Ankündigung: Aaargh Festival 2026

I bin seit 20 Jahr im Allgäu gwäa. Statt Küah han meist nur Langhaarige gsäa. Da wurd mir immer klar, i war aufm Aaargh. Griene Wiesa, Idylle pur, nette Leid – jetzt fehlt no eh Nacht meh, was jeder mag… Bier auf dem AAARGH!

Das mit dem Allgäuer Liedtext-Umdichten lassen wir lieber den Profis von Silverbacks öf Death, die seit Jahren das bierreiche Iron Maiden Cover als Festivalhymne stemmen!

20 Jahre Aaargh Festival! Ein Meilenstein und teils älter als so mancher Besucher!
Als kleines Uttenhofener Bauernhof-Fest angefangen, hat sich das Event über die Jahre zum Underground-Highlight des deutschen Südens gemausert.

Dabei wird zu Ehren des Jubiläums das Festival um einen Tag bzw. um die Namenlose Nacht verlängert. Dazu aber später mehr.
Ich persönlich wurde dort bereits 2015 „Allgäu-entjungfert“, in der ersten Reihe von Nachtblut – wohl bildlicher als gewollt. #Schweineblut

Seitdem gehört dieses Festival für mich über all die Jahre zu den Highlights des Sommers. Es bringt Headliner hautnah, zum Teil zum Anfassen, aber auch ab dem Nachmittag Newcomer. Manche Band hatte dort sogar ihren ersten Auftritt zu bestreiten.

Gepaart mit einer guten Durchmischung aller gängigen Metal-Genres (außer White – Jesus belehre mich, habe ich die im Wein vergessen) ergibt sich somit ein breiter Acker an Möglichkeiten.
Nachmittags mit Skelfir rudern, abends zu Parasite Inc. headbangen, beim Circus of Fools mittanzen und nachts zum Black-Messiah-Sauflied anstoßen? Texas Cornflake Massacre zum Frühstück und die damals noch Underground-Zwerge Wind Rose? Das war Aaargh-geil!
Ich habe ja nicht grundlos ein eigenes Merch-Budget für die Tage eingeplant, vor allem für kleinere Bands, welches das Bierchen-Budget um einiges überragt. Gut, bei 4 Euro pro gigantischem 5‑dl‑Becher ist das auch nicht weiter verwunderlich.

Fertig aus dem Nähkästchen – wir kehren zum 20-Jährigen zurück, was ein wenig entfernter von den Wurzeln ist. Also wortwörtlich, da das Aaargh 2024 in eine neue Location gezogen ist. Das rollen wir nicht wieder auf; dafür gibt es den 2024er Bericht: wo wir uns mit dem Thema beschäftigt haben.

Die Lücke 2025 in unserer Berichterstattung sei dabei leider der beruflichen Umschulung des Schreiberlings geschuldet.

Bock auf mehr Bild und Mucke statt Gekritzel? Hier gibt’s den Trailer zum Festival:

Trailer auf Facebook / Trailer auf Instagram

 

Die Webseite befindet sich Stand derzeitiger Berichtsschreibung noch ein wenig im Umbruch, was vor allem auch das Festival-ABC und sonstige Infos betrifft.
Dabei würde ich mir beim finalen Schnitt auch eine Rubrik mit allen vergangenen Flyern sehr wünschen.

Natürlich findet ihr auf jener auch den Ticketvorverkauf für das kommende Event, der seit diesem Jahr erstmals über den externen Dienstleister DeineTickets.de stattfindet.
Dies war zum Vorverkaufsstart noch über deren Webseite gelöst, mittlerweile jedoch direkt beim Aaargh implementiert. Unmut entstand dabei, da die Festival-Tickets versendet werden, während die Namenlose Nacht nur als Print@Home verfügbar ist, was zu zwei Bestellungen führte.

