Release: 07.11.2025
Genre: Black Metal/Techno
Spieldauer: 27:17
Label: Independent
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Tracklist:
- Stillstand
- Wunde
- Marschieren (Totenmond Cover)
- Immer

Ich sah die Band Zeit zum ersten Mal Anfang dieses Jahres in Braunschweig. Schon vom ersten Lied an fand ich ihren Sound spannend, da er sich durch einige Genreüberschreitungen vom klassischen Black Metal abgrenzt. In einem späteren Gespräch mit ihrem Drummer am Merchstand erfuhr ich von ihrer EP RU.M.S aus dem Jahr 2025 und dass sie eine Mischung aus Black Metal und Techno darstellen sollte. Diese Kombination war mir bisher noch nicht begegnet und ich wurde neugierig. Für euch habe ich mir die EP angehört und teile hier meine Meinung dazu: Ist es eine spannende Mischung oder beißen sich diese unterschiedlichen Genres?
Die ersten beiden Lieder der EP, Stillstand und Wunde, sind in ihrem Kern ein drückender, aggressiver Klangsumpf, der von den treibenden, wummernden Beats des Techno dominiert wird. Gitarre, Bass und Drums bilden dabei ein schweres Gerüst im Hintergrund. Erst im Track Wunde bekommen diese Instrumente etwas mehr Raum, um sich kurz aus dem dichten Klang zu erheben. Die größte Abwechslung in den beiden Liedern bietet der Gesang, der nur sporadisch einsetzt und mit seinen vor Verzweiflung triefenden Screams eine gewisse Dynamik in die ansonsten sehr feste Struktur der Musik bringt. Wunde überzeugte mich schließlich mit seinem erstaunlich melodischen Abgang, der für mich auch die zweite Hälfte der EP einläutete.
Marschieren, das Cover von Totenmond, und Immer bilden zusammen die stärkere Hälfte der EP. Der stärkere Fokus auf den Gesang bei Marschieren tat als Abwechslung wirklich gut. Am besten gefiel mir jedoch Immer mit seiner eigenen, stärker an Black Metal erinnernden Struktur. Der schwere, nervenzerreißende Auftakt, der sich über mehrere Minuten aufbaut, ließ mich aufhorchen. Doch auch hier übernimmt bald der Techno die Grundstruktur, wird jedoch immer wieder durch Breaks und Tempowechsel unterbrochen, was mir gut gefiel. Leider versumpft der Track etwa ab der Hälfte zunehmend in seiner schweren Klanglandschaft, wodurch sich das Ende sehr zäh anfühlte.
Fazit
Die Genres beißen sich nicht, doch eine wirklich spannende Mischung bietet R.U.M.S. für mich nicht. Die Grundidee ist zwar sehr cool, und besonders beim Lied Immer zeigt sich, dass mit etwas mehr Abwechslung eine wirklich interessante Musik entstehen kann. Die ersten beiden Tracks sowie der Abschluss von Immer entwickeln sich jedoch zu einer sehr schweren Klangmasse, die ich persönlich weniger spannend empfand. Dadurch wirkten die Lieder auf mich oft etwas zu lang.
Ich empfehle diese EP allen, die gerne experimentelle Werke hören und Genreausreißer zu schätzen wissen. Für Personen, die eher epischen, atmosphärischen und/oder verspielten Black Metal bevorzugen, könnte R.U.M.S. von Zeit jedoch weniger geeignet sein.
Mehr von Zeit bei Dark-Art findet ihr hier:
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