Review: Dekadenza – Wasteland

Release: 18.09.2026

Genre: Epic Groove Metal

Spieldauer: 40:39

Label: Timezone Records

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Tracklist:

  1. Wasteland
  2. Deadman
  3. Old School Mad (feat. Jo Below)
  4. Teutonic Dance
  5. The Monster Has To Die
  6. My Enemy
  7. Decadent Night
  8. Not Alike
  9. Monday Morning 
  10. Ace Of Space (Motörhead Cover)
  11. J’l’aime Beaucoup (Bonus Track)
  12. Monday Evening (Bonus Track)

 

 

Vor etwa fünf Jahren versammelten sich einige Musiker aus Berlin, um eine besondere und explosive musikalische Mischung zu erschaffen. Die Urheber dieses Projekts nennen es Dekadenza und haben sich innerhalb der Berliner Szene bereits einen Namen gemacht. Ihre neueste Kreation trägt den Titel Wasteland und stellt gleichzeitig ihr Debütalbum dar. Ich durfte das Werk bereits vorab hören und möchte euch in dieser Kritik meine Eindrücke schildern.

Dekadenza bezeichnen ihre Musik als Epic Groove Metal, eine spannende Beschreibung, hinter der sich eine rasante Mischung aus Heavy Metal und Hard Rock mit einer guten Portion Blues und einer Prise Swing verbirgt. Eine zentrale Rolle spielen dabei Cello und Saxophon, Instrumente die man bei den meisten Metal-Bands, unabhängig vom jeweiligen Genre, nur äußerst selten antrifft. Spontan fallen mir nur wenige Gruppen wie etwa Ferndal ein, die ein Cello einsetzen, und ein Saxophon habe ich zuvor weder live noch auf einem Album in dieser Form erlebt.

Das Album

Die Musik auf Wasteland ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, schnell, treibend und energiegeladen. Die Songs sind mit drei bis vier Minuten Laufzeit zwar nicht besonders lang, doch jede Sekunde steckt voller Energie. Dabei konzentrieren sich die Stücke nicht ausschließlich auf eingängige Refrains und lassen den Rest des Songs verkommen, wie es manche modernen Power-Metal-Bands gern tun. Stattdessen räumt die Band den instrumentalen Passagen viel Raum ein.

Der Titeltrack Wasteland verdeutlicht dies besonders gut. Das Lied beginnt ohne Intro oder lange instrumentale Spielereien und startet direkt mit einigen sehr rockigen Riffs, wobei das hohe Tempo bis zum Schluss beibehalten wird. Im Mittelteil dürfen dann Cello und Saxophon gemeinsam eskalieren und das war für mich ein wahrer Genuss. Generell wird das Album immer dann besonders stark, wenn diese beiden Instrumente kurz in den Mittelpunkt rücken.

Das erste Drittel des Albums, das bis zum rein instrumentalen Teutonic Dance reicht, orientiert sich noch stark an dieser Grundformel, wirkt dabei aber etwas rauer und kantiger. Gerade das empfinde ich als besonders reizvoll. Old School Mad hält zudem noch eine kleine Überraschung bereit: Die finnische Sängerin Jo Below übernimmt als Gastsängerin einen Teil der Gesangspassagen und verleiht dem Stück eine zusätzliche Vielschichtigkeit, die dem Album für meinen Geschmack sehr guttut.

Nach Teutonic Dance gewinnt die Platte auch spürbar an Abwechslung, und genau hier finden sich auch meine persönlichen Favoriten. Zunächst wird das Tempo schrittweise zurückgenommen. The Monster Has To Die setzt stärker auf ein mittleres Tempo und eine ordentliche Portion Blues, bevor sich das Stück zum Ende hin zu einem wahrhaft bombastischen Finale aufschwingt.

My Enemy fungiert als ruhiger Mittelpunkt des Albums. Unter den regulären Songs gibt es kein derart entspanntes und geschmeidiges Stück. Erst der Bonus-Track Monday Evening erreicht eine ähnlich gelassene Atmosphäre.

Die letzten drei regulären Lieder treiben die Stimmung anschließend wieder in Richtung Abriss und Party. Den Anfang macht Decadent Night, das erneut mit einem fantastischen Instrumentalpart aufwartet, bevor es in Monday Morning übergeht. Mit seinen fünf Minuten Laufzeit ist Monday Morning zunächst einmal ein echter Brocken auf der Scheibe und zugleich eines der vielschichtigsten Stücke des gesamten Albums. Ich fand den Song großartig und halte ihn für einen hervorragenden Abschluss des regulären Programms.

Doch die Band hat noch drei Bonus-Tracks in petto, die ich ebenfalls nicht unerwähnt lassen möchte.

Für den Bonusbereich haben sich Dekadenza unter anderem zwei sehr bekannte Stücke ausgesucht: natürlich Ace of Spades von Motörhead sowie J’l’aime beaucoup. Beide Titel gehören zum ungewöhnlichen Nachklapp der Platte und erweisen sich als wahrer Ohrenschmaus.

Ace of Spades mit Saxophon und Cello ist eine unerwartet gelungene Kombination und eine willkommene Abwechslung zu den vielen anderen Coverversionen, die das Original lediglich kopieren  anstatt es neu zu interpretieren. Zudem gelingt es dem Sänger erstaunlich gut, die Gesangsart von Lemmy einzufangen, wodurch das Cover ordentlich nach vorne geht.

Auch J’l’aime beaucoup erweist sich als positive Überraschung. Das Saxophon trägt diesen von Swing durchzogenen Song mit einer beeindruckenden Wucht, und der französische Gesang geht dem Sänger bemerkenswert leicht über die Lippen.

 

Fazit

Wasteland ist ein beeindruckendes Debütalbum und der von Dekadenza geschaffene Epic Groove Metal stellt eine spannende musikalische Mischung aus unterschiedlichsten Einflüssen dar. Für Liebhaber von Rock’n’Roll, Hard Rock und Heavy Metal dürfte dieses Werk sowohl live als auch auf CD bestens funktionieren. Der Fokus liegt klar auf treibenden Melodien, doch die Band streut immer wieder kleine Variationen ein, damit die Scheibe spätestens ab der zweiten Hälfte nicht an Spannung verliert. Besonders die ruhigeren- oder etwas kantigeren Stücke haben mir sehr gefallen und ich habe mich gefreut, mit Monday Evening im Bonusbereich noch einen weiteren Song dieser Art zu bekommen.

Die Abwechslung entsteht allerdings in erster Linie durch unterschiedliche Tempi. Trotz der großartigen instrumentalen Passagen könnte das bei manchen Hörern dazu führen, dass ihnen die Stücke stellenweise zu ähnlich erscheinen. Gerade die ersten drei Lieder bewegen sich in einem sehr ähnlichen Fahrwasser, weshalb ich mich über die Auflockerung durch Teutonic Dance besonders gefreut habe. Auch Details wie das Gastspiel von Jo Below haben mir sehr zugesagt, da sie die gewünschte Vielfalt zusätzlich fördern.

Ich würde Wasteland von Dekadenza allen empfehlen, die auf der Suche nach Musik für gute Laune, ausufernde Bewegung und entspannte Autofahrten sind. Also legt die CD ins Laufwerk, dreht die Lautstärke auf und lasst die Party beginnen.

 

 

Wer noch eine Gelegenheit sucht, sich Dekadenza live zu sehen der hat beim Berlin Rock City am 18.9.2026 die Chance dazu!

 

Mehr von Dekadenza bei Dark-Art findet ihr hier:

 

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