 

  • 25.–27. Juni: regulärer Festivalbetrieb (Do–Sa) – 110 Euro
  • 26/27. Juni: Freitag / Samstag Ticket – 93 Euro
  • Juni: Namenlose Nacht – 17 Euro
  • „Zu Blöd für VVK aber trotzdem Mittwoch vor der Türe stehen“ – 20 Euro in Bar

 

Anreisen könnt ihr dabei am Mittwoch ab 12Uhr, wobei das Infield ab 17Uhr aufmacht.
Regulärer Betrieb ab Donnerstag ab 12Uhr, 13Uhr Bändchenausgabe sowie 16Uhr Einlass Infield.

Preise inklusive Camping, guter Aussicht und Stimmung. Müllpfand oder sonstige Anreisekosten gibt es nicht.


Location

Seit der Hauruck-Aktion des Umzugs von den Kuhweiden in Uttenhofen zum Heubetrieb Caspershof hat sich mit der neuen Location logistisch einiges getan.

Der halbe Bauernhof-Scheunencharme ging ein wenig verloren, die seit Jahren investierte Infrastruktur musste zurückgelassen werden.

Aus den „Anfängerfehlern“ – was angesichts der Mammutaufgabe, innerhalb weniger Monate alles neu zu planen, absolut nachvollziehbar ist – wurde bereits von 2024 auf 2025 spürbar gelernt.

Die Bühne wurde ans andere Gelände des Infields verlegt, wo einem die Sonne jetzt nicht mehr gegen Abend ins Gesicht knallt. Die Wasserversorgung steht stabiler Richtung Infield, und von 9–11 Uhr waren sogar Duschen im Angebot.

Zu bemängeln war eigentlich nur das Fehlen von Wasser im Infield, da letztes Jahr eine echte Hitzewelle herrschte. Ja, ich bin mir des Paradoxons bewusst, dies nach 2024 anzusprechen.

Zusätzlich liegt der Campingplatz anfangs an einer leichten Steigung. Sobald man diese überwunden hat, wird man mit flachen Plätzen sowie einer super Aussicht auf den Ellerazhofer Weiher belohnt; jedoch fehlte es in diesem Bereich an Toi-Tois.

Pro Tipp am Rande: Richtung Norden steht ein „Bierbaum“, falls es euch nach einem morgendlichen Spaziergang gelüstet.

 

Infield

Im Infield bewegt man sich dann in einem klassischen Festival-Setting: gut gepflegte Klowagen, Merch-Stände sowie Grill- und Barangebote, an denen ihr zu fairen Preisen Allgäuer Bier für 4€, Wasser für 2€ sowie Softgetränke für 4€ sowie Weinschorle für 6€ bekommt, dies in sehr handlichen 5-dl-Bechern!
Met und Cocktails werden auch wieder an der Bar angeboten, das Essen gibt’s gut allgäuerisch inklusive auch vegetarischer Optionen.

Samstags wird zudem traditionell Spanferkel angeboten – auch wenn ich die Sau seit über zehn Jahren verpasst habe.

Bezahlt wird dies über 20- und 50er-Wertkarten, welche ihr beim Eingang erwerben könnt.
Dies jedoch nur gegen Barzahlung, obwohl eine Kartenlösung im Gespräch mit der Bank sein soll.

Vor Ort findet ihr Merch-Stände der Bands, einen kleinen Metal-Shop sowie die notwendige Ausstattung für den Festivalalltag. Große Märkte oder überladene Rahmenprogramme gibt es bewusst nicht – stattdessen stehen Musik, Atmosphäre und ein reduziertes, stimmiges Gesamtbild im Vordergrund, das mich bereits 2014/15 vom Wacken zum Aaargh geführt hat.

Ein paar augenzwinkernde Extras sind dennoch vorhanden: Das Massagezelt war nach drei Nächten im Zelt für mich persönlich ein echter Gewinn, und auch das kleine Karussell sorgt zwischendurch für Abwechslung.
Zusätzlich wird es dieses Jahr zum Jubiläum noch einen Friseur sowie einen Tätowierer geben. Auch der Metality e.V. hat seinen Stand vor Ort. Ganz gespannt bin ich auf das angekündigte „Patches Nähen“.

