machte es leicht, sich ganz auf diese musikalische Reise einzulassen.
Die letzten beiden Lieder bilden schließlich einen überraschenden Abschluss, der mich positiv verblüffte und mich danach beinahe sanft wieder am Straßenrand der Realität absetzte.
Mehr von Vulvarine bei Dark-Art findet ihr hier:
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