Ankündigung: Eluveitie – ÀnvRising, Europe Pt. III 2026

Der November wird keltisch, kalt und ziemlich laut. Eluveitie setzen ihre Ànv-Rising-Tour fort und bringen für den dritten Europa-Abschnitt zwei Bands mit, die auf dem Papier scheinbar erstmal wenig gemeinsam haben: PAIN als Special Guest, schwedischer Industrial Metal mit Elektronik im Fundament, und Wolfheart als Opener, finnischer Melodic Death Metal von der frostigen Sorte. Zwischen dem 17. November und dem 13. Dezember 2026 spielt das Paket 23 Shows in elf Ländern. Deutschland ist mit acht Terminen dabei, Österreich mit Wien, die Schweiz mit Lausanne und Zürich. Zürich ist zugleich das Tourfinale, was bei einer Band aus Winterthur naheliegt.

Eluveitie

Es gibt nicht viele Bands, die ein Genre so geprägt haben, dass man es ohne sie kaum noch erklären kann. Eluveitie gehören dazu. Chrigel Glanzmann gründete die Band 2002 in Winterthur mit einer Idee, die auf dem Papier eigenartig klingt: keltische Volksmusik und melodischer Death Metal, beides gleichberechtigt. Drehleier, Dudelsack, Fiddle und Whistles tragen die Songs mit, statt sie zu verzieren.

Der Durchbruch kam 2008 mit Slania, dem ersten Album nach der Unterschrift bei Nuclear Blast. Platz 35 in der Schweiz, Platz 72 in Deutschland. Everything Remains (As It Never Was) (2010), Helvetios (2012) und Origins (2014) bauten das aus. Dazwischen liegen die beiden akustischen Evocation-Alben, die den Folk-Anteil ganz ohne Verstärker tragen. Ategnatos (2019) schloss die Phase ab, in der die Band nach mehreren Abgängen praktisch komplett neu aufgestellt wurde.

Ànv erschien am 25. April 2025 über Nuclear Blast, das neunte Studioalbum. Vorab liefen die Singles Premonition, The Prodigal Ones, Awen und Taranoías. Textlich bleibt die Band beim rekonstruierten Gallischen, musikalisch klingt das Album kompakter als der Vorgänger. Die zugehörige Tour läuft seit 2025 in Etappen, der Winter 2026 ist bereits Teil drei.

Live steht Eluveitie in dieser Besetzung auf der Bühne: Chrigel Glanzmann (Gesang, Whistles, Mandola), Fabienne Erni (Gesang, keltische Harfe, Mandola), Lea-Sophie Fischer (Violine, Drehleier), Rafael Salzmann und Jonas Wolf (Gitarren), Kay Brem (Bass) und Alain Ackermann (Schlagzeug). Fischer kam im Mai 2024 für Nicole Ansperger dazu, Ànv ist ihr erstes Album mit der Band. Matteo Sisti, seit 2014 für Dudelsack und Pfeifen zuständig, verließ Eluveitie im Februar 2025 nach dem ersten Ànv-Rising-Abschnitt.

PAIN

PAIN ist streng genommen keine Band, sondern eine Person mit sehr viel Studiozeit. Peter Tägtgren rief das Projekt 1996 im schwedischen Ludvika ins Leben, als Ventil neben Hypocrisy und seiner Arbeit als Produzent im eigenen Abyss Studio. Aus der Nebensache wurde schnell etwas Eigenes: Metal-Riffs auf einem Fundament aus Elektronik, Techno-Rhythmik und Achtziger-Industrial, dazu Refrains mit deutlich mehr Pop-Instinkt, als das Genre normalerweise erlaubt.

Über neun Alben hinweg hat sich an der Formel wenig geändert, verfeinert wurde trotzdem viel. Rebirth (1999) und Nothing Remains the Same (2002) legten sie fest, Dancing with the Dead (2005) und Cynic Paradise (2008) machten sie massentauglich. Dann wurde es länger still. Zwischen Coming Home (2016) und I Am liegen acht Jahre, in denen Tägtgren unter anderem mit Lindemann unterwegs war und Hypocrisy zurück auf die Bühne brachte.

I Am erschien am 17. Mai 2024 über Nuclear Blast. Das Album fällt härter aus als erwartet, die elektronischen Schichten sitzen dichter am Metal-Gerüst als zuletzt. Zum Titelstück gab es im Mai 2025 noch ein eigenes Video, ein Jahr nach Release. Live tritt PAIN mit Begleitband auf, offiziell bleibt Tägtgren aber das einzige Mitglied. Als Special Guest ist das eine bewusste Kontrastwahl zum Headliner.

Wolfheart

Als Tuomas Saukkonen 2013 sämtliche seiner laufenden Projekte auf einen Schlag beendete, darunter Before the Dawn und Black Sun Aeon, war das ein ziemlich radikaler Schnitt. Übrig blieb Wolfheart, zunächst als Ein-Mann-Unternehmen, inzwischen als feste Band. Den Stil nennen die Finnen selbst Winter Metal: melodischer Death Metal im Doom-Tempo, mit orchestralen Flächen und einer Kälte, die nicht aufgesetzt wirkt.

Sieben Alben in elf Jahren sprechen für Arbeitsmoral. Tyhjyys (2017) und Constellation of the Black Light (2018) brachten die erste größere Aufmerksamkeit, Wolves of Karelia (2020) und King of the North (2022) festigten sie. Draconian Darkness erschien am 6. September 2024 über Reigning Phoenix Music und ist bis heute das aktuelle Album, ergänzt durch die EP Draconian Darkness II vom 19. September 2025.

Im April 2026 hat die Band einen weltweiten Vertrag mit Reaper Entertainment unterzeichnet. Neues Material ist angekündigt, Details stehen noch aus. Die Besetzung: Tuomas Saukkonen (Gesang, Gitarre), Vagelis Karzis (Gitarre, Clean Vocals), Lauri Silvonen (Bass) und Joonas Kauppinen (Schlagzeug), unverändert seit 2020. Für einen Abend, der später keltisch und elektronisch wird, ist das ein schwerer, langsamer Einstieg.

Tourdaten

18.11.2026 – Hamburg, Große Freiheit 36
19.11.2026 – Berlin, Huxleys Neue Welt
20.11.2026 – Dresden, Stromwerk
25.11.2026 – Wien, Arena (AT)
26.11.2026 – München, Kesselhaus
27.11.2026 – Stuttgart, LKA Longhorn
28.11.2026 – Wiesbaden, Schlachthof
05.12.2026 – Oberhausen, Turbinenhalle
11.12.2026 – Saarbrücken, Garage
12.12.2026 – Lausanne, Les Docks (CH)
13.12.2026 – Zürich, X-Tra (CH)

Mehr von den Bands bei Dark-Art findet ihr hier:

 

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