Genug des Vorspiels – ergreifen wir die Jubiläumsbands, zuerst die namenlose Nacht, danach das Festival selbst!

 

Namenlose Nacht

Lykana 19.00 – 20.00

Der Abend wird wölfisch mit einer recht jungen Band eröffnet: Sie entsprang den 2020 gegründeten Stellarys. Diese spielten Mittelalterrock und feierten zwei Jahre später mit Ein Funke Hoffnung ihr Debütalbum.
Doch schon ein Jahr darauf richteten sie sich stärker im härteren Folk Metal aus, um im Namen der Lykanthropie (Werwölfe für Nicht-Nerds) über Mythen und Sagen zu berichten.
Offiziell wurde dies dann Ende 2024, wobei ein neues Album bereits in Produktion sein soll. Das frisch erschienene Musikvideo Medusa findet ihr unten. Dabei hört man die Ursprünge mit deutschen Texten und Dudelsack noch ziemlich gut heraus.
Dabei gab es bereits einige Erfolge, wie etwa den Titelsong zur Anti-Mobbing-Kampagne „Stay Together“, an der 2022 auch die anwesenden Apo Reiter oder SaMo mitgewirkt hatten.
Dabei wird ihr Werdegang wohl dem Muster gefolgt sein:
Empathy: I feel you, Sympathy: I feel for you, Lycantrophy: I feel awoo

 

Gefrierbrand 20:45 – 21.45

Spieglein, Spieglein an der Wand… zerschlag das Ding und zerkaue die Splitter.
Für ursprünglich Thorondir springen Gefrierbrand in die Bresche. Neu auf dem Aaargh, waren sie doch schon 2022 im Allgäu, genauer gesagt auf dem Partnerfestival Schlichtenfest.
Ihr dachtet, die originalen Gebrüder Grimm seien finster? Da legen Gefrierbrand noch ein paar Scheite auf dem Hexenfeuer nach.
…vor langer Zeit wurde Anfang 2024 released und bietet als viertes Album schön schaurige Märchen im Death-Metal-Bereich. Aus Pforzheim herkommend und natürlich traditionell auf Deutsch vorgetragen, feiern sie wie das Aaargh dieses Jahr ihr 20-Jähriges.
Es wird düster in der Nacht – in der Finsternis zur späten Stunde, alte Sagen zu verdrehter Gschicht erwacht!

 

Bosparans Fall 22.30 – 23.45

Initiator, Ursprung und Headliner des Abends sind Bosparans Fall!
Klar, die Jungs haben auf der Bühne auch eine gepanzerte Version des Aaargh-Veranstalters auf der Matte, doch auch so verbindet sie vieles mit dem Festival:
Nach der Auferstehung aus Dead Sunday folgte der erste Auftritt auf dem Aaargh 2023. Ein Jahr darauf wurde das neue Festivalgelände mit einer epischen Schaumstoff-Waffenschlacht eingeweiht, bei der auch rekrutierte Mitstreiter vor die Bühne geführt wurden.
Götterspiel soll ihr erstes Werk gewesen sein, das zweite Werk Namenlose Tage wird somit in dieser Nacht zelebriert! Es wird wahrlich glorreiche Merch-Stand-Angebote aus ihrer Schatztruhe geben.
Wortwörtlich gespielt wird in der PnP-Fantasywelt Aventurien. Captain Obvious: Wir haben eine Pagan-Metal-Band, die auch den Abend dominieren wird.
Die Aufmachung als diverse Fantasygestalten, die Sagen und Geschichten sowie die getragenen Liedgüter in der Melodic-Death-/Pagan-Manier deuten auf einen epischen Abschluss des Abends hin.

