Release: 13.02.2026
Genre: Atmospheric Black Metal
Spieldauer: 48:30
Label: Independent
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Tracklist:
- 9 Confines
- Hollow
- Her Ashes Down The River
- Indigo Sleep
- Dandelion
- Nova
- Oceans
- zessa (reborn)

Am 13.02.2025 veröffentlichte die Schweizer Band Wazzara ihr zweites Album Arbor. Bereits auf dem Dark Troll Festival 2023 durfte ich die Band live auf der Bühne erleben und dieser Auftritt hat bei mir einen positiven Eindruck hinterlassen. Seitdem wartete ich gespannt auf weiteres Material. Mit Arbor wurde dieser Wunsch endlich erfüllt. Ich hatte die Gelegenheit, vorab in das Album hineinzuhören, und möchte meine Eindrücke nun mit euch teilen.
Das Album
Der Atmospheric Black Metal auf Arbor versteht sich im Kern als dichte, beinahe erdrückende Klanglandschaft. Die Band verzichtet bewusst auf epische Höhenflüge oder verspielte Melodien und setzt stattdessen auf doomige Passagen sowie wuchtige Akkorde. Diese werden maßgeblich vom Gesang von Barbara Brawand getragen, der zugleich dominiert und kontrastiert. Besonders die Passagen mit Klargesang empfinde ich als äußerst spannend: Sie schaffen einen starken Gegenpol zur massiven Instrumentierung und wirken stellenweise wie notwendige Atempausen innerhalb des ansonsten sehr kompakten Soundbildes.
Der Opener 9 Confines dient als Paradebeispiel für die Atmosphäre des gesamten Albums. Nach Meeresrauschen und dem leisen Säuseln des Windes beginnt sich der Song langsam aufzubauen, jedoch ohne sich zu einem groß angelegten, epischen Klangteppich zu entwickeln. Die doomigen Riffs verwandeln die Musik in einen pechschwarzen Sirup, der sich schwermütig und behäbig durch meine Ohren zieht. Die Screams verstärken diesen Eindruck, bis der Gesang schließlich in einen hellen Klargesang übergeht. In diesem Moment wird die Musik melodisch abgerundet und erhält eine zusätzliche Ebene, die ich im weiteren Verlauf des Albums zunehmend zu schätzen lernte.
Gerade der Mittelteil von Arbor überraschte mich mehrfach positiv und beherbergt zugleich meine Favoriten. Her Ashes Down the River überzeugt mit gelungenen instrumentalen Abschnitten und einem ungemein starken Finale. Direkt im Anschluss entfaltet Indigo mit einem traumhaften Gesangseinstieg seine Wirkung, der vom Black Metal wie von einem Strudel umrahmt wird. Dandelion hingegen beginnt kantig und treibend, erhebt sich aus dem bisherigen doomigen Sumpf und entwickelt eine eindrucksvolle musikalische Emotionalität.
Den Abschluss dieser Favoriten bildet Nova. Der Song startet erneut dicht und aggressiv, doch ab der Hälfte setzt ein choraler Gesang ein, der sich wie eine Blume langsam aus der pechschwarzen Erde der Akkorde emporarbeitet und schließlich zu blühen beginnt.
Beendet wird das Album von Zessa (Reborn), eine namentliche Hommage an die erste Veröffentlichung der Band. Mit seinen Riffs und der Gesangsstruktur wirkt der Song beinahe wie ein Ausreißer innerhalb der Klangwelt von Arbor. Gerade deshalb empfinde ich ihn als gelungenen und stimmigen Abschluss dieser Platte.
Fazit:
Arbor ist ein Album, das konsequent auf eine massive Klangwand und gezielt gesetzte gesangliche Akzente baut. Abseits des Gesangs und einiger besonderer Momente, die ich bereits hervorgehoben habe, lösen sich die Songs jedoch nur selten aus dem dichten, doomigen Black-Metal-Geflecht. An manchen Stellen hätte ich mir mehr atmosphärische Auflockerung gewünscht, um der Struktur zusätzliche Tiefe zu verleihen. Streckenweise ist es vor allem der Gesang, der die Stücke klar voneinander abhebt.
Dennoch überzeugt mich besonders der Mittelteil des Albums mit seinen teils kurzen, überraschend schönen Momenten innerhalb der Lieder. Insgesamt halte ich Arbor für ein gelungenes Werk, das ich guten Gewissens weiterempfehlen kann.
Mehr von Wazzara bei Dark-Art findet ihr hier:
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