Release: 20.03.2026
Genre: Black Metal/Post Black Metal
Spieldauer: 45:56
Label: Century Media Records
Links:
Webseite
Bandcamp
Facebook
Instagram
Spotify
TikTok
YouTube
Tracklist:
- Luminary
- Submerged
- Hellbound
- Uncontrolled
- Phoenix
- Cyclone
- LBRNTH
- Nomad
- Stardust

Gaerea sah ich 2023 auf dem Wolfszeit-Festival zum ersten Mal live. Davor war mir die Band noch kein Begriff, doch bereits ab dem ersten Moment war ich von ihrer intensiven Performance und ihrem eindrucksvollen Sound gefesselt. Musikalisch bewegte sich das Ganze im Black Metal, angereichert mit vielen modernen Einflüssen aus anderen Genres, und fegte wie ein gewaltiger Sturm über die Bühne. Nun, weniger als drei Jahre später, habe ich mir ihr aktuelles Album Loss angehört und möchte euch erklären, warum es ein so starkes Werk geworden ist.
Das Album
Beim ersten, eher oberflächlichen Hören wirken die Songs zunächst roh und brachial. Doch schon beim zweiten Durchlauf offenbart sich eine überraschend vielschichtige Klanglandschaft. Gaerea verbinden klassischen Black Metal mit Einflüssen aus dem Core-Bereich und arbeiten dabei häufig mit abrupten Tempowechseln. In diesen Breaks nehmen sie das Tempo deutlich zurück und schaffen mit gezielt eingesetzten Keyboardflächen und Clean Vocals kurze, aber wirkungsvolle Momente, die den Songs eine neue, unerwartete Klangfarbe verleihen.
Ein gutes Beispiel dafür ist Submerged, mein erster Favorit auf diesem Album. Der Track beginnt mit einem sanften, fast verspielten Intro, das jedoch schon nach kurzer Zeit von einem aggressiven und rasanten Zusammenspiel aus Black Metal und Metalcore abgelöst wird. Dieses musikalische Inferno wird immer wieder von den bereits erwähnten Breaks unterbrochen. Gerade diese kurzen, ruhigeren Passagen mit Klargesang verleihen dem Stück eine bemerkenswerte Tiefe. Genau für diese Dynamik und diese Kontraste schätze ich die Musik auf diesem Album besonders.
Vor allem die zweite Hälfte der Platte hat mich schließlich vollkommen gepackt. Cyclone, Nomad und insbesondere Stardust empfand ich als absolute Höhepunkte. Cyclone ist vermutlich das melodischste Stück auf der Scheibe, wobei der Kontrast zu den rauen Growls besonders eindrucksvoll zur Geltung kommt. Nach dem kurzen Instrumental LBRNTH, das als wohltuende Verschnaufpause dient, folgt mit Nomad ein eher brachialer und aggressiver Track, vergleichbar mit Hellbound oder Uncontrolled. Die Drums treiben das Stück mit enormer Wucht voran, während die Screams eine intensive Energie entfalten. Gleichzeitig sorgt das Zusammenspiel aus eingängiger Melodie und starkem Refrain dafür, dass sich der Song schnell im Gedächtnis festsetzt.
Den Abschluss bildet Stardust und selten endet ein Album auf so eindrucksvolle Weise. Für die Verhältnisse des Albums baut sich das Stück beinahe quälend langsam auf, bevor die Musik schließlich wie eine gewaltige Welle über den Hörer hereinbricht. Dichte Klangwände wechseln sich mit ruhigen Breaks ab und erzeugen ein mitreißendes Wechselspiel aus Spannung und Entladung. Die punktuell eingesetzten Clean Vocals verleihen dem Track zusätzlich eine melodische Tiefe, ohne dass er dabei an Intensität verliert. Ein wahrlich großartiger Abschluss.
Fazit
Insgesamt liefert Gaerea ein extrem druckvolles Album ab, das trotz seiner Härte nie plump oder eindimensional wirkt. Stattdessen lebt Loss von seinen spannenden Kontrasten: Klargesang trifft auf aggressive Black-Metal-Passagen, ruhige Breaks stehen im Wechselspiel mit wuchtigen Ausbrüchen. Gerade diese Dynamik macht das Album so reizvoll und hebt es von vielen Genrevertretern ab.
Die Produktion wirkt modern und verleiht dem Black Metal eine erfrischende Note. Besonders die Breaks sowie die kurzen, stimmungsvollen Intros und vereinzelten Outros zählen zu den großen Stärken der Platte. Zwar mangelt es stellenweise an extremer Abwechslung, was man durchaus als kleinen Kritikpunkt sehen kann, doch mindert dies den insgesamt sehr positiven Eindruck kaum.
Loss ist ein intensives, durchdachtes und packendes Album, das sich vor allem durch seine Atmosphäre und seine klugen Spannungsbögen auszeichnet.
Mehr von Gaerea bei Dark-Art findet ihr hier:
Antworten