 

Donnerstag

 

SinCrown 17.00 – 17.45

Die Eröffnung des offiziellen Festivals übernehmen vier Jungs und ein Mädel aus der Region! Ravensburg bietet somit feinsten Allgäuer Modern Metalcore, der aus der Corona-Zeit entsprang.
Bereits 2024 erschien mit The Nine Circles ihr Debütalbum und soll zeitnah durch die zweite Platte Impending Doom ergänzt werden.
Der Mensch steht dabei als Krönung der Sünde im Mittelpunkt des Schaffens, dessen Schwächen, Zweifel und Unruhen die Songs prägen. Dabei erlebt man sowohl melodische Clean Vocals als auch harte Riffs und Growls, die teils noch etwas Melancholie oder elektronische Schliffe enthalten können.

 

S.C.U.T. 18.15 – 19.00 

Das Snuff Cleaning Up Team stammt ebenfalls aus dem nahen Ravensburg und bringt nach 15 Jahren zwei Tech-Death-Metal-Alben mit, welche 2017 und 2021 erschienen. Dabei waren sie dazwischen auch bereits einmal auf dem Aaargh, dem letzten vor der erzwungenen Corona-Pause!
Dabei sind die Jungs jedoch ziemlich im Underground geblieben, auch was den Webauftritt anbelangt. Jedoch geben sie auf dem Aaargh eines ihrer seltenen Konzerte für Fans der sehr harten Sorte!

 

The Privateer 19.30 – 20.30 

Zum dritten Mal überfallen die freiburgischen Freibeuter das Aaargh! Das erste Mal immerhin mit Gewässer in Sichtweite vom Campingplatz.
Weit ab der typischen Humpa-Party-Piraten-Mucke bringen die fünf Jungs und das Mädel ihre Lieder über Freiheit und die See auf die Bühne.
Dabei wird mittlerweile aus vier Alben und fast 20 Jahren Bandgeschichte geschöpft, wobei auch schon Auftritte auf größeren Festivals oder der Support von unter anderem Korpiklaani zur Historie gehören.
Folk Metal ist dabei jedoch nur ein sehr grober Begriff, setzt sich ihr Stil doch eher aus Heavy- und Power-Elementen zusammen, welche jedoch mit Texten aus Sagen, der See und Freiheit begleitet werden. Die Abwechslung besteht dabei aus dem Mix ruhiger, melodischer Passagen und den harten Elementen, die schon fast am Death Metal schrammen.
Genauso wechseln sich auch die Stimmen in den Songs ab: Von schönen Duetten über verträumte Passagen bis hin zu harten Growls oder Background-Unterstützung der ganzen Crew wird ein breiter Horizont an Stimmungen abgedeckt. Vor allem Clara, welche die Musik stets mit der (folkigen) Violine begleitet, kann seit der neuen Platte zwischenzeitlich richtig die Growlsau rauslassen.

 

Antrisch 21.00 – 22. 00

Finster geht die Forschung in die Nacht, denn die fünf Jungs haben sich als Künstlernamen bei diversen Entdeckern der Erdgeschichte bedient.
Seit 2020 geht das atmosphärische Black Metal mit Expedition II: Die Passage (2023) sowie dem neuen Expedition III: Renitenzpfad auf Tour. Jenes schaffte es prompt und überraschend auf Platz 23 der deutschen Albumcharts in den News.
Sänger Maurice Wilson beschrieb seinen „sehr ausgeprägten Konzept-Fetisch“ dabei so weit, dass sich die Band komplett nach diesen Thematiken ausrichten würde. Harte Growls und Screams, experimentelle Riffs und deutsche Texte zu allem, was man zu Fuß erkunden kann!
Einem mag das antrisch erscheinen, was im bairischen Dialekt „seltsam, schaurig oder unheimlich“ bedeutet.
Eigentlich somit das Kanonenfieber des Wanderns, Bergsteigens und Entdeckens! Sind ja gerade passend dazu mit Noise’s Zweitband auf Tour. Hold my Wanderstab, do bin i dabei!

 

Robse 22.30 – 24.00 

Robse zum Dritten! 2024 (locationbedingt) abgesoffen, 2025 ausgefallen und nun schafft er es auf das Jubiläum!
Der Headliner des Abends ging als Solo-Projekt des langhaarigen Equilibrium-Sängers Robert-Martin „Robse“ Dahn hervor.
Dieses Jahr, nach der Abwesenheit, bei der Black Messiah mit „35 Jahre Black Messiah“ in die Konzertsaison gestartet ist, werden jene sowie Gernotshagen ebenfalls vor Ort sein.
Epic-Metal mit Viking-Einflüssen, Party-Garant und genug Fanservice zwischen den Songs werden uns in den Abend führen.
Mit Harlekin & Krieger aus 2024 steht auch seit Gründung, zwei Jahre zuvor, ein komplettes Album am Start.

 

Freitag:

Chronic 12.15 – 13.00 

Lokal starten wir mit Chronic in den Freitag. Kommend aus Kempten wird Crossover serviert!
Gut gekreuzt wird vor allem mit Nu-Metal, doch das tut der Band seit 2004 keinen Abbruch, und so zählen sie zu den Urgesteinen des Allgäuer Metals.
Nach dem 2009 erschienenen Album The Autumn wurden in regelmäßigen Abständen wieder EPs nachgereicht, sodass uns auch Neueres, wie das Musikvideo hier, präsentiert wird.

 

Morbus Dei 13.30 – 14.15 

Black Metal zur frühen Tagestunde,  bringen uns Morbus Dei, zu Deutsch die Krankheit Gottes.
Auf dem Begriff selbst und nicht der Buchtrilogie aufbauend geht es seit 2019 um Fanatismus und blinden Glauben in jeglicher Ideologie.
Woher genau aus Deutschland die vier Jungs in Corpse Paint und Patronengurt stammen, verraten sie nur auf Anfrage.
Doch bringen sie zwei Alben aus 2022 und 2024 mit, die ordentlich Riffs und Black Metal Growls liefern.
Dabei sind auch so zynische Singles wie Alles Gute kommt von oben, mit einer zerbombten Stadt als Cover, keine Ausnahme.

 

Neopera 14.15 – 15.30 

Zum melodischen Zwischenspiel laden Neopera ein, was ein gelungenes Wortspiel zwischen Oper und Neo ist.
2010 am Tor zur Nordsee in Hamburg gegründet, wird klassischer Gesang mit zwei Sängern sowie Sängerin Wiebke Krull, über Bariton bis Growls und Shouts, alles abgedeckt.
Dabei kommen natürlich die Metal-Elemente auch nicht zu kurz. Nach dem Debütalbum von 2014 folgte eine gesundheitlich schwere Zeit der Band, wobei somit auch eine Flaute kam.
Seit Corona folgten aber regelmäßiger wieder Musikvideos, welche in der Erschaffung der Eternal Source im Jahre 2025 mündeten.

 

Skeleton Pit 16.00 – 16.45

Hier gibt es Old School Thrash Metal, der auch ein wenig aus einer alten Band, namentlich „Pissdoll“ auferstanden ist.
Seit 2014 also als Skeleton Pit unterwegs, waren sie bereits 2019 auf dem Aaargh präsent.
Seitdem kam bei dem Aalener(BaWü) Trio das zweite Album Lust to Lynch aus 2020 dazu.
Im Geiste der 80er wird auf pure Trash Power „food for real Warriors“ gesetzt.

 

Gernotshagen 17.15 – 18.15

Eine der Pagan-Metal-Größen schlechthin wird endlich wieder in den Süden kommen!
Seit über 25 Jahren im Thüringer Trusetal aktiv, sind südliche Ausflüge der Band eher selten – namhaft ihr Auftritt am Aaargh 2015. Dies war damals auch mein Hauptgrund, ins Allgäu zu fahren.
Eher unregelmäßig mit Alben bedacht, was bei der Band zum Running Gag wurde, gab es zwischen 2003 und 2020 insgesamt vier Alben. Diese erstreckten sich über Düsternis, Schlachten, Mythen und Vergänglichkeit sowie zuletzt eine Ode an die Natur.
In finsterer Rüstung wird mit Melodien, Riffs sowie teils auch instrumentalen Stücken experimentiert. Dabei kann Sänger Askan fließend zwischen typischen Pagan-Growls und Klargesang wechseln, was die Stimmung der Band so einzigartig macht.

 

Hackneyed 18.45 – 19.45

Totgeglaubte Death Metal Bands, growlen länger!
Dies ist bei Hackneyed aus Aalen der Fall, welche sich 2016 nach 10 jährigem Jubiläum aufgelöst haben. Dabei ließen sich nicht nur vier Alben, sondern auch Auftritte auf dem Out & Loud oder Summer Breeze verbuchen.
Doch nun sind sie für einige Konzerte wie dem Kanonenfest oder Wacken zurück und werden auch das Aaargh mit ihrem rein gutturalen Gesang zum Beben bringen.
Dabei kann man vom ursprünglichen Old School Death Metal, eher zur moderneren Variante greifen, wo klassisch Tod, Zerfall und manch andere obszöne Schandtat im Mittelpunkt steht.

 

Necrotted 20.15 – 21.15 

Schon 2018 sowie 2025 verwesten Necrotted (Necro = griech. „tot“, rotted = engl. „verrottet“) mit ihrem passenden Death Metal zwischen den Bäumen im Allgäu. Zweimal auf dem Schlichtenfest, jetzt auf dem Aaargh!
Den damals größten Erfolg mit ihrem Auftritt am Summer Breeze Open Air konnten sie mittlerweile ohne Probleme toppen. Vor allem nach Corona folgten viele große Festivals sowie Touren durch Europa und England. Mittlerweile unter Reaper Entertainment brachten sie 2023 ihr fünftes Werk Imperium in die Lande.
Dabei geben die Jungs aus Abtsgmünd (BaWü) seit 2018 diverse Themen der griechischen Mythologie und Misanthropie zum Besten, wobei ihr Death-Stil sich zum Teil auch mit einigen Core-, Black- oder Speed-Metal-Elementen mischt.
Aktuell kommen sie mit frischem, verwestem Material: We Are the Gods That Tear Ourselves Apart, dessen Release Ende April erfolgte.

 

Cypecore 22.00 – 23.30 

Nach vier Jahren wieder auf dem Aaargh, zwischendurch jedoch auch auf dem Schlichtenfest, wird dies somit ihre neueste „Military Operation“ im Allgäu.
Sie sind die musikalischen Überbleibsel aus dem nuklearapokalyptischen Jahr 2133, in dem Synths (Fallout ahoy) die einzigen Reste des Dritten Weltkriegs darstellen.
Futuristischer Melodic-Death-Metal mit Industrial-Beilage wird uns von dieser Konzeptband geliefert, die in fünf Alben die Zeit vor, während und nach dem Endzeitkrieg besingt.
Genau wie sich die Menschheit in den Fallout geballert hat, kommt auch ihre Musik mit Riffs, Double Bass und elektronischen Elementen in einer harten Gangart daher, die jedoch auch melodische Zwischenstücke präsentieren kann.
Seit bald 20 Jahren aktiv, konnten die Sinsheimer bereits einige große Festivals und eigene Touren bespielen, wobei sie vor allem mit ihren futuristischen Rüstungen, LEDs und einer gigantischen Lasershow den Abend reißen.

 

Vanaheim 0.00-01.00

Vanatime mit Vanaheim! Wer noch steht, wird die Nacht mit niederländischem Epic Folk Metal ausklingen lassen.
Seit über 10 Jahren wird mit dem Namen des zweiten nordischen Göttergeschlechts aufgespielt.Die Lyrik in unverständlichem Niederländisch, kann man eigentlich Parallelen zu Korpiklaani ziehen:
Versteht nichts, klingt aber verdammt geil!
Harte Growls mit Riffs, wie auch symphonische Elemente werden in die Dunkelheit erschallen!
Auch wenn das neue Album eine neue Richtung einschlagen wird, welche sich mehr mit Vergänglichkeit beschäftigt, wird es doch ein fetter Abschluss des Abends.

 

Samstag

 

T.2.B 12.30 – 13.15

Frisch aus der kleinen Schweiz starteten sie 2024 direkt mit ihrer Hellfire Violence.
Dabei ist das Aaargh erst ihr zweiter Auftritt, den sie mit ihrem Melodic Death Metal bespielen werden.
Die zwei Cousins, welche zwei Drittel der Band stellen, wollten dabei komplett neue Wege gehen, was ihre Art von Metal angeht.

 

Rotting Demise 13.35 – 14.30 

Aus Nordrhein-Westfalen kommt der verwesende Untergang. Seit acht Jahren auf blutrünstiger Tour, war das erste Album noch von klassischen Horror- und Slasher-Thematiken inspiriert, dies auch mit einigen Verweisen auf Horrorfilmklassiker.
Auch das zweite Album in Eigenregie orientiert sich stärker am Death Metal, obwohl die Jungs in klassischer Black-Kluft auftreten.
Da schlägt dann auch das zweite Album The Unholy Veil of Silence aus 2025 mehr in die gotteslästerliche Kategorie, hart wie auch mit erfrischenden Klängen zwischen den Growls.

 

Heathen Heretic 15.00 – 15.45

Ebenfalls aus der schönen Schweiz importiert, gibt es seit 2019 Female-fronted Melodic Black/Death Metal.
Dunkel, melancholisch und hart wird das Heidentum immer weiter aus der Heimstätte herausgetragen.
Nach Supportauftritten für Ensiferum oder Deserted Fear finden sie nun ihren Einzug ins Allgäu. Sie bringen dabei zwei Alben aus 2021 und 2025 mit, welche sowohl von Melodie als auch von hartem Metal künden.
Dabei wird die Chaosfahrt im Corpse Paint erst richtig aufgenommen – der Erfolg und die anstehende Supporter-Europa-Tour sprechen für den neuen Schweizer Exportschlager!

 

Tuxedoo 16.15 – 17.00

Alpencore aus Österreich die Dritte – jetzt hat man wohl alles gesehen. Genau genommen stammen die Jungs aus Mattighofen und kamen schon 2014 und 2022 auf das Aaargh.
Ihr Metalcore hat sich seither mehr mit Elementen des Modern Metal vermischt, was auch zum Erfolg in 21 Jahren Bandgeschichte beiträgt. Mit guten 300 Konzerten in ganz Mitteleuropa haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, „Original Austrian Alpencore in die Welt hinauszutragen und zu leben“.
Dazu gehört auch der Auftritt in traditioneller Kleidung, Lederhosn.
Obwohl ihre Texte auf drei Alben – die letzten zwei bei Sony – rein auf Englisch erscheinen, gab es eine Ausnahme, bei der sie in ihrer Heimatmundart singen. Folgendes, schon etwas älteres Lied, gibt’s als Hörprobe:

 

Broken Fate 17.30 – 18.30

Die dritte Schweizer Band des Tages sprang beim Aaargh-Benefizkonzert spontan für Mission in Black ein und konnte sich so souverän einen Platz für das Festival selbst sichern.
Seit fast 20 Jahren auf der Matte, sind sie mit ihrem Motto „BÖÖÖS“ unterwegs und spielen neben etlichen Konzerten in ganz Europa auch jährlich ihr eigenes Festival, das „Stroke of Fate“.
Dabei werden Elemente des Thrash, Core sowie auch Hardrock zu Modern Metal gemixt. Dies gibt den vier Jungs einen flüssigeren Sound sowie eine schnelle Spielweise.Nochmals einen draufgelegt haben sie dann letztes Jahr mit ihrem vierten Studioalbum Horizon, mit dem sie auch ausführlich auf Tour sind.

 

League of Distortion  19.00 – 20.00

Die Liga der Verdrehung/Verzerrung entstand in den Wirren der Corona-Pandemie.
AAAA – für alle Bandmitglieder Synonyme mit demselben Anfangsbuchstaben – ging es ziemlich schnell zu Napalm Records unter Vertrag.
Die derzeitige Tour mit Lords of the Lost verweist auf einen gelungenen Mix des Modern Metal.
In der kurzen Bandgeschichte liegen bereits Auftritte auf dem Metalfest und dem Rock-Harz-Festival zurück.
Female-fronted werden diverse Themen des Lebens ausgepackt und in einem rasanten Tempo durchgespielt.
Eine Wucht an Vielfalt, die nach vorn treibt und auch nicht davor zurückschreckt, bei heiklen Themen die Kettensäge auszupacken. Whroom Whroom, mother f***er.

 

 

Black Messiah 20.30 – 21.30

35 Jahre Black Messiah, 20 Jahre Aaargh – das kommt dieses Jahr perfekt zusammen. Dabei haben sie mit Robse und Gernotshagen fast alle ihre Jubiläums-Festivalbands mitgeschleppt.
Der Ursprung des deutschen Pagan Metal verschlägt sich leider selten in den Süden. Namhaft zuletzt auf dem Schlichtenfest 2018.
Wildsau, Feuerbringer, Christenfeind – Geschichten aus alten Tagen, Konzeptalben über die Götter, Raubzüge der Wikinger sowie auch einfach spaßige Sauflieder: Black Messiah werden die Dämmerung in die Nacht erschallen lassen!
Auch wenn zur alten Sippe durch Corona mittlerweile neues Blut dazugekommen ist, wird der Abend in alter Tradition verbracht und ordentlich getrunken! Nur nach neun Jahren wäre echt mal ein neues Album angebracht.

 

Die Apokalyptischen Reiter 22.15 – 23.45

Hoppe, hoppe, Apo Reiter auf dem Bauernhof! Zwar kein Stroh, dafür ein Heubetrieb – hat Sänger Fuchs doch nur bei wenigen Stücken eine Maske auf. Apropos verhüllt: Blitze auf den Teaser-Bildern des Festivals, doch das zackige Logo ist gut und gerne hinter dem „Coming Soon“-Zensurbalken zu erkennen.
Reitermaniacs aufgepasst: Der Headliner des Festivals hat nochmals zehn Jahre mehr auf dem Buckel als das Event selbst.
Kann man die Band überhaupt in ein Genre einordnen? Zwölf Alben, experimentelle Ausschreitungen nach Corona und dennoch auch ein kleiner Wechsel im Pferdestall.
Stellen wir sie mal auf die Weide: ursprünglich Melodic Death Metal, dazu kamen Crossover- sowie symphonische Elemente. Auch die Sprache kann gut und gerne zwischen Deutsch und Englisch wechseln, teils in Liedern auch noch mit spanischen oder orientalischen Elementen.
Doch auf der 30-Jahre-Tour diesen Winter wurde klar, dass sie durch alle Zeitalter und Stile hinweg richtig Stimmung und Party machen können!

 

Silverbacks öf Death 0.15 – 01.00

Last but not „am nüchternsten“ und jedes Jahr auf der Bühne und am Bierstand: Die Silberrücken des Todes sind eine reine Coverband. Gut, abgesehen von 2023 – da hatten sie eine kurze Bühnenpause, waren jedoch an der Bar aktiv!
Sie spielen ihre eigenen Versionen von Holy Diver, Ace of Spades, Iron Fist und anderen Metal-Legenden, was verdammt Laune macht. Vor allem, wenn man zu sehr später Stunde die Illusion hat, selbst noch einigermaßen passabel mitsingen zu können!
Da sie somit ein wenig die Hausgorillas des Aaargh-Festivals wurden, stellen sie seit Jahren die offizielle Hymne des Events, welche eine umgedichtete Version von Iron Maidens Fear of the Dark ist und somit zu „Bier aufm Aaargh“ wird.
Spätestens bei diesem Festival-Abschlusssong steht dann meist auch alles an Veranstaltern, Helfern und übrigen Musikern auf der Bühne, um zum Abschluss nochmals in die Nacht zu brüllen:
„Bier auf dem Aaargh, Bier auf dem Aaargh!“

 

 

Frühere Beiträge zum Aaargh Festival findet ihr hier:

 

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